Männer? Väter! -Kapitel 2

26 09 2007

Der Gemaux will ein Buch schreiben. Wenn der Bohlen das kann, dann kann der Gemaux das auch! Kritik ist erwünscht.

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Wo waren wir stehen geblieben? Achja, Glückwunsch, sie haben ein X geschaffen. Das ist das Erste, was sie von ihrem zukünftigen Stammhalter/-in sehen. Zu allererst ist es die erste offizielle Beglaubigung, dass sie zeugen können. Nicht Bezeugen – z.B. dass ihr bester Kumpel doch nicht besoffen gefahren ist. Eher Erzeugen. Und zwar diesmal nicht den sonstigen Müll, den sie zuhause und auf der Arbeit hinterlassen. Sondern etwas mit Hand und Fuß.

Dieses X ist sozusagen die erste Unterschrift ihres Kindes auf der Anwesenheitsliste ihres Lebens.

Wir gehen nun von dem Regelfall aus. Sprich, sie haben sich vorher Gedanken gemacht und finden, dass sie mit der Frau da gut auskommen und das auch über Jahre und Jahrzehnte. Man ist zusammengezogen, hat sich beschnuppert und auch die ersten rosaroten Filter sind verschwunden. Sie verzeihen ihr, dass sie gerne redet und sie auf ihre Hinterlassenschaften in Bad und Schlafzimmer jedes Mal vorwurfsvoll deutet.

Sie sind sich also sicher, dass sie wollen, dass sich die Dinge entwickeln. Besonders die Zelldinger im Uterus ihrer Frau.

Das ist nicht alltäglich. Ich kenne viele, mich selber eingeschlossen, deren dumme Geilheit – oder geile Dummheit, dafür gesorgt hat, dass man auch schon mal nachts zur Apotheke für „die Pille danach“ musste. Oder auch schon mal 3 Wochen gezittert hat. Gut mit Präser wäre man sicherer gewesen, aber wer poppt schon noch mit Präser wenn man schon 3 Monate zusammen ist? Ich meine, dafür bleibt man doch schließlich länger mit einer Frau zusammen, dass man auch mal ohne rein darf.

Scherz beiseite, sie sollten natürlich immer so vehement verhüten, wie es nur geht. Nicht nur gegen Schwangerschaft, auch wegen der netten anderen Kleinigkeiten, die man sich so einfangen kann. Auch vorher diskutieren bringt eine Menge. Und dann lassen sie das Licht an, weil es ihnen im Dunkeln garantiert zu wild ist. Gähn.

Jeder, der nicht gerade von einer Emma-Abonnentin aufgezogen wurde, hat schon mal die richtig wilde Variante erlebt. Wenn die Hitze schon im Treppenhaus für erste offene Kleidungsstücke sorgt….da denkt man zuletzt an jedes kleine Bisschen. Wenn Hormone kochen, dann zeigt der Mensch jedem religiösem Fanatiker, wo der Talmut/Koran/die Bibel hängt. Jedenfalls nicht bei „in 7 Tagen gibt es ne Welt“

Bestenfalls ist man vor dem Segen aus der Kirche gegangen und hat sich dann das Kind aussaugen lassen. Auch dabei kann es immer wieder vorkommen, dass sie schwanger wird, wissen ja alle von Herrn Boris B. Das hässliche Endprodukt des kann wirklich nur eine Mutter schön finden.

Aber der normal gebildete Mensch ist sich in der Regel bewusst, was ein schneller unkontrollierter Fick für biologische Folgen haben kann.

Gut, die Millionen Teeniepärchen jedes Jahr, die eine ungewollte Schwangerschaft verzeichnen, anscheinend nicht. Wenn ich schon folgendes höre:

- Kondom gerissen, dabei hab ich alles richtig gemacht (Der Hersteller der Tüte trägt die Schuld)

-Kondom gerissen, weil er zu groß war (die männliche Variante der Erklärung, nachdem die Schere zum Öffnen der Folie benutzt wurde) 

- Wusste ich doch nicht, dass bei Durchfall die Pille nicht wirkt (Der Hersteller der Pille trägt die Schuld, weil er so viele Dinge auf den Beipackzettel schreibt die ja kein Mensch auf einmal lesen kann)

- Ach die muss man täglich zur gleichen Zeit nehmen? Wusste ich nicht. (s.o. zur Schuldfrage )

dreht sich meine Halskrause wieder bis nach Bottrop.

Aus einem weit abgeschlagenen Zweig meiner Verwandtschaft schafften es die Zwillingsjungs zwar aus der Türkei eine deutsche 0190er anzurufen, aber zuhause dann nicht dafür zu sorgen, dass ihre (vom Vater) vererbte Schlichtheit sich nicht noch weiter ausbreitet. Bekommen keinen Buchstaben in der richtigen Reihenfolge lesbar aufs Papier, aber zum ficken braucht man ja auch keinen Schulabschluss, dass kann ja schließlich jeder.

Da hört dann die Skillness der Jugendlichen auf. Hat ihnen ja keiner erzählt, dass das Zeug was da herausschießt auch was anderes bewirken kann als klebrige Hände/Kleidung oder einen Rohei-Geschmack auf der Zunge. Ich drifte ab ins Eklige, Verzeihung, habe mich gehen lassen.

Über den fehlenden Poppschein in unserer Gesellschaft lässt sich diskutieren, ist aber im Grunde nur eine Sache der Politik. Der einzige Grund, so vermute ich, dass die Bundesregierung noch nicht darüber nachgedacht hat, ist, dass wir Deutschen aussterben.

Eine Variante, diesen Trend aufzuhalten, ist die geheime systematische Verdummung der Jugend. Nie waren so viele Mädels unter 20 Jahren Mütter, wie in diesen Jahren. Allenfalls in den 50ern. Wenn sie heute eine 14 jährige mit Prekariatsstempel (Arschgeweih) sehen, dann ist die im nahen Anblick schon älter und in Wirklichkeit erst 12. Und, meine Meinung, hat schon mehr Meter verpackt, als sie jemals werden laufen können. Früher war ich gut darin, dass Alter von Mädchen und Frauen einzuschätzen. Entweder ist diese Fähigkeit mit dem Alter verkümmert oder es hat sich etwas radikal verändert.

Wie dem auch sei, sie sind aber nach reiflicher Überlegung sicher, dass sie sich mit dieser Frau vermehren wollen und die Vorbereitungen stehen schon für den Rest ihres Lebens.

Natürlich haben sie auch einberechnet, dass man niemals „nie“ sagen sollte.

Oder etwa nicht?

Oh, sie gehören zur“ Passiert mir nicht“ – Fraktion? Sie glauben ernsthaft, dass es keinen Kerl auf dieser Welt gibt, dessen Schwanz länger ist und sich besser bewegen kann? Dessen Auto schneller und geiler ist? Dessen Konto besser gefüllt ist?

Dann sind sie auf dem Holzweg. Irgendeinen dieser Faktoren erfüllt immer jemand. Das Schlimmste ist der Faktor Vernachlässigung bei Frauen.

Es reicht Frauen nicht, dass sie ihnen ein tolles Haus mit einer goldenen Kreditkarte dahin setzen. Frauen wollen zumindest einmal in der Woche umworben werden. Passiert das nicht, weil sie super erfolgreich sein müssen und deshalb 10-12 Stunden am Tag ranschaffen, kauft sich ihre Frau im besten Fall nur noch eine weitere Jil Sander Bluse für 2000€ und legt diese unausgepackt zu den 4 anderen baugleichen Modellen im begehbaren Kleiderschrank. Im Regelfall lässt sie sich auf das Gebalze eines Kerls ein, der ihr garantiert die Sachen gibt sie sie braucht. Und das hat meist wenig mit Geld zu tun.

Gut es kann natürlich auch sein, dass sie eine Luftpumpe sind, die sich gerne selbstlaufende Porzellanpüppchen zuhause aufs Sofa setzen, diese Schatzi nennen und dann fröhlich weiter durch die Gegend vögeln, weil sie sich für den Überflieger halten. Eigentich zeigt es nur, daß sie keine Meinung haben und selber nie zu ihren Entscheidungen stehen. Denn wer sich einmal für eine Frau entschieden hat, braucht nicht fremd zu vögeln. ABer ich glaube dieser Grudnsatz ist nur unter Männern üblich. Unter Luftpumpen ist man dann wahrscheinlich stolz auf die dumme Nuss zuhause und das Stückchen Fickfleisch für zwischendurch. Karrierefrauen lass ich unbewertet, weil die sich meist selbst innerlich aus dem Genpool verabschieden. Zur Not und Zeitgeisterfüllung lassen die sich meist ein armes Kindchen aus Schwarzafrika oder dem Südostasiatischen Raum einfliegen. Warum das so sit, weiss ich nicht. Wahrscheinlich gibt es nicht genug Waisen oder zur Adoption freigegebene Kinder in Deutschland/Europa. Oder sie passen gerade nicht zum afrikanischen Einrichtungsstil.

Auch ein nettes Thema. Nicht meins.

Wir waren dabei, dass alle Voraussetzunge für die erfolgreiche und liebevolle Aufzucht der Brut erfüllt sind. Mit bangem Grinsen freuen sie sich über das in Urin signierte Level-up des einzigen Spiels mit der geilsten Grafik, aber manchmal dem langweiligstem Spielverlauf.

Nun beginnt für sie als Mann die harte Zeit.

Die ersten 3 Monate sind die Schlimmsten. In den ersten Wochen ist der Fötus noch nicht gefestigt. Jede kleine Zwischenblutung fördert Panikattacken. Gerade bei Erstschwangeschaften. Alle naselang wird sie zum Gynäkologen gehen müssen. Und weil Mann ja gerne Beweise sieht, will er live beim Ultraschall dabei sein. Wollte ich zumindest.

Als Mann beim Frauenarzt fiel mir als Erstes folgendes auf. Es gibt keine Männerzeitschriften in diesen Praxen. Das neutralste Magazin war die Bunte. Wahrscheinlich haben die Zeitschriftenverleihe ein Ranking und da passen Männerzeitschriften oder Focus und Spiegel.nicht zu Gynäkologiepraxen. Meine Theorie besagt, daß bestimmt einige Frauen besser ihre Männer verstehen würden, wenn in Frauenarztpraxen auch mal eine FHM oder sonstige Männerzeitschrift liegen würde, neben der Tuntenzeitschrift Men’s Health. Die Cover von MH sehen alle gleich aus, der Inhalt ist so warm, daß man die Zeitschrift als Unterlage zum Warmhalten seines Kaffeebechers nutzen kann – den ganzen Tag.

Also war erst einmal nichts mit Lesen. Im Wartezimmer hatte das Schicksal eine besondere Überraschung für mich parat.

Wie abgesprochen saßen die verschiedenen Stadien einer Frau dort aufgereiht.

Die knackige junge Schönheit die sich wahrscheinlich gerade ihre Absolutionspille abholen wollte Modell „BOAH“ mit dem in jedem Männerhirn auslösenden Automatismus: „Ich zähl bis drei, wenn du dann nicht auf dem Baum bist…“ Als ich beim Autofahren am Anfang der Beziehung mal so einer nachschaute, weil es die Natur so befiehlt, kam vom Beifahrersitz das übliche “ Bist also auch so eienr der fremden Frauen hinterher schaut“ worauf ich beiläufig antwortete, daß ich zwar treu, aber nicht blind bin.

Daneben meine Frau als Hormonmonster mit Übelkeit und Geschmacksverzerrung bei Nahrungsmitteln.

Und daneben dann Oma. Keine weiteren Fragen. Ab diesem Zustand macht Gynäkologe sein definitiv keinen Spass mehr.

…..FF





Wurstig

25 09 2007

Nach dem Brot sind wir Deutschen ja Wurstmeister. Kein anderes Land dieser Erde hat so viele Brotvariationen und Wurstsorten auf Lager wie wir. Wir sind sozusagen Wurstmeister. Und Meister der Brötchen.

Die logische Konsequenz und Krönung des Ganzen nennt sich dann Wurstbrot.

Und in der Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot. Brot für dei Welt, aber die Wurst bleibt. Was haben wir gelacht.

Die Wurst als solches wird auch noch in der deutschen Sprache geehrt. „Ist mir Wurst“…“Du Wurst“ …“Sieht aus wie Wurst in Pelle“…“Wursthaftigkeit“ …“Armes Würstchen“ und viele andere Dinge werden eher negativ mit dieser soliden Zurschaustellung deutscher Metzgerskunst betitelt.

Die Wurst trennt auch. Sie trennt zum Beispiel die Generationen. Wo meine Kleine ihr Stückchen Fleischwurst beim hiesigen Metzger erhält, geht der einspeichelnde Papa leer aus.

Warum ist das so? Wieso bekommt mein Kind ein Stückchen Wurst gratis, aber ich muss die mittlerweile rhetorisch gewordene Verkaufstaktik-Frage „Darf es ein bisschen mehr sein“ bezahlen? Schenkt euch die Wurst liebe Metzger und gebt mir einfach nur die überzähligen „darf es ein wenig mehr sein“- Häppchen kostenlos.

Überhaupt. Wieso wird meine Tochter von den meist grobschlächtigen Weibern angelächelt, wenn der nahezu adonishafte Erzeuger daneben steht? Sollte ich mir Gedanken machen, was im Cutter als Wurstbrät an Fleisch landet, wenn die Fleischwarenfachverkäuferin die Kleinsten so angrinst?

Oder der Herr Raab, der selbstbekennend sagte: „ich kann aus Scheisse Wurst machen“ Ja danke, wer kauft denn nun noch bei Metzgerei Raab ein? Und überhaupt…ich kenn hunderte die aus Wurst Scheisse machen können. UND noch dazu das die Luft stinkt. Wenn das nicht pure Magie ist.

Oh, ich merke gerade meine Kleine hat sich auch mit dem Thema Wurst befasst…zumindest in ihrer Windel…..

 

Wickelnd

GEmaux





Sensationell Neues

22 09 2007

Ein forscher Forscher hat herausgefunden, daß es in deutschen Führungsetagen weitaus mehr nach familiärem Stand denn nach Leistung geht. Das das zum Beispiel ein Grund dafür sei, daß sich Politiker immer mehr von der Basis (sprich, dem was sie vertreten sollen) entfernen. Wo in den 60er-80ern noch durchaus ein Arbeiterkind politische Karriere machen konnte greift nun die 68er Revolution. Und die heisst Vetternwirtschaft und Filz. Was ja eigentlich die Ironie schlechthin ist. Wenn man mal die Leitbilder der Generation durchleuchtet.

Na das sind sensationelle Neuigkeiten, die noch keinem bisher bewusst waren. Man kommt also mit Vitamin B (Beziehungscarotin) und Papis Golfkollegen schneller nach oben, als durch gute Leistungen. Phänomenal und dabei auch so brandneu…diese Erkenntnis.
Diese neue Erkenntnis kommt vor allem für die Leute völlig unerwartet, die aus einem Arbeiterhaushalt sich nach halb oben gearbeitet haben und auf dem letzten entscheidenen Metern zum Zieleinlauf ausgebremst wurden, weil der ungepflegte Sprössling eines Vorstandsvorsitzenden nun endlich mit ach und krach sein Diplom in der Rekordzeit von 19 Semestern erhalten hat. Ungläubig sehen sie zu, wie Papis Liebling nasebohrend und grenzdebil grinsend auf dem Stuhl Platz nimmt, den man schon in greifbarer Nähe wähnte.

Und dann kommt noch ein Forscher daher, der seine Forschung übrigens aufgrund seiner Herkunft und den damit einhergehenden Boni machen durfte (wie er selber auch noch schreibt) und veröffentlicht solche sensationell phänomenalen Neuigkeiten.

Hier noch einige Forschungsgebiete, sozusagen als nächste Sensationsmeldungsträger, die man dem Forscher empfehlen könnte. Also Thesen, die er forschend beweisen könnte um sie dan, kurz vor der spontanen Selbstentzündung, zu veröffentlichen.

Die Erde ist rund

Feuer ist heiss

Eis ist kalt+

Man atmet ein und wieder aus.

(Quelle:Der Spiegel, #38)





Die 7-Jahres-Ehe

21 09 2007

Da hat sich das süddeutsche Schnittchen der CSU aber mal einen herrlichen Schnitzer erlaubt.

Kaum zu glauben, dass jemand aus der dunkelsten „legale“ Parteienecke die heilige Institution der Ehe angreifen will.

Ist die Ehe doch vor Gott geschlossen und damit eigentlich für eine urkatholische Partei wie die CSU unantastbar. Ich sehe den FJS schon wieder auf 14.000U/min. in seinem EInwegcontainer in 1,80m Tiefe drehen.

Mit freundlicher Unterstützung der ARD

Dabei ist sie doch so ein Ikönchen. Echt jetzt, ich find sie schon verschärft. Ich steh ja auf rote Haare und helle Augen. Allein durch sie wär ich fast zur CDU gegangen. CSU gibts hier oben bei uns leider nicht.

Aber was sie durch Fotos und Ausstrahlung aufbaut, reißt sie durch Kabinettstückchen wie ihre Forderung nach der Modul-Ehe wieder ein. Schade, doch nur wieder ein Aufmerksamkeitshascherle.

Überhaupt kommen ja aus der christlichen Ecke seit den letzten Jahren nur solche Ideen, wo man den Eindruck erhält, dass sich die Betreffenden ihren Seitenscheitel mit dem Hammer brüsten. Nicht das die Roten besser wären, aber die Vögel schiessen eindeutig die traditionsbewussten Konservativen ab.

Erst das Speckbäckchen der Jungen Union mit seinem Vorsprung, dass Rentner doch bitte auf ein angenehmes Laufen verzichten sollten, welches ihnen eine Titanhüfte wieder ermöglichen würde.
Jetzt Frau Pauli mit ihrer Idee der 7Jahres Ehe. Gut man könnte nun argumentieren, dass eh jede dritte Ehe in die Binsen geht. Oder mittlerweile jede 2. Dann schießt sie aber dennoch weit am Ziel vorbei. Die meisten Ehen werden schon nach dem 3. Jahr geschieden. Hätte ihr doch mal einer sagen können.
Sollte so eine PR erfahrene Politikerin doch eigentlich wissen. Gut, wenn sie nah am Volk wäre. So nah wie ihre anderen Berufsgenossen.

Andererseits wäre diese Sucht nach den 15 Minuten Medienaufmerksamkeit und Ruhm nicht, würde keiner von uns Normalbürgern bemerken, dass die Politik mit der Erfüllung von Minderheitenquoten in Ämtern mit gutem Beispiel voran geht. So haben wir wenigstens etwas zum Schmunzeln beim Vertilgen der Leberwurstschnitte.

 





Krabbelgruppe

20 09 2007

(Dieser Text könnte provokant, polemisch, niveaulos sein und durchaus auch nicht ernstzunehmend gedacht sein)

Der Gemaux hat sich ja, Fuchs wie er ist, bereit erklärt, die ersten Jahre der Erziehung zu übernehmen.

Das beinhaltet nicht nur Windeln wechseln, Fläschchen machen, Brei anrühren, Essen pürieren und Bespassung rund um die Uhr, sondern auch mein wöchentliches Highlight.

Pekip….(Prager-Eltern-Kind-Programm) oder auf normaldeutsch: Krabbelgruppe.

Als einziger Mann in so einem Kaffeekränzchen ist man verschiedenen Gefahren ausgesetzt. Zum einen der Windeldemenz. Bei lauter „Wie das Fähnchen auf dem Turme“-Gesinge und debilem Handwedeln dazu hat man zwischendruch das Gefühl, daß etwas von der grauen Blitzmasse da zwischen der rechten und linken Schläfe ausläuft.Den Kleinen gefällts also macht man es mit. Hoffentlich filmt keiner dabei.

Dann läuft Mann Gefahr zu einem …Spanner zu mutieren. Stillende Frauen haben entweder keine Hemmung die Milchbar freizulegen oder sie blicken verschämt nach einem dunklem Plätzchen um den Spross anzulegen. Als Mann kann man garnicht anders. Mann muss dahin schauen. Ob Mann will oder nicht. Ich habe es echt probiert noch nicht einmal für einen kurzen Moment auf die Titten zu starren-es geht nicht. Irgendwas in meinem Gencode beherrscht in diesem Moment meine Augen. Ich will garnicht wissen, womit das zusammenhängt. Mir ist es nur manchmal ein wenig peinlich, gewesen den Blick nicht heben zu können. Echt nicht oft.

Am Schlimmsten sind ja die Frauen, bei denen die 4 in greifbare Alternähe rückt und die das erste Mal gekalbt hatten. Der kleine Julius muss was mitmachen. Mein lieber Scholli. Erst sah er aus wie Axel Schulz nach der 3. Runde (ich behaupte mal total polemisch und subjektiv: frisch geschlüpfte Jungs sind alle hässlich!) dann entwickelt er sich zum Muttersöhnchen. Weil er noch angelegt wird. Nach etwas über einem Jahr.
Nachdem selbst unsere angeÖk’te 4fach-Mama mit Selbstwaschwindeln zur biologisch einwandfreien Gläschennahrung greift, liegt Julius noch am Euter. Und nachts zwischen den beiden. Ein schlechter Mensch, der dabei denkt, daß klein Julius als Abwehrschild dient. Das wird Julius bestimmt später freuen, wenn er in der großen Pause nochmal kurz an Mutters Brust darf. Da ist der ödipale Konflikt aber sowas von vorgezeichnet.
Wenn ich nicht den Vergleich in Form von 5 „runder laufenden“ Müttern hätte, würd ich mich mit den Behauptungen ja zurück halten. Aber es geht leider nicht.

Genauso nicht, wenn die Vortänzerin immer nur „und wenn die Mütter dann…“ sagt. Da schau ich dann immer ganz betreten, weil man mich nicht gleichberechtigt behandelt und blicke mit leicht vorwurfsvoll enttäuschtem Blick solange in Richtung der Pädagogin, bis sie sich entschuldigend verbessert.

Was man tunlichst unterlassen sollte, als Mann, in so einer Hormonverweichlichten Umgebung ist: Mann zu sein. Einfach mal in den Fusshupen-Modus wechseln. Denn Frauen können noch so abgehärtet sein. Sobald sie geworfen haben, werden sie empfindlich wie ein Fabergé-Ei auf Hasch. Wo ich früher die besten Filme schauen durfte, muss ich nun entweder warten, bis meine Frau eingeschlafen ist, oder ausser Haus. Denn Action und Kriegsfilme oder leckere Splatterfilmchen sind ab Geburt des eigenen Nachwuchses zu res non grata (der Lateiner mag mir verzeihen, so ich falsch liege) konvertiert. Das Einzige was, den DvDPlayer noch penetrieren darf im Beisein meiner holden Weiblichkeit ist Walt Disney kompatibel. Hoffentlich gibt sich das mit der Zeit.

Nun bring ich meiner Tochter bei, wie sie die Jungs mit einem herzhaftem Tritt in die Windel zu Boden bringt.

Bis demnächst

Gemaux





Rolling Brother

19 09 2007

Es gibt einen Minister, der sich so richtig reinkniet in seine Arbeit. Obwohl „reinknieen“ faktisch falsch wäre. Aber was sagt man zu dem Kerlchen mit Verfolgungswahn, der ein Attentat auf ihn zwar überlebt hat, dafür aber nun sein Leben im Rollstuhl fristen muss.

Schauen wir uns BigBrother on wheels einmal genauer an. Wer beim Anblick der Physiognomie direkt an ein Nagetier denken muss, der…..muss wohl daran denken.

Unser Watching-Schäuble reagiert ja auf alles. Da werden Telefone abgehört und Emails überwacht. Nun will er sogar Trojaner in Privatrechner einschleusen. Natürlich immer nur bei begründetem Verdacht. Also hüten sie sich davor am Telefon, oder per mail zum Beispiel folgendes zu sagen: “ du ich hab ein Attentat auf dich vor, kannst du dich noch an die bombige Party erinnern? Genau, die wo alle übers kalte Buffet hergefallen sind wie Hitler über Polen, da war doch ein supergeiles Geschoss in dem roten Kleid…“

Allein in dieser Aussage sind dermassen viele Trefferwörter aufgelistet, bei denen SIE (und ich) sich nichts denken. Die aber kleine Lämpchen im Bundesinnenministerium aufleuchten lassen. Und schwupp wäre schon ein begründeter Verdacht gegeben. So ist unser Bundeswatchingminister nun mal. So sehr darauf bedacht, die Gefahr von innen abzuwehren, daß er zum Beispiel die Gefahr von aussen garnicht wahrnimmt. So sehr damit beschäftigt, einen Trojaner zu entwickeln den man rechtlich korrekt beim Internet nutzenden Mitbürger unterbringen kann, daß man die Trojaner der letzten Volksrepublik erst einmal übersieht. Dabei bräuchte man vor den Chinesen im Innenministerium nun wirklich keine Angst haben. Das Einzige, was die garantiert nicht kopieren werden sind Menschenrechte.

Gut, in Bezug auf Menschenrechte ist es bei uns ja auch immer schlechter bestellt. Zumindest wenn es nach dem Irren im Rollstuhl geht. Was der schon wieder alles durchdrücken will. Waffengesetzlockerung zum Beispiel.

Ist ein ziemlich perfider Plan, den er da ausgedacht hat. Erst wird das Waffengesetz gelockert, natürlich nur unter dem Deckmantel der Befreiung des Schützensports, dann, wenn wieder ein ausgetickter Jugendlicher nackend heulend mit der Pumpgun durch die Schule rennt, weil alles sooooo böse zu ihm ist, wird das Gesetz und noch 2-5 weitere verschärft. So das er die totale Kontrolle über den Bürger hat.

Nicht, daß man etwas Neues herausfinden möchte. Ist eh alles über sie und mich bekannt.Datenschutz in Deutschland geschieht eigentlich nur noch auf dem Papie. Wer will bekommt alle Informationen über sie heraus. Es kommt nur auf den Betrag an.

Er ist schon knuffig unser Schäuble.





Der blanke Horror

18 09 2007

Neulich sah ich mir mal wieder das Remake des Zombieklassikers „Zombie im Kaufhaus-Dawn of the Dead“ an.
Beim Zuschauen stellte sich mir die Frage, warum die Menschen so etwas als Horror oder Splatterfilm bezeichnen. Wahrscheinlich haben diese Menschen noch nicht die Ohoven Weiber oder einige „Frauen“ aus der High-Society gesehen. Schauen sie sich diese…..Machwerke- denn als Menschen würde ich sie nun weniger bezeichnen wollen- genauer an.

Sehen wir davon ab, daß die meisten dieser mit Botox betonierten Fratzen irgendwie alle gleich aussehen. Sehen wir davon ab, daß sie meistens von Typen beraten werden, die selber aussehen als wenn sie für jeden Schnitt den sie nun machen, in der Schule die Kinnlade massiert bekommen haben. Sozusagen als Vorschuß.
Obwohl…sehen wir nicht von den Chirurgen ab, sondern verweilen wir eine kleine Weile bei diesen verkappten Bildhauern mit ihrer Reminiszenz an den Dadaismus. Schauen sie einmal in einer ruhigen Mußestunde solche Formate wie RTL2-Reportagen oder RTL oder VOX (auch RTLGruppe, wer hätte das vermutet!) an. Wenn sie nach dem zweifelhaften Genuß dieser unzweifelhaften Primitivität immer noch ernsthaft meinen, der Horror spielt sich in solchen Filmen wie „13 Geister“ oder „Zombie Folge 25“ ab, dann sind sie schon begeisterter Leser der Klinikbroschüre einer Düsseldorfer Schönheitschirurgenmetzgerei.

Als erstes sehen sie meist ein Mädchen. Nicht zu dünn – nicht zu dick. Sie findet ihre Nase zu eckig (gerade das macht ihr Gesicht aus), ihre Lippen zu schmal und die Titten zu klein.
In Zeiten, wo Mutter Natur meist nur noch im Zoo stattfindet (gibt’s auch gute Serienformate drüber) oder halt in der Fußgängerzone der jeweiligen Heimatstadt, ist es ja so einfach die kleinen Fehler ausmerzen zu lassen die die eigene Individualität ausmachen.

Nun will ich beileibe nicht die Frau verurteilen, die sich nach negativ ausgefallener Mammographie nach einer Re-Komplettierung ihres Dekolletés sehnt. Oder die Frau, die sich nach einem schmerzfreien aufrechten Gang sehnt weil Mutter nun mal unrechtmäßig die Größen verteilt.
Jeder Mann weiß wovon ich spreche, wenn man schon mal beim Pinkeln auf die Rute des Nachbarn geschaut hat und in einem Stoßgebet „HERRGOTT!! WARUM HAST DU MICH VERGESSEN?!“ nach oben geschickt hat. Bis man dann von eben diesen Jungs erfährt, daß sie schon mal gerne komplett einfahren würden, aber leider die Frauen dann immer so komisch würgen würden. Auch nicht lustig. Kann ich dann auch wieder verstehen.

Zurück zu den Mädels mit irregeleitetem Schönheitsideal. Diese Mädels können sich meist keine OP leisten. Als Friseurin ist es nun mal hart an die X-tausend Euro zu gelangen. Meist sind sie eh nur einen Steinwurf davon entfernt sich weiterhin dafür zu entscheiden, dem Kunden für 2.50 € am Kopf rum zu fingern oder für 100€ Euro woanders. Ist aber nicht das Thema.

Sie wissen aber, daß RTL sich so eine OP leisten kann und es auch wird, wenn die Kamera mal so richtig in die offenen Wunden reinhalten kann. Und RTL zahlt. Zahlt die Brustvergrößerung, zahlt das Fettabsaugen und die Kosmetikerin danach. Wenn diese Mädels weniger rauchen, weniger saufen, weniger poppen würden, würden sie mit 20 nicht aussehen wie meine Tante mit 55. Wobei diese Frau sich dermaßen permanent gepflegt hat, daß sie locker für 40 durchgeht. Geht also auch mit ein wenig Disziplin und Fleiß.
Wäre ja zu schwer. Also wird steif gespritzt und aufgespritzt. Der Busen eingeritzt und aufgebläht, die Haut gerafft und hinterm Ohr zusammengenäht. Das Fett gesaugt und fleckige Haut hell gelaugt. Ja es geht soweit, daß schwangere Frauen zwar den Bauch sexy und niedlich finden sich aber bitte nur mit dem Kaiserschnitt davon entlasten lassen wollen. Immerhin wollten sie das Kind obwohl es Schwangerschaftsstreifen geben kann.

Durch die Medien wird dann vorgegaukelt, daß Heidi Klum mal eben entbindet und zwei Wochen später wieder auf dem Laufsteg steht. Alles nur durch Training. Mir ist nun nicht bewusst wie es ihnen so ergeht. Aber ich bekomme 10 Kilo Fett und Wasser nicht durch Training in 2 Wochen weg.

Die Promis schlucken und spritzen was das Zeug hält, daß selbst einem Tour de France Fahrer Angst und Bange wird. In der Urinprobe von Promis, die für Filme 20kg zunehmen und dann gertenschlank zur Preisverleihung erscheinen, könnten sie Fotos entwickeln. Interessiert kein Schwein. Eine Hormontherapie für 6 Wochen mit dem Ablauf einer leichten „Schilddrüsen-Überfunktion“ kostet 160 Flocken. Verführerisch. In den 6 Wochen verlieren sie je nach vorherigem Gewicht locker bis zu 30kg. Ja da wundert es doch wenig, wenn sich Nadine Müller von nebenan auch mal wie ein Star fühlen will. Die OP verschafft ihr zwar nicht mehr Ausstrahlung und Intellekt aber evtl. einen reicheren Stecher. Auf jedenfall einen nazistischeren Gehirnorgasmus beim Blick in den Spiegel.

Sie läßt sich beschneiden und bespritzen und sieht tatsächlich wie ein Promi oder eine „Dame“ der höheren Schicht aus. Die sehen nämlich alle so aus. Als wenn ihre Fratzen aus dem Katalog kommen. Barbie macht winke winke. Dann brabbeln sie etwas von Schönheitsideal. Wenn sie auch nur ansatzweise von Schönheit und Kunst Ahnung hätten, würden sie an der Mona Lisa erkennen, was Schönheit ist. Sie liegt im Auge des Betrachters. Wenn der Mensch sich operieren läßt, weil er sich im Spiegel häßlich findet, wird er durch einen häßlichen Menschen „verschönert“ werden, der garantiert nur eins schön findet. Die Yachtprospekte in seiner Schublade und seine Kundinnen und Kunden schön doof. Also spritzt er und „silikonisiert“, daß jedem fugenfüllenden Fliesenleger die Augen vor Bewunderung zu Tränen beginnen. Mit zufriedenem Schmatzen schließt sich die Naht über dem Kochsalzgeleekissen in der Titte bei Nadine und öffnet sich das Konto auf der Bank des Herrn Doktor.

Und damit schließt sich der Kreis wieder zum Horrorfilm. Wenn ich Berichte einer Gala sehe, auf der einige Damen sind, die ihre vermeintlich besten Jahre schon hinter sich haben, DANN SEHE ICH HORROR. Gleichaussehende ewig statisch grinsende Fratzen, die einen daran glauben lassen, daß es auch noch 10 weitere Kreise der Hölle gibt aber dafür dann keinen mehr im Paradies.

Es gibt kein Happy End, denn die Zombies sind schon unter uns. Das zumindest, unterscheidet die Filme nicht mehr von der harten Realität der vermeintlich schöneren Leute.





Sex ist dem Jakobsweg sein Genitiv

17 09 2007

Harals Schmidt schlug wieder zu. Das kann man ruhig wörtlich nehmen, denn so zuverlässig wie der Roundhousekick von Chuck Norris in seinen Filmen kann auch Harald mit eigentlich nichts jedem ans Bein nässen und bekommt sogar noch stehende Ovationen.

Das nenne ich echte Macht. Wenn ich mal groß bin, dann möchte ich so schreiben wie er. Nicht, daß der Stil nun besonders wär. Harald braucht sich einfach keine Mühe mehr machen. Aber es kommt halt von Harald Schmidt. Käme so ein Buch von Michael Müller oder gar von mir, würde man gerade mal eventuell bis zum „Fertig! Drucken!“ gelangen, bevor es von geifernden Kritikern im Pitbullmodus in der Luft auseinandergerissen worden würde.

Harald zeigt jedem Blogger, dass man mit durchaus gut geschriebenen Kolumnen erst Geld von der Zeitschrift bekommen kann und das Ganze dann noch mal aufwärmt und in Pappe bindet. Vielleicht ist es gerade diese extrem Wursthaftigkeit, die Harald jedem vermittelt. Also im Sinne, dass es ihm mittlerweile Wurst ist, was jeder andere über ihn denkt und schreibt. Sagt er ja selber. Im Spiegel. Mit wachsender Begeisterung. Jeder Journalist macht ja mittlerweile einen Bückling vor Herrn Schmidt. Ausser er will sich seine Sporen verdienen, dann wird kurz revoltiert gegen das ehemalige Latenight-Genie. Nur um zu sehen wie Harald amüsiert die Augenbraue hebt und kurz zur Seite tritt um dem anrollenden Lynchmob der Fanjournalisten Platz zu machen. Und schwupp ist ein weiterer eingenordet.





Waldblog

16 09 2007

Waldblog

Aktive Vergangenheitsbewältigung ist ja für den Deutschen ein ganz wichtiges Thema. Was wurde nicht schon alles publiziert über die Vergangenheit. Ich will mich diesem Trend nicht verschließen und fange nun auch damit an meine Vergangenheit zu bewältigen.

Als fesches Kind der 70er (alle Luschen wurden in den 80er/90er Geboren) das mit Schwermetallfarbe, Atomenergie, irren Tapetenmustern und wirren Farbkombinationen bei der Kleidung überleben musste (ich sag nur: schwarz-weiß-grün-braun quergestreifter Rollkragennicki mit brauner Cordhose!) war ich zugleich ein Opfer der in Mode kommenden Doppelverdienerhysterie. Abgeschoben an den früh verpensionierten Lokführergroßvater bestand meine Kindheit aus abgeholt werden von der Grundschule mit anschließendem Waldspaziergang.

Jeden Tag. Es sei denn, es goss wie aus Eimern. Dann gab es nur die kleine Runde. Immer mit Boxer. Also der Hunderasse. Und mit dem Waldmeeting der alten Herren. Also der Jugendfreunde meines Opas. DAS IST LANGEWEILE, IHR XBOX360-Luschen. Mit den Kriegserzählungen wurde der vormittägliche Horror noch mit den nötigen Splatterelementen versetzt. Dann ab nach Hause und Essen vorbereiten. Mein Opa schälte immer Kartoffeln. Immer. Nudeln gab es, glaub ich, nie.Aber wenn meine Großmutter dann zuhause war, dann ging es meist nachmittags auch nochmal zum Spaziergang. Hund an die Leine, Enkel an die Hand und ab in den ….Wald.

Nachdem meinem Opa von göttlicher Hand das Licht ausgeknipst wurde (Sekundentod bei der Sportschau, aber vorher noch den Schnee vom Auto gefegt), ernährte sich meine Großmutter wochenlang nur von Reis/Nudelgerichten. Und war nur noch unterwegs. Überhaupt glaube ich, dass die Flucht aus Ostpreußen in ihr einen Mechanismus installiert hat. Meine Großmutter ist nur noch unterwegs. Die ist nie zuhause. Nur noch unterwegs.

Irgendwann kam ich dann dazu, dass Waldarbeit bestimmt schön macht. Wenn die Leute doch so gerne in den Wald gehen. Macht sie. Schön stark. Und schön dumm. Nein, falsch, nicht dumm. Eher abgeschottet vom Rest der Menschheit.

Wenn sie nicht gerade in einem Waldreichen Gebiet wohnen, kannten sie bisher bestimmt noch nicht einmal den Begriff des Forstwirts, oder?

Forstwirte sind die Erfüllungsgehilfen des Forstingenieurs.Die Zugangsvoraussetzungen erfüllte ich zu diesem Zeitpunkt voll: Dumm, stark, wetterfest, geländegängig und nicht zu hohe Futterkosten.

Also Erfüllungsgehilfen des Försters. Dafür muss man studieren. Also für den Förster.Und das nicht gerade wenig und leicht. Denn dem Deutschen ist der Wald immer noch heilig. Da werden schon mal andere Erwartungen mit verknüpft als mit dem Durchschnittsgermanistikstudiengang. Die meisten Deutschen werden ja immer noch ehrfürchtig, wenn sie in einem Wald mit riesigen Buchen oder Eichen stehen. Dieses Gefühl wollen die Priester in den Kirchen wecken. Dabei müssten sie den Altar nur in einen 200 Jahre alten Buchenbestand stellen. Macht aber keiner. Denn Ratzes Vorgänger haben ja in geraumer Vergangenheit dafür gesorgt, dass Gläubige in Häusern zu beten haben. Immerhin zu einem Holzkreuz.

Für viele gehört der Waldspaziergang ja immer noch zu einem Sonntag wie die Sahne zur Obsttorte. Kein e Meldung wird mit soviel Inbrunst kommentiert wie der Waldschadensbericht. ICh glaube, kein anderes Land veröffentlicht überhaupt sowas wie einen Waldschadensbericht. Mit Ausnahme der skandinavischen Länder.

Ich hab dann also irgendwann entschieden, dass ich meinen Beitrag zum Erhalt des größten deutschen Heiligtums leisten will und habe Forstwirt gelernt. Weil ich keine Lust auf das Studium der Forsttechnik oder der Biologie hatte, sondern endlich mehr Geld für noch mehr Party haben wollte. Schön dumm.
Diesen Weg hab ich dann im Nachhinein teilkorrigiert, aber hier ist ja auch noch Platz auf den Servern.

Fazit dieses Ergusses der Vergangenheitsbewältigung: Ich habe meine Vergangenheit und die meiner Großeltern verarbeitet –oder zumindest teilweise- und sie schon mal etwas „Aufwärmtext“ von mir.

Hoffentlich ist ihnen beim Verarbeiten dieser Verarbeitung ihre Verarbeitung der Arbeit auf der Arbeit nicht verkommen.

Schönen Tag noch wünscht

Gemaux





Huch, bin ja schon drin

16 09 2007

Erst einmal eine Baustelle, vielleicht gefällt mir das Bauland ja zum Ansiedeln