Harals Schmidt schlug wieder zu. Das kann man ruhig wörtlich nehmen, denn so zuverlässig wie der Roundhousekick von Chuck Norris in seinen Filmen kann auch Harald mit eigentlich nichts jedem ans Bein nässen und bekommt sogar noch stehende Ovationen.
Das nenne ich echte Macht. Wenn ich mal groß bin, dann möchte ich so schreiben wie er. Nicht, daß der Stil nun besonders wär. Harald braucht sich einfach keine Mühe mehr machen. Aber es kommt halt von Harald Schmidt. Käme so ein Buch von Michael Müller oder gar von mir, würde man gerade mal eventuell bis zum “Fertig! Drucken!” gelangen, bevor es von geifernden Kritikern im Pitbullmodus in der Luft auseinandergerissen worden würde.
Harald zeigt jedem Blogger, dass man mit durchaus gut geschriebenen Kolumnen erst Geld von der Zeitschrift bekommen kann und das Ganze dann noch mal aufwärmt und in Pappe bindet. Vielleicht ist es gerade diese extrem Wursthaftigkeit, die Harald jedem vermittelt. Also im Sinne, dass es ihm mittlerweile Wurst ist, was jeder andere über ihn denkt und schreibt. Sagt er ja selber. Im Spiegel. Mit wachsender Begeisterung. Jeder Journalist macht ja mittlerweile einen Bückling vor Herrn Schmidt. Ausser er will sich seine Sporen verdienen, dann wird kurz revoltiert gegen das ehemalige Latenight-Genie. Nur um zu sehen wie Harald amüsiert die Augenbraue hebt und kurz zur Seite tritt um dem anrollenden Lynchmob der Fanjournalisten Platz zu machen. Und schwupp ist ein weiterer eingenordet.
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