Eine Hommage

29 11 2007

an, zum Beispiel, Henryk M. Broder.

Es gibt Dinge, die müssen sich entwickeln und die benötigen Zeit um zu reifen. Gute Dinge wie Wein, oder Käse. Henry M. Broder hatte schon viel Zeit zu reifen. Durchaus literarisch Wertvolles kam aus seinen Fingern. Meist auch fern ab von allem, was das immer wieder dezent einseitig gespannte Verhältnis der Juden zu den Deutschen seit 50 Jahren ausmacht.

Das Polemische des gebürtigen Polen war nie so richtig aufdringlich und meist durchaus witzig.

Leider schlägt manchmal der Wein in der Flasche um und wird zu Essig, oder der Käse entwickelt einen anderen Schimmelmantel als man gemeinhin am Camembert gewollt haben möchte.

Der gute alte Herr Broder wird leider immer verbitterter und setzt mit seinen Vergleichen und seinem Schreibstil Schimmel an.

Sein neuester Erguss in meinem Lieblingsmagazin aus Hamburg über Mario Barth spricht Bände über einen Schriftsteller der bei allem ehemaligen Scharfsinn nicht erkennt, dass er selber stehen geblieben ist. Vielleicht darf man ihm aber auch keinen Vorwurf machen, dass er sich hinkender Vergleiche bemüht die leider nur die Fernsehzeit von `50-`70 beinhalten. Dabei hat er doch in den 60ern seine Jugend verbracht und das mitgemacht, was Zeitgenossen seines Jahrgangs nun das als hehres Ideal das ansehen, wofür sie ihre Eltern damals verurteilt haben.

Ja, so traurig es klingen mag, aber Herr Broder liest sich nicht mehr mit dem Witz, mit dem ihn ein Markwort mal betitelt hat. Herr Broder klingt wie eine Frau, die sich, dass Kissen unter die Arme geklemmt, immer mehr zu weit aus dem Fenster lehnt, um sich über die spielenden Kinder zu beschweren. Bedauernswert festgefressen in Vergleichen und Ansichten.

Natürlich stellt ein Mario Barth nicht den Anspruch an das Publikum wie ein Herr Hüsch.

Ein Mario Barth will unterhalten. Nicht mehr. Und er nutzt das, was Herr Broder anscheinend verlernt hat. Das alltägliche Leben fernab von aller Sinnsuche. Das unterscheidet den Komödianten (oder neudeutsch Comedian) vom Kabarettisten Hüsch. Herr Broder hebt einen Kuhlenkampf in die Höhe und stellt ihn und die anderen Unterhalter des 3-Progamm-Fernsehens als die Leuchten deutscher Niveauunterhaltung zur Schau und vergisst dabei völlig, dass fast alle die er witzig findet schon tot sind. Genau wie der denen eigene Witz.

Vielleicht ist es aber nur eine unterbewusste Zurschaustellung seines Weltbildes. Angetrieben von den Toten seiner Religion, durchsetzt mit der gebetsmühlenartigen Weckung des deutschen Gewissens, hat er vergessen was es heißt, heutzutage zu leben. Wäre ich so polemisch wie ein Herr Broder würde ich mich fragen, ob er heutzutage schon mal eine Frau kennen gelernt, oder selber in einer Vorstellung von Mario Barth gesessen hat. Denn anhand seines Geschreibsels im Spiegel kann man Beides getrost in Frage stellen. Aus dem guten Wein Broder ist nur etwas mehr als eine Essigessenz geworden. Ein verschimmeltes Stückchen Höhlenkäse. Vielleicht sollte Herr Broder endlich das tun, was seine Benchmark-Komödianten schon hinter sich haben. Oder zumindest sich aufs Altenteil begeben und seine Hinterhof-Kissen unter dem Arm-Langweiltiraden nur noch am Wohnort ausposaunen. So würde zumindest nur sein, augenscheinlich arg begrenztes, Umfeld mit den Stammtischtiraden einer veralteten und arg verstockten „Bildungsbürgergesellschaft“ gelangweilt. Und der Spiegel hätte zwei Seiten mehr für Niveauvolleres und Zeitgemässeres als Herrn Broder.

Werbung zum Beispiel.





Wer sucht, der soll auch finden

27 11 2007

Neues aus Gemauxs Sammelkiste der Suchbegriffe:

pauli: Ich glaube, der Suchende meinte nicht den sündigen Stadtteil in Hamburg. Die liebe Pauli machts nun auch für Geld….also Interviews. Von der gechassten Quotenmodernistin der CSU zur einfachen Attention wh….. Keine gute Karriere. Find ich, aber ich lebe ja auch nicht in Bayern und war mal bei der CSU.

Jeder gebildete Mensch hat es schon mal: das ist mal eine harte Nuss für den Gemaux. Was wohl jeder gebildete Mensch schon mal gemacht hat. Ich finde es kommt da auch stark auf den Grad der Bildung an. Wer wenig Bildung hat, der macht halt eher körperliche Dinge.  Die mit zuviel Bildung machen dagegen weniger körperliche Dinge. Allerdings glaub ich war der/die Gebildete hier eher verwirrt, denn die Suchanfrage gabs gleich zweimal.

eckiges gesicht op schönheit: Wenn man ein eckiges Gesicht hat, dann ist das toll! Ausser natürlich man möchte so aussehen wie die ganzen anderen Katalogschönheitgesichtsschabracken. Sich also einreihen in die Standard-Fratzen der Düsseldorfer-Ramsch-Schnippelärzte die jede Frau ab 50 und 1Mio.  gleich aussehen lassen wollen. Immer weg mit der Individualität! Sollten sie allerdings nach einem Unfall ein etwas verschobenes Gesicht haben, ist eine gewollte OP durchaus verständlich. Wie alles eine Frage der Verhältnismässigkeit

wollten keine Unterhemden tragen:dann wollten sie halt nicht, die bösen Kinderchen. Oder war etwas anderes gemeint?

rote haare: Steh ich auch drauf. Oder wollte da einer die Pauli nun nackt sehen, oder gings generell um diese rassige Haarfabe bei Frauen? Macht sich die Pauli eigentlich nun nackig? Für Geld scheint die ja mittlerweile alles zu machen.

sexy busen in 6 wochen: Und wieder SchönheitsOP. Wieso landen diese minderwertigkeitskomplexbeladenen Weibchen immer bei mir? Ein Busen sollte nur dann operiert werden, wenn er orthopädische Schäden verursacht, nach einer OP entfernt werden musste oder garnicht vorhanden ist. Alles andere liegt im Auge des sabbernden Betrachters. Und mal ernsthaft Mädels. Wenn ich Plastik anfassen will, dann bestell ich mir was Aufblasbares. Das hat genausoviel Selbstvertrauen, öffnet aber leichter die Schere.

Hier würden nun noch zweimal jeder gebildete hat es schon mal gemacht und Pauli stehen, wenn mir dazu noch was einfallen würde.

kondom gerissen gründe: Manchmal fragt sich Gemaux ernsthaft wie es viele ohne Internet schaffen zu….atmen, essen, geradeaus zu laufen. Ein Kondom wird wohl gerissen sein, weil da einer mit einem spitzen Gegenstand versucht hat die Packung zu öffnen. Ein Kondom reisst selten wegen der Größe des fleischigen Inhalts. Es sei denn man ist mit einem Pferdegemächt gesegnet und zu dumm die Packungsaufschrift „for Asianmarket only“ zu deuten. In 99.99% der Fälle ist das der Fall, in dem unwahrscheinlichen Fall, daß ein fehlerhaftes Kondom den Weg in den Handel gefunden hat, sollte der/die nun zitternde Lotto spielen. Sind 30 Mio im Jackpot, die man gut für eine evtl. nötige AIDSbehandlung oder die Folgen der Schwangerschaft gebrauchen kann. Alternativ kann auch garnix passieren. Aber Hautpsache man macht sich erst einmal selber verrückt!

Einparkhilfe von impro: Hier musste ich selber googlen. Und stand sogar auf Seite 1 damit!  Was sucht diese Person? Einparkhilfen sind (für mich) ein Eingeständnis der eigenen Unfähigkeit Abmessungen des eigenen Fahrzeugs verarbeiten zu können. In der Regel also Frauen.





Ham sie wat gesehen?

21 11 2007

Heute ging der Gemaux mit seinem Nachwuchs im Kinderwagen zum Einkaufen. Weil der Gemaux als Computerjunkie Bewegung dringend nötig hat, nahm er sich als Ziel nicht den nächstgelegenen Supermarkt und Drogeriemarkt vor, sondern den der im anderen Stadtteil ist. Der Weg führt durch ein parkähnliches Waldstück und dann durch einen echten Park, durch eine verkehrsberuhigte Schulzone bis man dann in der letzten Enklave deutscher Shoppingkultur angekommen ist. Gute 1,5 Stunden Fussmarsch bei strammen Tempo also.

Der Rest des Stadtteils wird von Nagelstudios, türkischen Lebensmittelläden und Dönerbuden beherrscht. Und Sonnenstudios. Auf der Hauptstrasse in 2km Länge zählt man nicht weniger als 5 Nagelstudios (WELCHER BEHÄMMERTE BANKER HAUT DAFÜR KREDITE HERAUS? Und warum find ich solche Banker nicht?) und 4 Sonnenstudios. Das letzte ist die ultimative Kombination. Sozusagen die Dienstleistungserfüllung für Peters Uschi- ein Sonnenstudio mit Nagelservice. Also die glatten Dinger am Finger- und Zehenende. Nicht da,s woran sie spontan wieder dachten.

So steuere ich auf die DM-Drogerie mit angeschlossenem ReWe-Markt zu die sich an dieser Strasse der Keratindesignerinnen befinden um das Nötigste in meinen Armeerucksack verstauen zu können.

Das Wetter ist noch trocken, aber bedeckt und für die Jahreszeit ein wenig zu warm. Aber gut, man lebt ja nicht umsonst in einem Gebiet mit Fußbodenheizung (Bergwerke) und Heizöfen (Stahlwerke). Da kann man schon mal einen fönigen Eindruck gewinnen.

Nachdem ich das BSP angekurbelt und mich selbst mit einem Fläschchen Kombucha belohnt habe, trete ich den Heimweg an.

Just als ich den Stadtpark wieder betreten will, um meine kleine Teppichratte von der Leine zu lassen, versperrt mir ein Leiterwagen der Feuerwehr den Weg. Nun gut denk ich, der will den Smart mit dem Lehrer vorbeilassen und weil die Schule gerade umgebaut wird, ist die Strasse ein wenig enger. Platz wär für 2 Smarts aber okay.

Also bleibe ich stehen und beobachte die Lenkmanöver. Wie oft man mit einem Smart Lenkfehler machen kann, wird mir anschaulich und mit pädagogischer Vehemenz anschaulich dargeboten. Gebannt von der vormittäglichen Showeinlage, bemerke ich über mir einen Vogel der a) nicht zur Jahreszeit passend laut pfeift und b) in der Größe und mit der Färbung nicht zwangsläufig in diesen Breitengraden heimisch ist.

Denn der Gemaux hat im Wald seine erste Ausbildung gemacht und kennt sich daher zwangsläufig mit der heimischen Flora und Fauna aus.

Nun weiß man in NRW ja von regelrechten Kolonien von Amazonen und anderen Großsittichen. Allerdings eher im rheinischen Raum, vornehmlich in Köln ,wo es ja eine gewisse Grundwärme gibt. Also wegen der Kölner Bucht. Sie Schelm sie.

Einer der Feuerwehrleute verlässt den LKW und spricht mich an.

„Ham sie wat gesehen?“

Nichts weiter. Und die Gedanken überschlagen sich in meinem Kopf. Was könnte ich heute gesehen haben? Bäume hab ich gesehen. Ein Feuerwehrauto hab ich auch gesehen!Oder meinte er generell in meinem Leben? Menschen Tiere Sensationen habe ich schon einmal gesehen.. Filme im Kino hab ich schon mal gesehen. Wäre ich ein Hund – wäre ich ein Sehhund soviel konnte ich bisher sehen. Aber ich glaube all das meint er alles nicht.

„Bis auf die Amazone da oben inner Lindenkrone, wüsstich nich’ wat sie meinen.“
antworte ich und es ist mir in dem Moment auch schon peinlich, weil ich nichts Cooles sagen konnte wie „Ein Feuerwehrauto hab ich heute gesehen!“

„WO?! Genau deswegen sind wir hier!“ strahlt er mir freudig erregt entgegen und funkt direkt seinen Kollegen an der schon mindestens 30 m in der entgegengesetzten Richtung weggegangen ist. Also anscheinend aus Rufweite.

Ich bin so freundlich und zeige dem Feuerwehrmann den Vogel. „Da oben sitzta“ „Wo?“ fragt er und wirft den Kopf in den Nacken „ Na da oben, wenn sie hier stehen, direkt über ihnen auf dem linken Ast“ „Taaaaaaaaaaaatsache!“ (ja lüg ich denn?) und sofort wird die Meldung per Funk an den mittlerweile auf 10m herangekommenen Kollegen weitergegeben. Der arme Kollege scheint schwerhörig zu sein.

Unterdessen schaue ich verstohlen nach ein paar Fernsehkameras in der Umgebung und rechne jeden Moment mit einem Thommi Ohrner-Angriff der grenzdebil lustigen Art „NEIN DU SACK ICH KONNTE DICH ALS TIM THALER SCHON NICHT LEIDEN“ und Manni der Libero war auch Scheisse.

Aber der Drehort auf Lanzarote ist geil. Cesar Manrique hat es schon drauf gehabt.

Zurück zu dem tropischen Piepmatz.

„Stell dich mitten auf die Strasse und schau nach oben…siehste ihn?“ „Nää wo?“ „ DA oben genau auf 12 Uhr“ (nu wird’s militärisch)
„ Seh nix“ „
„Boah DAAAA oben siehste den Ast da aussen links? Da drauf sitzta!“ Der Kollege ist nicht nur schwerhörig sondern auch sehr langsam „Ah…..“ (seh ich da ein Gähnen)
„Wie komma da dran? da kommwa ja nie dran“
Der Vogel pfeift und ich pfeif zurück. Leider kommt er nicht zu mir heruntergeflogen und macht Papa Gemaux zum Held des Tages. Dann pfeift der Vogel ein letztes Mal und fliegt zu einem Baum in 60 m Entfernung. „Kacke, den kriegen wir doch nie.“

Mit einem verschmitzt grinsenden „Waidmannsheil“ schieb ich meine Kleine auf den Park zu, weil mich ein allzu menschliches Bedürfnis an den exzessiven Kaffeekonsum erinnert.

So verlasse ich die surreale Szene mit dem Wissen, dass unsere Katzen wirklich von der Feuerwehr aus dem Baum geholt werden, wenn sie mit unserem Hund wieder Fangen auf dem Hof gespielt haben.

Und wat ich heute gesehn hab……





Ein Pamphlet gegen das Naja

15 11 2007

Da ist es wieder. Das Quartettbuchstabenwort. Naja. Langsam und klammheimlich hat es sich in die Forenkultur geschlichen. Diese 4 Buchstaben ergeben eine Kombination die furchterregend und abstoßend zugleich ist. Und immer öfter leuchten sie in Foren, Artikeln und Texten wie ein Leuchtfeuer auf. Wie ein schwärendes Furunkel der Disputation.

 

Denn sie vermittelt dem gekonnten Leser das Bild, dass sein Gegenüber eigentlich unzufrieden mit der vorherigen Aussage war, aber sich nun nicht so richtig traut, dagegen anzugehen. Es ist bezeichnend für die entstehende Weichspülergeneration die keine klare Stellung beziehen will.

Wer seinen Satzbau mit Naja, ….. beginnt gehört doch schon rein menschenrechtlich erst einmal kräftig über das Knie gelegt. Oder ins Bootcamp. Damit es (denn von einer Person kann man ab diesem Zeitpunkt nicht mehr reden) endlich Rückgrat erhält.

Aber gut – was will man auch erwarten, wenn das Gegenüber zum Duell schon in gebeugter Haltung und mit halb herunter gelassenen Hosen erscheint. Sozusagen unbewaffnet und an die Instinkte zum Schutz von Rudelunteren appellierend.

Diese schwüle Naja, welches zwar ein Aufbegehren darstellen soll, aber bitte nicht zu hart.

Ihr Weichwaffeln. Wenn man seine Meinung vertritt, dann hat das mit Nachdruck zu geschehen. Und nicht mit Naja. In einer Diskussion steht man zu seiner Aussage und hält sich nicht das Naja-Hintertürchen zum Rückzug offen, wenn der Gegenwind unerwartet doch härter wird.

Und es fällt den Diskussionsgegnern mit dem Härtegrad von Himbeergelee noch nicht einmal auf. Das ist das Traurige daran. Sie verflüssigen sich sozusagen beim Reden und es macht ihnen noch nicht einmal zu schaffen.

Nieder mit dem Naja. Steht endlich zu euren Meinungen. Man fällt davon nicht tot um oder erliegt der spontanen Selbstenzündung. Im Gegenteil.
Manchmal bewirkt man sogar etwas.

Vielleicht ist es auch nur ein weiteres Indiz, dass wir auf eine HeidschiBummBeidschi-Ära zusteuern. In der alles hasig tuffig und politisch korrekt ist. In der man nicht gepflegt mit Beleidigungen um sich schmeißt, weil es den anderen dann brüskiert. Weil das Gegenüber doch so sensibel ist. Man soll sich ja nun auch noch für das Niesen entschuldigen. Früher gab es ein wohlmeinendes „Gesundheit“. Da achtete man den anderen und wünschte ihm Genesung von seinen Beschwerden. Heute hat man mit einem Nieser schon dem Gegenüber Leid und Verletzung angetan und sich gefälligst dafür zu entschuldigen.

Führen sie sich alleine mal die Modebewegung der „Emos“ vor Augen. Zu luschig um sich für eine eigene Stilrichtung zu entscheiden. Die Frisuren von den Poppern der 80er, die Schminktipps (für Männer!) von den Gothics der 80er, die Haarfarben von den Punks ab Entstehung und den Möchtegerntiefgang der BeatÄra. Und dann den Satz mit NAJA beginnen. Das sind allesamt Typen, die früher auf dem Schulhof in der kleinen Pause von links nach rechts und in der grossen Pause von rechts nach links gejagt wurden. Und mit welcher Intention? Richtig um endlich auch mal an reale Weibchen zu dürfen. Schminken um Poppen zu dürfen sozusagen. Gibts schon – weitaus ehrlicher. Nennt sich Transvestit. Vor denen kann man Respekt haben. Die stehen zu ihrem Anderssein.

Erst bekam ich viel Mitleid mit diesen armen fehlgeleiteten Wesen die sich quallengleich „naja“ stammelnd durch die Weltgeschichte bewegten. Mittlerweile sehe ich das anders. Zum Wohl der Gesellschaft, die einen gewissen Härtegrad zum Überleben benötigt, bevor alles im Tränenmeer der Naja-Fetischisten versinkt sollte die Buchstabenkombination N-A-J-A aus dem deutschen Sprachraum eliminiert werden! Heute noch! Am Besten jetzt gleich!!

Tun auch sie heute etwas gegen die Verwattierung deutscher Debattierorte!





Wer sucht, der soll finden

11 11 2007

wie gross muss begehbarer kleiderschrank - ein und sein füg ich ein, dann liest sichs fein.

Ein begehbarer Kleiderschrank sollte schon so groß sein, daß er zumindest 100% der vorhandenen Kleidung aufnehmen kann. Und dies am Besten so, daß man diese auch ohne Aufbietung körperlicher Kräfte entnehmen kann. Manche haben sogar so große Kleiderschränke, dass man sich IN DEM Schrank umziehen kann. Unglaublich aber durchaus wahr. Achten sie auch darauf, daß genügend Licht vorhanden ist. Manche Dinge die ihnen -wie bei uns- aus den dunklen Ecken entgegenstarren reflektieren zwar in ihren Linsen das Licht, aber das sollte nicht das Mass der Dinge sein.

Auch sollten sie immer darauf achten, daß vorhandene Katzen keinen Zugang zum Kleiderschrank haben. Katzen und begehbare Kleiderschränke sind wie Eisen und Magnet. Sie ziehen sich unweigerlich an. Und Katzen machen keine Gefangenen. Zuerst suchen sie nach Futter, welches sich ja meist in die hintersten Ecken drückt. Erfolglose Futtersuchen werden dann bestenfalls mit heruasgekotzten Fellbüscheln quittiert. In Ermangelung von Ausgang und Lebendnahrung freuen sie sich dann schon einmal auf Miniwürste aus Katzenfutter.
Wenn das Wesentliche dann erledigt widmet sich ihre Katze garantiert ihrer Lieblingsbeschäftigung. Schlafen. Und zwar genau dort wo es muckelig und bequem ist. Um also in das Regal mit den WInterpullovern zu gelangen hangeln sich die Teppichpanther auch schon eimal gerne an der Lederjacke hinauf.

Jacken nach dieser Behandlung lassen sich dann gut als Neuware im used-look verkaufen.

Wie froh bin ich, daß das 3m Casual-Kleiderschrankmonstrum endlich steht.





Wer sucht, der soll finden

8 11 2007

unglaublich mit welchen Suchbegriffen die Leute auf Blogs zugreifen. Ein allseits beliebter Sport der Blogisten ist es ja diese zu kopieren und zu kommentieren.
Also fängt der Gemaux auch an. Sämtliche fett markierten Sätze sind per c&p originalgetreu wiedergegeben

manner die keiner Vaeter werden wollen - sollten richtigerweise zuerst ihre Grammatik verbessern. Denn wer solche Suchbegriffe bei Google eingibt, ist garantiert noch zu jung um Vater zu werden, oder sollte sich selber aus dem Genpool heraus befördern. Wer allerdings poppen will ohne Vater werden zu wollen, sollte die Verhütung nicht alleine der Frau überlassen. Nur Luftpumpen, Linkswichser und Jüngelchen nutzen kein Kondom. Das schützt übrigens auch vor den Mitbringseln der Partnerin aus dem Billigsolarium.

knackige euter – kann man weichkochen. Rezept gibt es hier zum Beispiel http://www.derriere.de/Gulasch-aus-Rinderherz-oder-Kuheuter.html

Wo, zum Teufel, hab ich etwas von Eutern geschrieben?





Der 9.November

7 11 2007

Mein Lieblingsmagazin aus Hamburg hat mehrere Kinder des 9.Nov. 1989 besucht die nun volljährig werden.

Dabei wird einem bewusst, dass man ja selber ein aktiver Teil der Geschichte geworden ist.

Etwa 1,5 Jahre vor dem Mauerfall waren wir zuletzt zu Besuch bei unserer Verwandtschaft im Raum Schwerin. Und haben noch die volle Wucht der Kontrollwut der damaligen Grenzer mitbekommen. Mit Durchleuchten von Cremedosen und kompletter Leibesvisitation. Dabei hatten wir nur wir jedes Jahr unsere Paletten mit Südfruchtdosen, den Bananen und Kiwis, den Stiegen mit Kaffee und den geschmuggelten Platten abgeliefert. Also meine Eltern.

Bis dahin war jeder Besuch bei meinen Verwandten wie ein Besuch in einer anderen Welt. Unrenovierte Häuser in denen teilweise noch Einschusslöcher zu sehen waren. Aber sonst…. die Klunkersuppe meiner Großtante, wenn die Aljoschas der naheliegenden Kaserne ihr Einweckgläser nach ihrem Einbruch liessen. Mein Großonkel als Bezirksschornsteigfeger und Freiwilliger Feuerwehraktivist immer lustig und zu Witzen aufgelegt. Dieses beiden rundlichen Personen mit dem Lachen auf den Lippen.

Mein Grosscousin der panische Angst vor Fröschen hatte. Und das bei einer kleinen Datscha am See. Also eher das ungebaute Speicherhäuschen meines Urgroßvaters der da am See sein „Bootshaus“ hatte. Der mit Strom auf Wurmjagd ging. Also mein Urgroßvater. Das windschiefe, mit Reet gedeckte, Bauernhäsuchen mit Plumpsklo hinten im Garten „Ticktackomma!!! (Uroma) wo isn die Spülung?!“ Die Angelausflüge auf den Pinnower See mit den vielen kleinen Kanälen und der unglaublichen Landschaft. Udn später dann die eigenen Ausruderausflüge mit Bier im Netzschlepp und als Westler verschämten Gesichtsausdruck als sich ein nacktes Päarchen in mein Boot hievte, damit sie mir zeigen konnten, wo auf der Insel inmitten des Sees die Party stattfindet.

Nein ich habe keine schlechten Erinnerungen an die DDR. Selbst wenn es nicht alles gab, so hatte man selbst im Urlaub alles. Was viele gewiss nach Mauerfall und Wiedervereinigung hatten, waren Perspektiven. Oder Glauben.

Als ich vor drei Jahren meinen Großonkel und meine -tante mit meiner Frau besuchte, fand ich anstatt ewig lachender, fleissiger Menschen desillusionierte alte Menschen in einer Neubausiedlung vor , die die pure Angst vor dem da draussen gepackt hatte. Im Zuge der Wiedervereinigung mussten sie die enteignete Vorstadtvilla verlassen, damit sie für teueres Geld renoviert und weiterverkauft werden konnte vom zurückgekehrten Altbesitzer. Ich weiss nicht, ob die beiden dort immer in der Hoffnung lebten. OB sie beim Einzug daran dachten, dass sie immer den Ofen im Keller vor dem Duschen anheizen mussten, daß der Linoleumboden im Eingangsbereich immer gepflegt werden musste und das sie sich ewig am Kacheloffen in dem kleinen Salon wärmen konnten.

Diese beiden gehören mit ziemlicher Sicherheit zu den Verlierern der Wiedervereinigung. Nicht monetär. Aber sie mussten wie alle, ich zitiere da aus dem Spiegel, „neu gehen lernen“ Und dafür sind sie wohl zu alt. Traurige Kehrseite.





Vernunft

1 11 2007

Die Welt wird immer vernünftiger und vernünftiger. Gestern abend bei der Wiederholung von Hart aber Fair (demnächst auch in der ARD, anstatt nur im WDR) zum Thema Tempolimit sollte auch wieder die Vernunft obsiegen.

Nun ist an der Vernunft an sich ja nichts Unvernünftiges. Vernunft ist gut, wenn sie benötigt wird. Allerdings macht die Unvernunft oder der Irrsinn den meisten Spass. Wo die Vernunft oberhand gewinnt verabschiedet sich der Spaß ins Wochenende. Das fängt doch schon orthografisch und phonetisch an. Vernunft…da steckt das Verbot und die Zukunft drin. Wenn man sich etwas verbietet dann gibt es folgerichtig zukünftig mehr. Isst man beim Essen vernünftig, hat man schon mal mehr Zukunft. Mann geht nur mit Frauen vernünftig um, mit denen Mann sich auch eine Zukunft vorstellen kann. Alles durchaus positiv.

Aber es fehlt halt der Spass. Fast Food und Süßigkeiten machen Spass. Eine „richtige Sau“ mal kennen zu lernen auch. Ist aber unvernünftig. Weil Beides ja das Leben kosten kann. Zum einen macht einem das Cholesterin einen Strich durch die Lebensrechnung und das andere führt meist zu Mitbringsel von der sexuellen Ausschweifung. Also bakterielle, virale oder mykotische. Eher unangenehm bis tödlich.

Beim Thema Autofahren ist in den letzten Jahren der Spaß sogar fast völlig verschütt’ gegangen. Einparkhilfen, Servolenkung, ABS, höhenverstellbare Sitze, Airbags, Gurte, Spritsparende Motoren, Sicherungschips, Navigationssysteme und was der Geier was. All das hat durchaus seine Berechtigung und macht auch Sinn. Aber keinen Spaß mehr. Wenn ich mich in meinen Wagen setze, fährt er nicht eher los, bis ich angeschnallt bin. Den Mechanismus mit dem Einstöpseln des Beifahrergurtes zu überlisten, ist leider nicht sehr erwachsen. Neben all den Sicherheitsvorschriften und -Einbauten sollen wir nun noch nur 130 fahren. Auch da wo man schneller fahren könnte. Vernünftig. Aber leider völlig unspassig.

Eine Versicherung zur Altersvorsorge ist durchaus vernünftig. Aber den Spass hat der Vertreter, der die Rate für sein nächstes Spaßobjekt mit der Provision bezahlen kann. Denn das Geld, was ich anlegen muss, um mir meinen dann faltigen 80jährigen Hintern vernünftig wischen lassen zu können, fehlt mir natürlich zur Spaßerfüllung, wenn ich noch jung genug für den Spaß bin.

Es ist ein Kreuz. Und es gibt auch keinen Mittelweg. Also keinen echten. Entweder man hat Spaß und lebt oder man ist vernünftig und existiert. So zumindest fühlt sich der Gemaux an einem bedecktem Tag wie diesem Allerheiligem-Feiertag und wünscht ein schönes Wochenende.