Jahresabschluss

29 12 2007

Und Wumms, Weihnachten vorbei!

 

Gut gefeiert? Im Kreise der Familie oder Freunde? Oder gar nur in der Kneipe?

Monatelang wird man dicht gemacht im Supermarkt mit Spekulatius, Lebkuchen und Dekorationsartikel. Sozusagen ein Dauerfeuer in Rot und Grün. Und am Donnerstag war der Lebkuchen schon in der Sonderangebotsecke.

Aus Lebkuchen wird Vegetierkuchen.

Und nun hängt Deutschland 4 Tage in der Luft. Man wartet förmlich auf Sylvester, oder?

Haben sie schon was vor für Sylvester? Große Party geplant?

Bei den meisten Menschen hat man ja den Eindruck, dass die Party sinnbildlich fürs kommende Jahr stehen muss. Je pompöser die Feier und dicker der Kopf an Neujahr, desto besser muss das folgende Jahr werden. Das ist ziemlich witzig.

Was denken sich dann Leute die auf eine Sensation White Party gehen und im Stahlwerk arbeiten? Wird das arbeiten im Stahlwerk dann automatisch reiner?

Nach der 2K Feier ist doch eh irgendwie die Luft heraus. Welche Party soll an die Exzesse zur Milleniumsfeier heranreichen? Das sanfte Erschaudern beim Gedanken an die vermeintlichen Rechnerabstürze und der bevorstehende Sturz ins totale Chaos. Kommt nie wieder.

Der Gemaux macht deswegen seit ein paar Jahren ruhige Sylvester. Fläschchen Champagner und Sushi. Leider wird das auch mittlerweile langweilig. Deswegen gibt es dieses Jahr zum Möt& Schandong HotDogs und Burger. Schon klassisch.

Gefeiert hat der Gemaux am Freitag schon. Seit Jahren mal wieder bis 6 Uhr morgens feiern gegangen und weil ich Brötchen mitgebracht hatte, ließen die Frauen des Gemaux ihren Hausherrn bis 12.00 Uhr schlafen. Wenn sie Kinder haben wissen sie um den Luxus. Das ist wie Ostern und Weihnachten zusammen.

Beim Feiern fiel dem Gemaux auf, dass die es doch noch Frauen gibt die das Rhythmusgefühl einer frisch verstorbenen Bahnschwelle haben. Automatisch vergleicht der männliche Geist (zumindest meiner) dann die Bewegungen auf der Tanzfläche mit denen in der waagerechten. Es dauerte bis die Bilder in meinem Kopf mit einem schmerzverzerrten Kopfschütteln und einem tiefen Zug aus dem Bierglas verschwanden.

 

In diesem Sinne, machen sie, was immer sie für richtig halten. Denn erst dann ist es richtig.

Guten Rutsch und ein erfolgreiches, aber vor allem gesundes 2008 wünscht

Gemaux

 





Psychenight

23 12 2007

Ein weiterer Schreibversuch vom Gemaux. Sämtliche Handlungen und Darsteller sind frei erfunden. Ehrlich.

Psychenight

 

Wie bin ich hier hingekommen? Und vor allem anderen….warum? Tanz in den Mai wollten wir feiern. Wir, das sind Arne, Toni und ich. Bis vor gut zwei Jahren waren wir noch mehr. Der Erste der ging war…..scheisse, ich habe seinen Namen schon wieder vergessen. Seine Zeit ging zuende als meien gekommen war. Beziehungsweise ich kam. Seine Geschichten über das Rascheln und Knacken, wenn er nachts zur Wartung der Elektroanlagen in die Nahrungsmittelabteilung bei Karstadt gerufen wurde und das Licht einschaltete, waren immer wieder der Bringer. „Das klingt, als wenn es anfängt zu regnen, sobald man das Licht einschaltet“ meinte er. Oder ist es noch. Und ein begnadeter Fahrer. Sowohl auf dem Roller als auch auf 4rädrigen Fahrzeugen. Sein Roller war eine alte Vespa PX. Super gepflegt. Leider zerschrottete er sie auf einem Scooter Run in England. Was musste der verfressene Sack auch noch sternhagelvoll nach etwas Essbarem jagen. Wir fanden ihn im Strassengraben liegend.
Besoffene und Kleinkinder haben ja meist einen Schutzengel. Nachdem was der Autofahrer erzählte, als er ihm vor die Haube schepperte, muss es eine ganze Spezialeinheit gewesen sein. Seine neue Freundin infizierte ihn mit Videospielen und Pärchenspielabenden. Aus der coolen Type wurde ein Pantoffeltierchen.
Er und Arne machten sich mal einen Spaß daraus, in eine englische Schwulenbar mit Darkroom zu gehen. Die beiden sahen nicht schlecht aus, männlich-blond-gutaussehend liessen sie sich erst ein paar Bier ausgeben und gingen dann in den Keller. Die Darkzone für nette Spielchen ManvsMan. Nur um dann jedem Eintretenden voll in die Fresse zu schlagen. Die armen Tucken. Im ersten Moment noch geil und das Einzige, was dann spritzt, ist die blutige Nase.

Der nächste, der sich verabschiedete war Christian. Christian war atypisch für einen Rollerfahrer. Sein Roller war das Vespaäquivalent zu einem McLarenMercedes-F1-Wagen.
Druck auf dem Hinterrad, hydraulische Bremsanlage und andere nette Kleinigkeiten, die man von einer Kawasaki auf einen Roller montieren kann. Sein Vater ist Hauptauftragnehmer eines Marler Chemiekonzerns, so hatte Junior als Schenkung ein ganzes Hochhaus bekommen und das Penthouse für sich ausgebaut. Christian war Epileptiker. Ein gutaussehender 1,90m großer  braunhaariger Handwerker Marke ColaLight-Werbung. Wegen seiner Medikamente durfte er weder Drogen noch Alkohol zu sich nehmen. Als ihm ein Tommy bei einem Allnighter mal Liquid-speed andrehte stand er die ganze Nacht wach und machte Sandwichs für alle in der Küche des gemieteten Appartements. Der normale Rollerfahrer zeltete vor Ort. Wir waren da schon verwöhnter und dekadenter. Ausserdem war das sicherer für die Roller. Im zarten Alter von 16 besass ich eine 125er Smallframe die mit 50ccm eingetragen war. Stolz wie Oskar fuhr ich auf meinen ersten Scooterrun der auch noch als erster in Deutschland in meienr Heimatstadt stattfand. Ein besoffener Engländer meinte beim Quartermile-Spurt direkt in die in Reihe geparkten Roller rauschen zu müssen. Mein neulackierter Modroller stand direkt als Erstes. Totalschaden. Christian kompensierte sein Drogen/Tabak/Alkoholverbot mit Geschwindigkeitsrausch.

Nördliches Ruhrgebiet-Köln schaffte er in 40 Minuten. Mit einem voll beladenem Ford Galaxy auf regennasser Fahrbahn und mit Baustellen. Die Diagnose lautete auf Ersticken während eines Anfalls. Wahrscheinlich hatte er vergessen seine Medis zu nehmen, nachdem er noch an alle Bekannten und Freunde morgens am ersten Weihnachtstag um 4 Weihnachtsmails verschickte. Sein Grab ziert jedes Jahr zu seinem Geburtstag eine Dose Bier die er im Leben nicht trinken durfte.

Dann gab es da noch Kniffek. Auch Handwerkersohn, diesmal aber Gas-Wasser-Scheisse. Seine Freundin sorgte in grauer Vorzeit dafür, dass ein anderes gutbetuchtes Mitglied, der Sohn eines Zeltverleihers, den Club verließ. Frauen der Kumpel sind nun mal verboten und untouchable. Selbst wenn sie zugedröhnt und besoffen im Bett liegen und nicht mehr mitbekommen, an welchem Schwanz sie gerade nuckeln. Und auch dann nicht, wenn sie wie die Kleine zwar ausnehmend hübsch sind, aber ihr Gesicht durch ein Warze an der Nase verunstaltet werden und dementsprechend ihr Selbstbewusstsein nicht gerade Gold war. Eigentlich eine Lehrstunde, dass man seine eigene Frau nie in Kontakt mit Koks kommen lassen sollte. Aber dazu hätte Kniffek selber auch mal klar sein müssen. Frage mich bis heute, wie er sein BWL-Diplom geschafft hat, bei der Menge die durch seine Nasenflügel flogen. Aber es könnte auch sein, dass es nur die Grundvoraussetzung für den späteren Lebensweg in der Wirtschaft ist.
Am Wochenende gingen gut und gerne mal 10-20 Gramm des kolumbianischen Marschierpulvers durch bei ihm. Am Tag. Papa sei Dank. Und es er stand sogar mitten in der Nacht auf und rief Toni an, ob der ihm nicht noch etwas von den tollen Blütenständen des indischen Hanfs besorgen könne. Eine Eigenzüchtung von einem THC-Fan direkt vor Ort. Dessen Stromverbrauch des geerbten Elternhauses stieg so rapide an, dass die Stadtwerke ihm ein eigenes kleines Verteilerhäuschen vor das Grundstück setzten. Kunststück bei der Menge der UVlampen. Das Zeug war mild und ballerte mit der Macht eines 40Tonners in den Metabolismus.

Als wir mal im Tor9 in Köln auf einem Soulnighter waren, musste ich eine Dose davon rauchen. Eine Dose ist eine leere Bierdose, die eingedrückt wird und dann durchstochen so das eine kleine Auflagefläche entsteht. Sozusagen eine Instantpfeife.

Zwei Züge langten mir um die ersten 3 Stunden des Abends auf einem ranzigen Sofapolster sitzend und piiiiiiep sagend zu verbringen, so schoss mich das Zeug ab. Aber ich vertrag ja auch kein Grün. Mir wird davon nur übel.Leider war mein Abend danach wegen oder trotz der vorhandenen stylischen Mädels eher subotpimal. Weibliche WEsen die auf Rollerszenedinger abfahren sind allesamt klasse. Ich habe bis jetzt noch keine Frau bei NorthernSoul-Allnightern erlebt die nicht klasse gewesen wäre. Entweder sehen sie fürchterlich schnittig aus oder ihre Ausstrahlung boxt einen weg.

„Weil du dich selber immer kontrollieren willst“ sagte Arne -als ich ihm mein Problem mit dem Grün schilderte- dann immer gerne “du bist der Kokstyp, für dich ist die Kopfdroge genau richtig. Gras ist für die Seele und das Herz, da muss man sich schon mal gehen lassen können und entspannt werden“ Und das Bier war wahrscheinlich dann für den Magen und die Leber. Gut, dafür konnte ich das Bier länger in der Blase halten und musste nicht notgedrungen auf einer Hauptstrassenkreuzung die Fussgängerampel markieren.

Irgendwann war der Kniffek nicht mehr …stylisch genug. Zuviel Drogen sind auch in Rollerkreisen keine gute Eigenschaft für eine Gemeinschaft. Wobei das, was uns zuviel war , wahrscheinlich für eine normale Clique ausgereicht hätte um eine Caligula’sche Orgie wie ein Pfarrheimsfest aussehen zu lassen.

Außerdem konnte er nicht zuhauen. Boxen betrieben wir aus Spaß. Einfach weil es die Sportart ist, bei der Mann sich in 10 Minuten richtig auspowern kann. Ich vermute auch, dass unterschwellig die Rangfolge damit klar gestellt wurde. Durch mein HapKiDo Training vorher hatte ich noch den ein oder anderen Trick drauf um mich schnell hochzuarbeiten, ohne mich morgens nicht mehr rasieren zu können.

Unser Lieferant für den weißen Spaßtreibstoff war damals ein Harleyfahrer. Der Typ lebte mit der Familie seines Bruders und seiner Mutter samt deren neuen Freundes in einem  gemeinsamen Haus. Im Keller.  Er war schon recht cool. Ein großes kleines Kind zwar, wenn es um Beziehungen zu Frauen ging aber cool. Bis zu dem ZEitpnkt wo ich ihn kennenlernte, kannte ich nicht viele Menschen die mit ihrer Harley in eine Nightbar hineinfurhen und vom Sitz aus ein Bier bestellten. Und immer auf Koka. Er selber kaufte das Zeug von einem befreundeten Rockerclub. Eienr der beiden in NRW die sich das „Land“ aufteilten. Meist kam ein alter 500er Mercedes vorgefahren, aus dem klischeehaft ein langhaariger finsterer Typ in Leder entstieg, den Kofferraum öffnete und wie mit einem Bauchladen seine Ware präsentierte. Koks wurde nur wurde nur Kiloweise verkauft . Da lag dann ein gelblichweißer Ziegelstein auf dem Tisch, der noch so feucht war, dass man ihn nicht bröseln und klein machen konnte, sondern die Konsummenge erst mal langsam im Backofen trocknen musste bevor sie bahnenweise aufgesogen wurde.. Das Zeug sah aus wie eingedicktes Sperma. Gut, wer richtig drauf und das passende Weibchen dazu fand der schoss auch genug wieder heraus.

…tbc





Dezembergedanken

8 12 2007

Wissen sie, was ich festgestellt habe? Es sind nur noch rund 2 Wochen bis Weihnachten.

Sensationell, oder?

Damit erklärt sich mir auch der Umstand, warum seit Ende Oktober alles wie auf Speed ist.

Jedes Jahr derselbe Run. Warum ist das eigentlich so? Wieso hängen sich die Menschen zum Ende des Jahres noch einmal richtig `rein? Gibt es im darauf folgenden Jahr nichts mehr? Fällt der Job komplett zum 01.01. weg? Hört die Firma, in der man arbeitet, im Januar spontan auf zu existieren? Kommen gar die Russen im neuen Jahr? Ach nee, die sind ja schon da.

 

Alles läuft herum, als wenn Duracell nun auch Atemluft aufladen würde. Im November sollte man erst gar nicht versuchen pünktlich zur Arbeit zu kommen, wenn man den Arsch nicht mindestens 1 Stunde eher aus dem Bett hebt. In keinem anderen Monat im Jahr scheint sich Deutschland gleich und einig zu sein. Absolut niemand nimmt Urlaub. Zum einen, glaube ich, weil viele Firmenchefs auch glauben, in diesem Monat das ohnehin verpatzte Quartalsziel noch erreichen zu können. Sind eben auch nur Menschen. Und keiner kann grinsen. Im November grinst keiner. Schon mal darauf geachtet?

Das liegt bestimmt am Wetter. Allein dafür würde ich mir überlegen wie viel Runden ich mit meinem Diesel um den Block drehen muss, damit die Erderwärmung schneller vonstatten geht. Ich hasse den Herbst. Und den Winter im Ruhrgebiet sowieso. Gut, man spart die Winterreifen. Die 2 mutigen Millimeter Schnee, die hier fallen haben die Halbwertzeit der Chipstüte eines Onlinespielsüchtigen Kids. Sozusagen kurz gefallen dann schon weggeschmolzen. Hier ist alles nass aber kalt. Kalte Nässe ist eklig. Das hab ich früher schon auf den Treibjagden gehasst. Wenn man so langsam durchweicht, weil man keinen Mittelweg zwischen dichter warmer Kleidung und ordentlichem Körpertemperaturausgleich finden kann, wenn es nieselt -man durch Fichtendickungen kriecht – und die Außentemperatur 3 Grad beträgt.

Dann auf einmal ist alles wie auf Valium. So das Wochenende vor Heiligabend. Anstatt Speed nehmen anscheinend alle dann erst einmal einen tiefen Zug am Tütchen des Nachwuchses und entspannen. Dumm nur, wenn die Oma vor ihnen am Heiligabend um 13.35 im Supermarkt auch gerade kurz vor dem Totalstillstand ist. „Einen Cent habe ich glaube ich……“

Kennen sie noch den Professor aus der Sesamstrasse der immer einschlief? DER IST VON DEN RENTNERN AM HEILIGABEND IM SUPERMARKT ABGEKUPFERT!!

Die komplette Wirtschaft wird auf null gefahren. Wer zwischen Weihnachten und Neujahr arbeitet, fragt sich, wieso er so viel schafft. So ging es mir zumindest immer.

Und der Grund ist: Weil keine Sau stört! Deswegen nämlich. Und wenn der bratzige Kollege von gegenüber auch noch frei hat ist doch erst recht Party angesagt.

So ich muss nun noch Weihnachtsgeschenke kaufen gehen und dann werde ich mir einen Baum im Wald schiessen.

Frohes Fest und guten Rutsch falls man sich bis 2008 nicht mehr liest, wünscht:

 

Gemaux