Finnland ist ein schönes Land. Weil es weit weg ist. Aus Finnland kam bisher meist nur Fisch und düstere Musik. Was nicht weiter verwunderlich ist, wenn man ziemlich lange Zeit entweder nur Dunkelheit ertragen muss oder überhaupt keine Nacht…der Gemaux ist sich da nicht so sicher, wenn es um die Besonderheiten am Polarkreis geht. Aus Finnland kommt auch ein ehemaliger ziemlich kleiner Autoreifenhersteller.
Nokia.
Verwunderlich, dass ein Pneuhersteller sich zum Handykonzern mausert.
Und just jener Konzern, der in Bochum mit dem roten Teppich und goldenen Sitzreservierungskarten ins Strukturwandeltheater Ruhrgebiet eingeschmiert wurde, will nun ein neues Werk bauen. In Rumänien. Betreibswirtschaftlich leicht hinterher, meine Herren aus dem Land der Fjorde und dunklen Wälder.
Aber als innovativer Mobilfunkhersteller hat man es bestimmt nicht nötig mal seine Nachbarn zu fragen wie sie den Wechsel nach Ungarn/Rumänien verkraftet haben. Weil es da unten vor Fachpersonal nur so wimmelt, kommen einige Betriebe reumütig wieder an ihre Stammsitze zurück. Weil der Rumäne, der in einer FAbrik anheuern will meist nicht schreiben und lesen kann. Wir erinnern uns? Rumänien ist das ehemalige Armenhaus des Warschauer Paktes. Warschauer Pakt kann man googlen, sollte der Leser hier erst 15 sein.
Aber so sind sie, unsere Betriebswirtschaftler. Mit Subventionen hier gross werden und dann mit Subventionen verschwinden. Gemaux hat da folgenden Vorschlag. Subventionen nur noch wenn sich der Empfänger dazu verpflichtet, entweder hier zu bleiben, oder bei Abreise die gezahlten Zuschüsse wieder zurückzuzahlen. Sozusagen als kleine Entlastung der dann doppelt arg gebeutelten Sozialkassen. Aber gut, die meisten Betriebswirtschaftler haben von Volkswirtschaft ja eh soviel Ahnung wie vom Rest der Welt. Ist nicht umsonst ein Studienfach auf dem kein NC liegt. Aber der Gemaux schweift ab.
Führende Wirtschaftsweisen aus aller Welt bescheinigen Deutschland eine überdurchschnittliche Wettbewerbsfähgikeit. Das hängt zum einem mit dem Umstand zusammen, dass die Analphabeten hier eher die Seltenheit sind (anders als in Rumänien und Ungarn) und damit sogar der Hilfsarbeiter hier gebildeter ist, als anderswo. Hinzu kommt eine exzellente Infrastruktur und technisches Know-How.
Es ist ja auch nicht so, daß Nokia sagt, sie würden vor dem drohenden Konkurs stehen. Nein die Herrschaften wollen einfach die totale Gewinnmaximierung. Anscheinend haben die Herren Vorstandsvorsitzenden in Espoo lange keine Nachrichten aus dem Rest der Wirtschaftswelt gelesen. Noch jeder Konzern, der das schnelle noch grössere Gewinnchen im nahen Osten (beginnend ab Kassel) witterte ist zurückgekommen. Weil entweder die Produktion stockte, die Leute zu ungebildet waren, oder die Ware schlicht und ergreifend Scheisse produziert wurde. Gut, bis auf den Bäcker aus Hagen mit seinem Zwieback. DEr in HA ~1500 Arbeitskräfte dem lokalen Markt wieder zuführte (wie generös) um in Dunkeldeutschland mit 800 Leuten neu zu starten. Im Gepäck befanden sich als Verabschiedegeschenke von der EU einige satte Subventionen.
Selbst die Chinesen lassen ja mittlerweile zum Beispiel bei Babcock wieder Turbinen produzieren, weil es die eigenen Arbeiter trotz grösstmöglicher Ideenklauerei immer wieder versieben, sobald sie an der Drehbank stehen. Boshaft könnte man behaupten, daß sie durch die Schlitzaugen halt auch immer nur die Hälfte sehen. Da der Gemaux aber weiterhin leben möchte und nicht auf seinem Rechner Besuch von der chinesischen Regierung haben will (die sollen mal schön im Rechenzentrum des Wirtschafts-und Innenministeriums bleiben-(auch lustig für Schäuble, will bei anderen hinein zum abhören, wird aber lustig selber aus dem Drachenland abgehört)) , wird er sich hüten unsere hinterasiatischen Enzymverarbeiter mit goldenem Buddha (bedeute soviel: Hallo ja, wir zahlen schon Schutzgeld) auf rotem Teppich weiter zu kompromittieren.
Leider hat der Gemaux nur noch wenig Ahnung von der Wirtschaft, aber ich glaube, der Gang nach Rumänien wird ein Schuss in den Ofen. Zum einen werden zumindest im Ruhrgebiet einige beim Handykauf demnächst bestimmt doch mal wieder genauer auf die Marke achten. Zum anderen könnte es sein, dass die Qualität einigermassen stark sinken könnte. Immerhin waren unsere finnischen Ex-Freunde so ehrlich und gaben direkt zu, daß es ihnen nur ums Geld geht. Mal schauen, ob sie auch noch so ehrlich sind, wenn die ersten Tiefschläge kommen.
In Bochum ist dann sicher ein Platz frei, allerdings bestimmt nicht mehr mit ~100Mio. € an Subventionen.
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