Nicht alles, was aus Amerika zu uns gelangt, ist es wert hier kopiert zu werden. Das fängt bei einigen kleinen Ideen der Finanzbankrotteure an und hört bei einigen Errungenschaften der Gastronomie auf. Burger zum Beispiel sind ein netter Ideenimport. Oder Autos. Oder Motorräder. Oder die Musik aus einer Kleinstadt namens Philadelphia. Das sind alles Dinge die nett sind, aber nicht allzu viel Schaden anrichten. Denn der Amerikaner an sich, zumindest derjenige, der gerne auch mal andere News als ABC sieht und weiss, dass wir hier in Deutschland seit 63 Jahren nicht mehr reflexartig den rechten Arm heben, sobald ein österreichisches schwules Männlein vorbei trottet, ist nett.
Nachdem wir nun erfolgreich Burger King und McDonalds in unsere Gastronomie integriert haben und nachdem auch noch der letzte illegal eingereiste Singalese sich seine Passage in einer Pizzeriaküche verdient, kam die “Marke” Hooters zu uns ins Revier. Was haben sie ein Aufheben um den Laden gemacht. Feministinnen liefen Sturm und rauften sich die eh schon kurzen aubergine/knallrot gefärbten Stoppeln die sich über die erste Nackenrolle ausbreiten und zerrissen mit Klagegeschrei ihre ökologisch wertvollen 1Weltladen Baumwollkittel in tieflila.
Falls der Leser nicht weiß, worüber ich spreche, hier die Erklärung. Das Hooters bedient die Grundbedürfnisse der amerikanischen Männer. Sportfernsehen, Bier in Pitchern (Literkrüge), Billigburger und knapp bekleidete, dick busige Mädels die pseudo sportlich in jeder Stunde die Bälle springen lassen. Also ihre eigenen. Nun mag es damit zusammenhängen, dass der Gemaux so langsam alt wird. Aber wenn ich schon Ausgang habe, dann will ich in Ruhe etwas Essen, mir vorbeigehende Mädels anschauen und mit meinen Kumpeln dummes Zeug labern und das alles bitte in ansprechendem Interieur.
Was uns an dem Abend im Hooters erwartete, sah so aus…
Wir betraten das Hooters im Bochumer “Bermuda3eck” (eine Ansammlung von Kneipen, Clubs, Bistros, Programmkinos, Kleintheatern) in der Erwartung eines amerikanischen Diners mit sportliche bekleideten Bedienungen. Am Eingang wurden wir von der eher schlecht deutsch sprechenden Südostasiatin in den hinteren Bereich des Lokals bugsiert. Die Einrichtung war……grenzwertig. Sie machte den Eindruck, als ob der nächstgelegene Baumarkt seine Sonderangebote und Regalhüter endlich absetzen konnte. Billiglaminat auf dem Fußboden, damit die Hupfdohlen- die auch fast wie Cheerleader aussehen- sich keine grösseren Rutschverletzungen zuziehen. Ein paar lieblos an die mit billigem Fichtenpaneel verkleidete Wand geklatschte wahnwitzig witzige Spruchschildchen (This Sign is in spanish, when you are not looking) durchsetzt mit Fotos der amerikanischen Promigäste in den einzelnen Hootersläden im Bushland. Das Interieur entsprach wahrscheinlich genau der Wunschvorstellung der zu 80% anwesenden Klientel. Jungen und postadoleszente Pickelbacken und Studenten mit zuwenig Geld für eine richtige Tittenbar oder einen Stripclub. Hinzu kamen 15% halbwegs erwachsener “Männchen” denen man ansah, dass der letzte (und wahrscheinlich einzig machbare) Sex, den sie hatten, sehr viel teurer war, als am Fenster vereinbart. Die potentielle Zielgruppe von Thailandreiseveranstaltern und Heiratsvermittlungskatalogen. “Oben bei Mutti” kommt mir immer in den Sinn, wenn ich solche Flachpfeifen sehe.
Man merkte deutlich, dass hier nur ein Ziel verfolgt und erfolgreich erreicht wurde. Durch Möpse verkaufen.
Die, zugegeben, leckeren Bedienungen arbeiteten dann auch eifrig daran ihr durch den Laden vermitteltes Bild vom leicht dümmlichen Blöndchen noch zu vervollständigen. Das Konzept geht voll auf. Gemaux mochte sich gar nicht vorstellen, bei wie vielen der Schnellspritzer die Mädels nachts im Bett als Vorlage herhalten mussten. Falls sie noch dazu kämen, denn angetrieben durch tief ausgeschnittene Dekolletés bestellten jene wie blöde eine Runde nach der anderen.
Zeit die Karte zu testen, bzw. dass was darauf angepriesen wurde. Den Namen unserer Bedienung konnte ich nicht herausfinden, weil ihr Schild auf der mir abgewandten Tütenseite prangerte und sich somit kein Sichtwinkel ergab. Aber ihre Augen waren blau. Und aus dem Mund kamen nur englische Worte. Huppsa dachte ich bei mir. Das wird die “Bauer sucht Sau” und “Das Model und der Freak” Castingbewerber hier aber bestimmt verwirren. Wir bestellten einen Burger mit Fritten und Bier. Stilecht. Als wir fertig waren, also als jeder dreiviertel verspeist hatte und plötzlich Sättigung vorgebend zur Zigarre griff, räumte unsere nett lächelnde Bedienung mit den Grübchen am Mundwinkel den Tisch ab und mit der Frage ob es uns geschmeckt hätte- worauf mir mit einem nickenden Ausatmer ein “pure crap” entwich. Was sie zu noch grösseren Augen und einem enttäuschtem “really?” brachte. Ich bejahte noch einmal und sagte ihr auf englisch, dass der einzige Vorteil hier dran gewesen wäre, dass McDonalds teurer wäre, bei gleich beschissenem Geschmack. Wobei beim goldenem M und dem anderen Pattywender wenigstens die Einrichtung ansprechender ist und nicht wie die Gartenlaube eines Katzen quälenden Bettnässers aussieht.
Was sie kichern ließ. Schien sie also verstanden zu haben. Was mich zu der Erkenntnis brachte, warum sämtliche weiblichen Gäste, die das Lokal betraten (egal ob in männlicher Begleitung oder ohne), den Saal nach grob geschätzten 4 Minuten verließen. Wer will schon die ganze Zeit sehen, dass da geilere Figuren als der eigene Pferdearsch mit ebenso viel Hirn bedienen. Ich würd’ als Mann ja auch nicht in ein Chippendales Restaurant gehen. Oder doch, ich würds mir zumindest für ein zwei Stunden antun und die Mädels beobachten wie sie von “bin keine Frau für eine Nacht!” zu geifernden Furien mutieren die nur noch Ärsche und Waschbrettbäuche sabbernd betrachten und begrapschen wollen.
Frauen sind da ja konsequenter. Während es sich der verklemmte Fuzzi nie zutrauen würde, eine der Hooters Bedienungen anzugrapschen, meinen Frauen ja direkt immer zugreifen zu müssen. Insofern haben es weibliche Bedienungen da deutlich leichter. Und Gemaux weiß wovon er spricht, denn er musste so manches Mal an Weiberfastnacht in seiner Jugend in einer Szenekneipe kellnern.
Um den Abend einigermaßen zu retten, beschlossen der Gemaux und seine beiden Kumpels direkt nach nebenan in ein Cafe zu wechseln und die restlichen Stunden dort zu verbringen und auf dem Heimweg noch frisches Sushi für den nächsten Tag mitzunehmen.
Fazit: wenn Sie es billig und eklig mögen und Ihnen die Bildzeitung mit der ersten Seite schon wie ein Roman vorkommt…sind sie im Hooters genau richtig. Allen anderen empfiehlt sich der kurze Blick in den Laden und evtl. ein Bier. Einen ganzen Abend sollte man dort nur unter Drogen verbringen, wenn einem eh alles scheißegal wird.
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