Neulich ist dem Gemaux in der Brabbelgruppe etwas Befremdliches passiert. Er wurde als Chauvinist betitelt.
Unglaublich aber wahr, nach fast 2 Jahren Windel wechseln, grenzdebile Liedchen mitsummend und Komplimente an T-Shirt einnässende Mütter verteilend, wird Gemaux als Chauvinist bezeichnet.
Nun sollten wir langsam an den Vorwurf heran gehen. Was ist ein Chauvinist? Die Herkunft dieses Begriffs, sollte zuerst klargestellt werden. Immerhin wird sich garantiert ein nach Schminktipps umsehendes Emolein oder ein nach Titten geifernder Adoleszent hierhin verirren. Da ist es nur höflich, den eh nur zu begrenzter Aufnahme fähigen Jugendlichen oder notgeilen Alten, über Fremdworte aufzuklären.
Chauvinismus, oder der Begriff Chauvinismus entstand…..ach egal, was Hänschen nicht lernt, kann Hans ja bei Wikipedia nachschlagen. Bertelsmann hat übrigens den Brockhaus eingestellt und vor Wikipedia kapituliert. Soweit ist es gekommen. Endlich keine Bücher-Klingelkaspar mehr an der Tür.
Nun sollten wir die Verursacherin dieses Ausspruchs einmal näher betrachten. Und ihre Lebensumstände.
Frau C. K. aus einem beschaulichen Vorort eines Städtchens im Emscher-Lippe-Dreieck kurz vor Haltern, ist eine sogenannte Spätgebärende. Der kleine Julius darf nun den Imperator bei seiner mittlerweile 41jährigen Mutter machen. C.K. gehört zu der Sorte Akademikerinnen die erst ihre Karriere ausgelebt haben und dann aus dem Raster fallen, bei dem festgestellt wurde, dass Akademikerinnen weniger Kinder gebären als Nicht-studierte Frauen. Was schwachsinnig ist, weil in die Studie nur das Alterszeitfenster von 20-30 eingepflegt wurde. Viele Akademikerinnen “werfen” danach. Also nach Vollendung des 30ten Lebensjahres. Hut ab vor dem Statistiker für diese akademische Leistung.
Frau C. K. aus diesem Dörfchen an der Emscher, beschloss also, dass der richtige Typ zur Vermehrung ein Arbeitskollege (hier passt die Statistik wieder) sein sollte, der schon eine Ehe mit adoleszentem Nachwuchs hinter sich hat. Sozusagen im schon Trainingslager war und einen Vorbereitungskurs hinter sich hat . Sie arbeitete bisher als studierte Anglistin in der PRabteilung einer Landesbehörde. Was verwunderlich ist, denn für PR sollte man zumindest kommunikativ auf dem Laufenden sein und auch gewisse modische Standards verinnerlichen. Argumentativ hat sie bisher jeden Disput sang und klanglos verloren. Und Dauerwelle in Minipli-Pudellook gehört da garantiert auch nicht zu. Aber Gemaux kann sich täuschen. Eventuell war sie auch nur im Schreib-und Übersetzungsbüro.
Wie auch immer. Diese Frau sieht den Gemaux nun seit fast 2 Jahren einmal die Woche in einem dieser Heidschie-Zusammenkünfte, die PEKiP und Krabbelgruppe genannt werden und den Kleinen bei der Entwicklung helfen sollen, bzw. auch zum Austausch zwischen den Müttern und Vätern untereinander dienen.
Nun sieht diese Frau wie ihr Kleiner stehen bleibt, während alle anderen Kinder von dannen ziehen. In der ewig offen bestrittenen aber immer latent unterbewusst vorhanden und gepflegten Atmosphäre der Baby-Olympiade zieht ihr Julius gerade selbst beim Unterwassermikado den Kürzeren. 3 Worte geflüstert udn dann auf allen vieren den Läufern hinterher kriechend.
Nun mag man geneigt sein, zu sagen, dass jedes Kind anders ist. Das stimmt soweit, wenn alle Kinder unter gleichen Bedingungen getestet werden. Klein Julius wächst aber in einer Blase übermütterlicher Vorsorge auf. Klein Julius hat noch nie in seinem kurzen Leben Schokolade gegessen und darf auch immer noch zweimal am Tag an Mutters Titten nuckeln. Sogar mitten in der Nacht nimmt er sich laut Aussage des betroffenen “Mutter-Melk.Automaten” gerne mal eine Andockstation und nuckelt im Halbschlaf.
Gemaux möchte nicht wissen, wie sehr der Vater unbewusst seinen zweiten Sprössling gerne mal ins Kinderbettchen legen würde um wild auf seiner Alten rumrutschen zu können. Denn Julius schläft immer noch mit im Ehebett.
Wen wundert es da, dass Julius wenig bis gar keinen Kontakt zu anderen Kindern aufbauen mag und Laufen bzw. artikulieren für unnötig hält. Mama macht doch und Mama versteht ihren kleinen Kümmerling doch auch ohne Worte.
Selbst auf dem Spielplatz, während alle anderen Kleinen schon halbwegs allein die Rutsche heruntersausen, darf sich Julius auf Mamas Schoss zum Affen machen. Welch ein Bild, als sich C.K. mit ihrem Julius auf dem Weg zur Kinderrutsche durch das Spielgerüst zwängte und Platz nahm. Sich der Tatsache bewusst werdend, dass sie von allen anwesenden Frauen auf dem Kinderspielplatz der KiTa amüsiert bis mitleidig beobachtet wird, gesellt sie sich zum Sandkasten in dem gerade Fütterungszeit der Kleinsten ist. Also Banane, Kekse, Kinderschoko, Müslistangen vom Bäcker. Und für Julius selbstgemachte Birne/Hirsebreimasse und selbstgemachte Reiswaffeln. Wohl gemerkt, der Junge erfreut sich seit Geburt bester Gesundheit. Nicht das der Leser auf die Gedanken kommt und vermutet, dass Julius krank wäre und Schonkost benötigen würde. WER krank ist, sollte schon offensichtlich geworden sein.
So erzählt diese Übermutter des zukünftigen Norman Bates aus Hochlarmark, wie sie während einer Kurvenfahrt die Verkehrsinsel mitnimmt – halbseitig drüber fährt- und sich den Auspuff dabei beinahe abfährt. Der Gemaux schmunzelt. Nicht aus Boshaftigkeit, sondern weil es so ziemlich jedem schon mal passiert ist. Dem Gemaux zuletzt mit überhöhter Geschwindigkeit (die Ampel schaff ich noch!”.Nur der Auspuff blieb halt dran.
Das Schmunzeln wurde falsch interpretiert und so wurde bekannt, dass der Gemaux schon seit jeher für einen Chauvi gehalten wird. Was dem Gemaux ein erstauntes Augenbrauenheben mit einem “Wie bitte?” entlockte. Natürlich hätte Gemaux direkt im Anschluss C.K. daraufhin darüber aufklären können, dass er zustimmend geschmunzelt hat. Wär aber weniger unterhaltend gewesen. Und so schwieg Gemaux und liess eine sanfte Tablette, die mit Frauen und Blechschadenstatistiken zu tun hatte, in die kochende Feminismus-Hormonbrühe fallen und ging direkt mental in Deckung. Es kam wie beabsichtigt. Madame Minipli überschlug sich fast stimmlich und argumentativ in ihren Chauvinismus-Vorwürfen die von einem belustigt grinsenden “wer echauffiert sich denn hier die ganze Zeit, du oder wie du Auto fährst geht mir am verlängerten vorbei” vom Gemaux beantwortet wurden. Die alte Regel “je ruhiger du bleibst, desto mehr explodiert dein Streitgegenüber” zieht noch immer.
Danach zog der chauvinistische Gemaux sich zurück und verbuchte den Tag unter “lustig”.
Gemaux hält sie weiter auf dem Laufenden über das Muttermonster..
Schöne Pfingsten und alles Gute
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