Wasser lassen

31 08 2008

Im Hamburger Lieblingsmagazin des Gemaux stand ein kleiner Artikel über den weltweiten Wasserverbrauch, der besonders von den Industrienationen nach oben getrieben wird. Auch die Bild nahm sich dieses Themas an.

So verbrauchen wir zum Beispiel allein rund 360 Liter sauberes Wasser nur beim Frühstücken.

Soweit -so einseitig. Wieder einmal hat ein bekennender Vegetarier dafür gesorgt, dass dem Gemaux die Schinkenwurst im Halse schwerer herunter ging. Was haben die Pflanzenfresser nur immer gegen die Allesfresser?

Natürlich verbraucht man bei der Herstellung eines Frühstückseis Wasser.

Die Hühner wollen schliesslich trinken. Das Futter besteht (wie fast alle „lebenden“ Kohlenstoffverbindungen) auch zu einem Grossteil aus Wasser. Sogar der Mensch – man lese und staune- soll aus einem nicht geringen Teil aus Wasser bestehen. Sagenhafte Erkenntnisse. Da machen sich ernsthaft Menschen Gedanken darüber, wieviel Wasser wohl bei der Produktion von Lederschuhen verbraucht wird. Frischwasser natürlich. Also reines Wasser aus dem Grundwasser oder aus klaren Bergseen. Phänomenal. Natürlich wird Wasser knapp. Und Gottseidank, gibt es in irgendeinem verstaubtem Forschungstrakt auf der Erde  Wissenschaftler, die kein interessanteres und nützlicheres Forschungsgebiet als den Verbrauch von Wasser statistisch belegen wollen. Und direkt mit der Keule ausholen, dass der Mensch zuviel Fleisch ist. Zumindest die wohlhabenden Industrienationen.

Gemaux bekommt ein dermassen schlechtes Gewissen, wenn er sich  ein Steak reinmümmelt, dass ihm auch noch der letzte Bissen vergällt wird. Fleisch verbraucht nicht nur Wasser, NEIN, Fleisch produziert auch noch Methan! Die Menge der pflanzenfressenden Nutztiere in der wohlhabenden Welt soll drastisch reduziert werden. Der Ausstoss an Methan durch satte Schafe, Ziegen und Rinder trägt nicht unwesentlich dazu bei, dass die Erde sich erwärmt.

Das bringt den Gemaux auf eine krude Phantasie. Denn der Gemaux inhaliert auch mal gerne Schweinefleisch und Geflügel. Das irgendwie nicht in der Gasstatistik berücksichtigt wird.  Udn was machen die ganzen Moslems die nur die oben genannten Fleischlieferanten verzehren dürfen. Neben Fisch und Geflügel. Und Fisch frisst er auch gerne. Also der Gemaux.

Allein der letzte Urlaub, den Gemaux mit seinem Diesel angetreten ist, liess Gemaxens Fischkonsum in ungeahnte Höhen schiessen. Mindestens einmal Tag pflanschte er sich ein Fischbrötchen oder einen Hering rein.

Zurück zum Wasser. Der Gemaux lernte in der Vergangenheit, dass Wasser wie Energie eigentlich nicht verbraucht, sondern nur in anderer Form auftritt. Denn die Begriffe: Verdunstung, Regen und Versickern werden irgendwie nicht mit in die Studie einbezogen. Oder vielleicht hat der Polemikkönig Gemaux sie auch nur überlesen.

Fangen wir doch klein an. Ein zartes Pflänzchen spriesst aus dem Boden und trägt den Gattungsnamen Weizen. Dieses Gewächs, welches sich anmutig im lauen Sommerwind reifend wiegt, bezieht während der Wachstumsphase bis zur Erntereife Wasser aus dem Boden. Gutes, ehrliches, reines Trinkwasser. Frisch gefiltert durch Bodenmikroben und Erdschichten. Das böse Pflänzchen. In Verbindung mit der Bindung von Kohlendioxid ist daran erst einmal nichts verwerfliches. Wenn auch noch auf künstlichen Dünger verzichtet wurde, hat es den Segen aller Bioland-Fanatiker. Weil sich daraus vortreffliches Müsli machen lässt und Biobrot.

Nun wird das Pflänzchen, wenn es reif ist, abgeerntet. zwischendrin hat es einen Grossteil des Wassers ja schon wieder verloren. Pflanzen schwitzen. Fantastisch, oder? Pflanzen sondern Wasser oder Säfte ab um dafür zu sorgen, dass die eingebauten Kohlenstoff-Sonnenlichtrezeptoren bei der Photosynthese nicht verbrennen. Zu beobachten in heissen Monaten unter jeder Linde/Ahorn/Eiche, etc. Die ersten Milliliter Wasser werden also schon mal an die Atmosphäre weitergegeben. Nun wird das Korn verfüttert an …nehmen wir ein Huhn. Das Huhn (streng biologisch aufgezogen) wird nicht mit Futterersatz aus Fischmehl oder Ähnlichem aufgepäppelt. Sondern es scharrt sich einen wässrigen Wurm, pickt ein wasserbrauchendes Körnchen, freut sich seines Lebens und bedankt sich dafür mit einem Ei. Dieses Ei besteht auch aus Wasser. Innen zumeist. Welches der Mensch dann isst.Zwischendrin muss es Überschüssiges und für die Aufrechterhaltung der Körperfunktionen nicht mehr Akzeptables ausscheiden. Die vorhandene Flüssigkeit in den kleinen stinkenden Haufen verdunstet oder sickert ein. Wo es dann Mikroben und Insekten zur Weiterverwertung dient. Der Mensch futtert das Ei und ab und zu auch das Huhn. Das in der Nahrung gebundene Wasser wird neben dem morgenlichen Kaffee irgendwann wieder über die Nieren ausgeschieden, oder über die Poren verdunstet. Soweit so logisch.

Wunder der Natur…… der Mensch gibt das Wasser an die Umwelt zurück. In abgewandelter Form zwar, aber immerhin. Nun ist das Wasser nicht futsch. Sondern erst einmal nicht mehr Sauberwasser sondern halt….Pisse. Oder Schweiss. Und wenn ein Mensch stirbt, gelangt sogar das Zellenwasser zurück in den Kreislauf.

Der Gemaux konnte das während seiner Zeit im Wald gut anhand eines Menschen sehen, der sich über das Wochenende dazu entschloss, einfach mal so richtig abzuhängen. Mit einem Abschleppseil von einem Eichenast. Vorher musste der Mann viel Durst gehabt haben. Wir fanden mit der Kripo einige Bierflaschen und sogar fast reines Wasser mit hohem Alkoholgehalt in Form einer Flasche Wodka. Unter der Leiche hatte sich ein grosser nasser schwarzer Fleck gebildet. Der stank zwar, aber die Herkunft war definitiv flüssigen Ursprungs.

Wo geht das Wasser hin? In die Atmosphäre zum Einen. Wie wir in Mitteleuropa fast regelmässig bewundern können, wenn man mal wieder in der Bude hocken muss, weil es draussen schüttet wie aus Eimern. Dann versickert es im Boden und gelangt ins Grundwasser. Dort kommt ja das saubere Trinkwasser her. Kreis geschlossen, also.

Aber nein, das Wasser ist erst einmal Vegangerpropaganda-gerecht futsch. Wenn es nach den Wissenschaftlern geht.

Manchmal fragt sich Gemaux wie langweilig einem Menschen wie Tony Allen aus London  sein muss, um darüber Berechnungen anzustellen.

Also, ab heute isst bitte keiner mehr Fleisch sondern sorgt nur noch für pflanzliche Nahrung…obwohl…es ist ja erwiesen, dass der Mensch an Gehirnmasse zulegte, eben weil er sich Proteine einverleibte die er auch noch durch Garverfahren wie Grillen und Kochen leichter verwertbar machte. Wenn also unser Gehirn Fleisch benötigt um zu wachsen, dürfen wir uns nach Herrn Allen wohl wieder auf dumpfes Grasen und Pflanzen mümmeln einstellen.

Wenigstens fallen dann solch dämliche Studien weg. Weil sich keiner mehr Gedanken machen kann. Und hoffentlich fällt dann auch RTL weg.

Müslimischend

Ihr Gemaux





Sylter Impressionen

29 08 2008

Der Gemaux dachte sich, dass es doch spassig wäre, der nördlichsten deutschen Insel noch einen Besuch abzustatten, bevor sie im Meer versinkt.

Diese Perle in der Nordsee, Erholungsheim für Jetset und Wohlbetuchte und Wannabes ist allemal einen Besuch wert, dachte sich der Gemaux. Auf gut Glück wurde ein kleines Ferienappartement gebucht in Tinnum, dem Arbeiterviertel oder auch Westerlands Industriegebiet genannt.

Kein Vergleich zum Nobelort Kampen oder Keitum, wo eine Doppelhaushälfte mit Reetdach schon mal für 2,5 Mio € angeschlagen wird. Oder wo das Appartement in Westerland mit renovierungsbedürftigen 45qm immer noch 175T€ kostet. Hier ist man unter sich. Da wird man schon mal gerne von den Domestiken ignoriert, wenn man nicht in der vorherrschenden RalphLauren/Burberry Uniform ein Krabbenbrötchen bestellt.

Sylt ist gegensätzlich. Wo man noch Sylt hat, also in Morsum, Hörnum zum Beispiel lässt es sich vortrefflich Urlauben.

Am Besten man leiht sich (um nicht aufzufallen) eine Golfklasse für den Urlaub aus. Also einen SLK. Oder einen Porsche .

In dem Urlaub kam der Gemaux aufgrund der Wetterlage, die man ärgerlicherweise immer noch nicht nach seinem gusto bestellen und bezahlen kann, viel zum Lesen. Unter anderem frass er sich als Kontrastprogramm zu Ken Folletts zweiten Teil der Erdensäulensaga auch durch das Büchlein von Herrn Wiedeking . Um den Chef des Konzerns der meistvertretenen Automarke in Kampen mal näher kennen zu lernen.

Der Westfale, der sich anschickte die Wirtschaft zu verändern. Der Gemaux hatte bisher immer den leisen Verdacht, dass es abseits vom ausgetretenen Shareholder-Value Pfad noch einen anderen – erfolgreicheren- Weg geben muss um in Deutschland gewinnbringend und langfristig zu wirtschaften und fand in dem Ahlener-Porschechef seine Bestätigung.

Seltsam offen für den Chef eines Konzerns beschreibt Herr Wiedeking den Weg wie er aus dem maroden Spassmobilhersteller eines der rentabelsten Unternehmen gemacht hat. Fast glaubt man, er müsste seinem Namensgeber Widukind nacheifern, der vor ein paar Jahrhunderten sich standhaft gegen die Christianisierung des grossen Karls gewehrt hatte und die Glaubensfreiheit und Vielseitigkeit der damaligen Stammesverbände verteidigte. Gut, die Stadt Minden ist Beweis dafür, dass er letztendlich unterging und sich nach etlichen tausend rollenden Köpfen an der Weser auch taufen liess. Dieses Schicksal wird dem Sportwagenhersteller wohl erspart bleiben.

Genau eben dieses Schicksal prophezeiten viele vermeintliche und selbsternannte Analysten der Finanzbranche dem Porschevortänzer, auch in vielleicht völliger Unkenntnis zum Geschichtlichen. Wie sehr alle aufjaulten, als er es wagte mit einem kleinen Familienunternehmen den Großkonzern VW zu übernehmen. Oder sich zumindest das Recht erkaufte, mitzureden und mit zu gestalten.

Ähnliches passierte nun mit Continental, dem Reifenhersteller für VW. Auch hier zeigte ein Familienunternehmen der Riege der Finanzjongleure und Banken was eine Harke ist. Schwuppdiwupp wurde der straff geführte Familienkonzern der sich bisher nur mit Wälzlagern und der Belieferung des Aftermarktes auseinandersetzte zum drittgrössten Automobilzulieferer der Welt.

Ein Jaulen geht durch die Hochschul-herangezüchteten-BWLer, wenn sie sich anschauen, dass ein Unternehmen doch so gänzlichst falsch agiert. Also falsch, weil sie meist konträr zu den auswendig gelernten Bibelsprüchen der jeweiligen Fakultät laufen. Denn auf den Universitäten wird nicht immer gelehrt, was ein Unternehmen ausmacht. Da werden Controller herangezüchtet.

Das ein Unternehmen auch durch solche unbezifferbaren Werte wie Mitarbeiterloyalität auch auf Kurs gehalten werden kann, mag für viele frische Studenten wie ein JEHOVA!!! klingen. Dass man den Arbeiter nicht nur als ärgerlichen Kostenfaktor sieht, sondern auch als Innovationsgeber. Lernen sie doch, dass es nur darauf ankommt, in den drei Monaten bis zur nächsten Bilanz für die Frankfurter Parkettbeschmutzer ein Plus zu erwirtschaften. Und wenn alle Stricke reissen erst einmal kreativitäslos da zu kürzen, wo das Geld gemacht wird. Unten bei den Arbeitern.

Die jüngsten Ereignisse zeigen deutlich wie weit es her ist mit den bisherigen Erkenntnissen der Finanzwelt. Aber gut, wer Ideen auf Papier und Bits’n Bytes verkauft kann kein Gespür für andere Faktoren entwickeln. So ist der Rücktritt des Mathematikers an der Spitze des Reifenherstellers Continental um Platz für eine Witwe zu machen,  die das Handwerk Unternehmesführung jahrzehntelang von ihrem Mann und nicht von einer Fakultät abschaute,fast schon von einer phänomenalen Symbolik.

Gemaux spürt einen frischen Wind in der Wirtschaft und wünscht sich weitere Entwickungen wie die bei Porsche, Schaeffler, etc.





Verwirrt…

8 08 2008

Der Gemaux ist verwirrt. Warum prügeln sich zwei Menschen – wenn auch nur in ihrer Vorstellung- um einen Parkplatz vor der Eingangspforte eines Sportartikelsupermarktes? Und warum will da sowieso jeder möglichst weit vorne parken?

Warum fahren viele mit dem Auto zum Fitnessstudio? Und jammern dann über das zu geringe Parkplatzangebot, welches sich die Schweissschmiede noch mit einem Supermarkt einer Essener Familie, einer großen Videothek und einem Edeka-Markt teilt?
Gut, bei dem Geschäftsmann, der eh gerade aus dem 100km entfernten Städtchen anrollt um den vergeigten Termin abzufrusten, versteh ich das…Aber wieso steigt aus einem Kleinwagen eine offensichtliche Verehrerin und Nachahmerin von Cindy aus Marzahn -in schweinchenpinken Leggins- aus und wuchtet sich dann in den Aufzug um in das Studio im ersten Stock zu gelangen?

Und überhaupt…haben viele zuhause keinen Spiegel mehr hängen? Anscheinend nicht. Man kommt sich ja auf der Strasse mittlerweile vor, wie bei einem permanenten Casting von DSDS.

Apropos Bohlen. Der Gemaux verbringt zwei Wochen auf Sylt. Weil seine -vom Schicksal- zugewiesene Seelenhälfte auf einem Retrotrip ist und nun den Spuren ihrer steten Sommerurlaube mit Papa und Mama nachfolgen will. Das wird ein Spass, wenn Gemaux dann nächstes Jahr mit der Insel RAB und den 23 STunden Autofahrt da hinunter angetapert kommt.
Was freu ich mich darauf, bei der Sansibar herzhaft in die Dünen zu kacken, in der Hoffnung, dass sich der Bohlen mit einem frisch abgeschlepptem Stückchen Fickfleisch da dann direkt drin niederlässt.Wird nicht passieren, ich weiss, und so etwas Ekliges würde ich nicht machen, ich achte ja auf die Umwelt.

Ich würd in die Lüftung von seinem Auto ein paar mitgebrachte Babybrocken entsorgen.

Warum will die Gemaux-Frau auf einmal so vehemennt nach Sylt? Und wieso sollen da auch normale Leute Urlaub machen? Und wieso mach ich mir Gedanken darüber?

Dringend neue Tabletten benötigt der Gemaux und wünscht:

ein schönes Wochenende und sagt bis in 2 Wochen.

Gemaux





Freundlichkeitsoffensive

2 08 2008

Der Gemaux hat eine erstaunliche Entdeckung gemacht. Gut. So erstaunlich wird sie vielleicht nicht sein, aber stark in der Versenkung verschwunden sein, in die so Vieles schon gedrückt wurde.

Also wird es vielleicht Zeit das gute Schätzchen aus eben jenem Loch zu holen und ein wenig anzupolieren.

Folgendes passierte dem Gemaux:

Um für die Geburtstagsfeier des Nachwuchses noch ein wenig Brot zu besorgen, ging der Gemaux schnurstracks und strammen Gangs in eine Bäckereifiliale. Von dem weissen fluffigen, den Franzosen Abgeschautem sollte es sein und das auch noch gleich doppelt. Wer weiss schon,  wieviel die kleinen Windelhintern und die dazu gehörigen Eltern so verdrücken. Während Gemaux’ Frau schon fleissig am Backofen stand um Kekse,  Muffins und Salate zu zaubern befasste sich Gemaux mit dem Erwerb der fehlenden Fleischbeilagen und sonstigen Dinge die zu vertilgen wären. Unter anderem auch Baguettebrot.

Und wie der Gemaux nun so in der besagten Filiale stand, bekam er mit, wie eine missmutige Käuferin der ebenfalls nicht gut gelaunten Verkäuferin ein „2 Brötchen“ zu grunzte. Eingetütet und bezahlt ging die Dame älteren Baujahrs dann von dannen. Der Gemaux war an der Reihe und sagte, wie er es gelernt hat: “ Ich hätte gerne zwei Baguettebrote“. Worauf die Verkäuferin antwortete“ Ich habe nur noch ein gutes, die anderen Beiden dort sind etwas zu braun“. Bei der Ansicht entpuppten sich besagte zwei Stangenbrote nicht als Roggenbaguette sondern als die eben ausgewiesenen „etwas zu braun Geratenen“.

„Oh, hatt der Lehrling wohl ein wenig zu spät aus dem Ofen geholt, macht nichts, ich nehm sie“

Für einen kurzen Augenblick schaute sich die Verkäuferin im Laden um, wohl um eventuell versteckte Kameras zu suchen. Gemaux weiss es nicht, sondern wollte bezahlen, sich die Ware greifen und dann nebenan in den Supermarkt tapern.

„Das ist aber freundlich von Ihnen, sie sind der Erste der heute so etwas wie Verständnis hat“

Der erste Gedanke, der dem Gemaux in den Kopf schoss war: „Wat is denn hier los? Es geht doch nur um zwei pappige Weissbrote.“

Also fragte ich:“ Oh, ist das so?“

Verkäuferin: “ ja, das tut richtig gut, auch mal etwas Verständnis gezeigt zu bekommen, die meisten Leute hätten sich nun tierisch aufgeregt oder wären ausfallend geworden. Danke.“

Nun wohnt der Gemaux in einem Landstrich, der für seine Stoffeligkeit bekannt ist. Also dachte ich mir, dass dies bestimmt nur eine Ausnahme war. Also fuhr der Gemaux vom Parkplatz des Supermarktes herunter um kurz vor der Strasse noch eine Mutter mit ihren Kindern und einem freundlichen Lächeln vorbei zu lassen. Die graue Miene der Mutter erhellte sich ob des geschenkten Lächelns und der Mini-Aufmerksamkeit für eine Sekunde und sie lächelte strahlend zurück.

Nun war es am Gemaux sich umzusehen, ob sich im Gebüsch ein Kamerateam versteckt hielt. Dem war nicht so.

Also kam der Gemaux zu der Schlussfolgerung, dass es in unserem Landkreis-vielleicht auch im kompletten Land- zuwenig Aufmerksamkeit und respektvolles Verhalten gibt. Wenn selbst die dümmsten Idioten auf rechten Seiten schon Gutmenschentum als Beleidigung verwenden, könnte es doch möglich sein, dass Einiges im Argen liegt bei uns.

Das fängt bei der Bestellung in der Bäckerei an, wo Leute den Verkäuferinnen befehlen, ihnen etwas anzureichen. Und hört wahrscheinlich ganz weit oben auf, wo der Chef nicht mal mehr ein Lächeln über hat für seine Angestellten. Selbst Angela sieht man nur noch lächeln wenn eine Kamera direkt auf ihr Bassetface hält und es gerade ins Konzept passt. Kann es sein, dass einem so langsam die Mitmenschen völligst egal werden? Steuern wir auf ein Amerika hin wo Menschen in Wartezimmern sterben und nur ein Wachmann mal kurz herübergerollt kommt um mit dem Fuss die Reaktion der Liegenden zu testen?

Will man das? Was kostet einen ein kurzes Lächeln oder Zunicken? Muskelkraft. Mehr nicht. Und Überwindung nicht vehemennt auf seine Vorfahrt zu plädieren, nur weil man meint, dass dickere Auto zu haben und sich selbst bestimmt 5mal wichtiger wie das Gegenüber hält.

Oder einfach mal in einen Laden kommen und die Tageszeit vermelden. Ein simples „Guten Morgen“ hilft schon. Und wenn sie erst einmal angefangen haben, dann geht das nach kurzer Zeit wie von selbst. Und vielleicht machen andere sogar mit! Nicht auszudenken, was passieren könnte, wenn man auf einmal mit ehrlicher Freundlichkeit konfrontiert wird im Alltag. Völlig neue Erfahrungen erwarten uns!

Weiter träumend

Gemaux