Falls es Ihnen noch nicht aufgefallen ist, es ist kurz vor Weihnachten.
Und wenn der Gemaux auch die letzten Jahre fast wunschlos glücklich war, so hat er dieses Jahr doch etwas zu erbitten vom Christkind. Zum Einen wären da für das kommende Jahr eine strikte Verschärfung der Managerhaftungsgesetze. Weil es der Gemaux ziemlich….um es mit klaren Worten auszudrücken….beschissen findet, dass Manager die sich selbst bei Totalversagen noch als Gewinner sehen können. Manager leiten Unternehmen und haben als solche auch wie ein Unternehmer behandelt zu werden. D.h. sie sollen gefälligst für den Bockmist, den sie verzapfen auch ihren eigenen verlängerten Rücken hinhalten. Die Forderung nach einer Haftung in Höhe von 4 Jahresgehältern geht dem Gemaux noch nicht weit genug. Zwangsseminare zum Thema Ethik und Moral sowie mindestens 500 Sozialstunden in Suppenküchen und Diakonieläden sollten noch zum Strafmass hinzugefügt werden. Leider gibt es auf den Marktplätzen dieser Welt keine Pranger mehr. Virtuelle faule Tomaten, Eier und schöne scharfkantige Steine tun den Flachpfeifen leider nicht so weh, wie deren reale Pendants es würden.Das zumindest hat das Internet noch nicht bewerkstelligt. Wiederum LEIDER.
Es ging doch gerade so schön bergauf. Die Wirtschaft brummte bis September 07 und darüber hinaus noch prächtig. Man wagte wieder zu hoffen.
Aber nö. Ein paar Nieten in Nadelstreifen (sehr schönes Buch am Rande bemerkt) verspekulierten sich und nun werden wir wieder stramm auf die 5 Mio Arbeitssuchendengrenze zugehen. Und sollte nicht eine frische Brise in Orkansstärke durch die Schädel der Bänker wehen, dass sie sich untereinander und den Firmen wieder Geld leihen zu adäquaten Konditionen, siehts eventuell vielleicht doch noch düsterer aus.
Der zweite Wunsch des Gemaux wäre ein schönes Entlebungsset mit Nutzungszwang für die Finanzaffen, die vor Inkrafttreten des Gesetzes noch mit einem „goldenen“ Handschlag verabschiedet wurden/werden.
Dies beinhaltet eine gut gefüllte Badewanne mit angenehmen 39 Grad Wassertemperatur, ein Handtuch mit aufliegendem eingestöpseltem Elektrogerät, welches fest mit der Hand des Badenden verbunden ist, sowie einer Familienpackung Schlaftabletten in konzentrierter Injektionsverabreichung, die den Betreffenden flugs einschlummern lässt. So kann man sicher sein, dass der betreffende Vollversager auch wirklich weg ist. An die Badewanne angeschlossen sind zwei Tanks mit Lauge und Schwefelsäure, die den kümmerlichen braungebrannten und durchgestylten Rest dann auflösen, sobald das Wasser abgeflossen ist, so dass er dahin entsorgt werden kann, wo er hingehört. In die Kanalisation. Zu der einzigen verwandten Säugetierspezies, die es auf diesem Planeten hat.
Die Vorrichtung ist übrigens geschlechtsneutral und völlig gleichberechtigt anzuwenden.
So, Gemaux’ Wahnvorstellungen wären damit befriedigt.
Was dem Gemaux noch auffällt, trotz all der schlechten Nachrichten ist, dass die Bundesbürger Gas geben. Und zwar sowohl mit dem Auto, als auch in den Geschäften. Die Leute kaufen wie verrückt. Verständlich, die nächsten JAhre heisst es ja wieder „Gürtel enger!“. Die Talsohle war ja auch gerade erst überwunden, da tut sich schon der nächste Andreasgraben auf, in den man stolpern wird. Das macht die Leute verdrossen und so erlebt man Personen, die die Verkäufer zusammenpfeifen, als wenn sie Papst persönlich wären. Nichts gegen wehrhafte Kunden, aber man muss doch eine Tankstellenangestellte oder eine Bäckereifachverkäuferin nicht wie den letzten Dreck behandeln. Gemaux erlebt es zunehmend, dass sich die Leute dem Gegenüber hinte der Theke immer unwirscher verhalten. Ohne eine Berechtigung. Das Wort „BITTE“ kommt immer seltener über die Lippen. Höflichkeit und Anstand sind auch zunehmende Mangelware.
Trotz aller Mißstände geht es uns doch noch verhalten gut. Im direkten Vergleich zu Somalia oder der Landbevölkerung von Bulgarien oder Rumänien. Die sind sogar im Bildungssystem schlechter als wir. Positiv denken!
Schönen Wochenanfang und ein entspannte Feiertage wünscht
Gemaux
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