Immer die Falschen…

20 01 2009

Der Gemaux ist ja an sich nicht so an Gossip interessiert. Die kleinen Alltagswunderlichkeiten, oder menschliche Gewohnheiten fallen meist nicht durch den Aufmerksamkeitsfokusfilter des Gemaux. Sondern ihm auf. Aber eine Meldung hat den Gemaux doch dann etwas niedergeschlagen werden lassen.

Des Gemauxs liebster Autor aus dem Inselreich hat Alzheimer. Terry Pratchett hat eine- nach eigener Aussage – seltene Form dieses Demenzverlaufs. Generell zählt für den Gemaux, dass alle Sachen, die einen irgendwann zu einem sabbernden Lappen mutieren lassen, zu den haarsträubensten Gedanken. Leider ist der Herr Pratchett mit einer (wie Gemaux findet) ausserordentlichen Schreibbegabung gesegnet. Dass ihm nun ausgerechnet diese Krankheit dazwischen funken will ist schon ein starkes Stück.

Nun glaubt der Gemaux nicht an Gott. Zumindest nicht an den von Rom propagierten.Denn während Katholiban und andere monotheistisch Verwirrte aufeinander eindreschen im Namen des Glaubens und grenzdebile Flachköpfe standhaft die wissenschaftlich belegten Erkenntnisse der Evolution verneinen, trifft es meist Menschen, die dem persönlichen Umfeld des Gemaux wichtig sind, oder halt für die geistige Erbauung sorgen.Und die seltsamer Weise nie dafür verantwortlich waren/sind, dass dem Umfeld etwas Böses zugefügt wird. Wie Terry Pratchett. Oder des Gemauxens Frau. Das soll dann so etwas wie göttlicher Wille sein. Der Mann muss ja ein Sünder erster Güte gewesen sein.

Wenn man alleine auf die Top-Posts hier bei WordPress schaut wimmelt es von gläubigenIntelligenzallergikern. Für den Beschuss von ein paar umgebauten Silvesterraketen werden im nahen Osten gern mal komplette Stadtteile zusammen gebombt. Bei der -nachdem nun endlich ein Waffenstillstand ausgeknobelt wurde- nun fast sicheren Statistik von 1000 Toten und fast 5000 Verletzten, darf alleine rein rechnerisch die Hamas oder Hisbollah noch weiter 10 Jahre ihre unsteuerbaren Böller aus ihren unterversorgten Reservaten auf die okkupierten und durch Nachkriegsmitleid ergaunerten Gebiete der Israelis losjagen. Wenn es nach dem jüdischem und muslimischen Grundsatz „Auge um Auge-Zahn um Zahn “ geht. Wenn man sachlich bleibt ist das alles ein grober Scheiss. Sowohl von der Seite mit Davidsstern als auch von der mit dem Halbmond. Denn auch hier trifft es IMMER die Falschen.

Kommen wir zurück zum wirklich interessanten Thema. Zu Alzheimer und den Erfinder der Scheibenwelt.

Der Gemaux wünscht dem Autor nicht alles Gute. Das haben bestimmt schon zig Tausende erledigt. Der Gemaux wünscht sich aus purem Egoismus weiter Bücher solange die graue Gallertmasse noch halbwegs intakt bleibt. Also Terry, dranbleiben. Der Gemaux liest nämlich mittlerweile schon zum dritten Mal alle Bücher von Dir durch.

Schöne Woche,

Gemaux





Müllkutscher und andere Exkremitäten

12 01 2009

Der Gemaux war wieder unterwegs.

Vorab eine phänomenal gute Neuigkeit: Das weisse Mistzeug, welches sich beharrlich seit gut einer Woche auf den Strassen in NRW festgesaugt hatte, geht den Weg alles Irdischen und wird so langsam vom Boden weggeschleckt.

Fast schon tropische 6 ° Celsius im grünen Bereich meldete das Gemauxsche Fahrzeugthermometer und war die Hauptursache für fast schon grenzdebiles Grinsen hinterm Lenkrad. Gedankenblitze durchwaberten die Denkmasse des Gemaux, welche am Freitag noch fast schockgefroren war.

Dem Leser will der Gemaux seine Freitäglichen Erlebnisse nicht vorenthalten. Es lag immer noch Schnee. Schnee hat die unangenehme Eigenschaft, dass ein Autofahrer nachdenkt. Zumindest der Gemaux musste beim Fahren nachdenken und zwar ob er nun das Wagnis eingeht an einen bestimmten Punkt heran zu laufen, oder zu fahren. Fahren würde auch immer die Möglichkeit bedeuten, dass man zwar hin- aber nicht mehr weg kommt. Und so parkte der Gemaux an einer zweispurigen Bundesstrasse am Rand und nahm den kleinen Sprint zum gegenüberliegenden Feld lieber in Kauf, als die Aussicht auf hämisches Gelächter eines Bauern, der den Wagen des Gemaux vom vereisten Feldweg herunterzieht. Hin ging gut, den Probenbehälter gewechselt und dann zurück. Kurz vor Erreichen der Fahrertür (mit hektischem Seitenblick auf die anrollende Fahrzeugwelle) muss sich sozusagen Blitzeis auf der Strasse gebildet haben, denn Gemaux ging leger in den Halbspagat und zerschoss sich Knie und Hose.

So sollte jeder den Tag beginnen.

Der Tag trödelte so dahin und der Gemaux gelangte zu Gevatter Rhein. Wohl bedenkend, dass man bestimmt töffte den Deichweg herab fahren kann, aber eventuell nicht mehr hinauf, war auch hier nur für den Gemaux die Option „per pedes“ adäquat genug. Sachen zusammen gerafft, freundlich die auf dem Weg verweilende behundete Frauentruppe gegrüsst und schon wollte Gemaux lässig den Hang hinab steigen. Wollte.

Der Rutscher mit erstauntem „JÖÖÖIIII!“-Ausruf sorgte zumindest für Erheiterung bei auf der Deichkrone verbliebenen Weiblichkeit. Frauen sollen ja Humor bei Männern ganz klasse finden.

Ca. 2km weiter dasselbe Ausgangsszenario, nur diesmal mit anderer Statistenriege. Eine Horde 5 Klässler befand sich-wohl als Schulausflug- in Sichtweite des unweigerlich stattfindenden halben Salto rückwärts mit anschliessendem Rutschvergnügen. Der Gemaux hat auf seinem ToDo-Zettel nun stehen, dass der Hersteller die Bezeichnung „rutschfeste Profilsohle“  von seinem Produkt zu entfernen hat.

Der heutige Tag liess sich dagegen lockerer an. Bis der Gemaux in eine Strasse bog um sich hinter einem Mülllaster wieder zu finden. Kennen Sie das Müllkutschergesetz? Es muss im Universum einen Regel geben, bei der Müllfahrzeuge immer genau dann vor einem auftauchen, wenn man es eilig hat. Eine andere Erklärung KANN ES NICHT GEBEN. Und diese fahren auch bewusst immer in der Mitte einer Nebenstrasse. Müllfahrer sind in Wirklichkeit Dämonen. Nicht die Tonnenkulis die sich bei solchen Temperaturen die Flossen abfrieren und nur deshalb so schnell arbeiten, damit ihnen warm wird. Das müssen Sünder sein, die nun ihre Zeit im stinkenden Müllfegefeuer abarbeiten, während vorne ein stumpfsinniger Gehörnter sitzt, der nicht anderes macht als 4 m vor zufahren und wieder mit chirugischer Präzision die mögliche Lücke so stopft, dass man wieder nicht dran vorbeikommt.

Müllfahrer können nur Diener des Teufels sein. Blöde idiotische Dämonen die genauso stinken, als wenn sie gerade aus dem Schwefelbad entstiegen  und nur den Zweck erfüllen mit stoischem Gleichmut den Rest der Bevölkerung zu malträtieren.

Als der Gemaux seine wohl einzige Chance sah und nutzte und beim Vorbeifahren den Fahrer dieser Hölleneinrichtung anschnauzte ob es zuviel verlangt wäre auch mal an die eventuell hinter einem fahrenden Verkehrsteilnehmer zu denken, genügte ein Blick in die blöde Mondgesichtfratze mit Schnurrbart um die aktive Frage in eine rhetorische zu verwandeln. Ein Stückchen Kuhscheisse schaut einen auf der Wiese intelligenter an als die Stadtritter. Diese Entsorgungsdomestiken. Gemaux wird nun die KAtzenscheisse sammeln, sie cremig machen und auf die Tonnengriffe schmieren, sobald die näcshte Leerung ansteht. Denn Müllkutscher sind in absolut jeder Stadt gleich.  Wahrscheinlich reicht es bei der Einstellung, als Müllbearbeiter, dass sie beim Zählen nicht die Lippen bewegen. Den Eindruck vermittelt jeder Müllfahrer. Achten Sie mal drauf.

Schönen Wochenanfang

Gemaux





Winterwunderland

5 01 2009

Frohes neues Jahr.

Leise rieselt der Schnee………und er rieselte und rieselte und wollte überhaupt nicht aufhören zu rieseln.

Der Gemaux lebt ja nun schon seit einem guten Jahrzehnt im Ruhrgebiet. Ein positiver Nebeneffekt dieser Lokalisation ist, dass durch das jahrhundertelange Untertunneln dieser Region sich so etwas wie eine Unterbodenheizung gebildet hatte.

Anscheinend zeigt nun aber das Verstopfen dieser Heizkanäle durch vermehrte Stollenverfüllungen Wirkung. Heute morgen schaute der Gemaux schlaftrunken aus dem Fenster und wähnte sich im Winterurlaub in einer Bergmenschensiedlung. Die durch diesen anfänglichen Schock hervorgerufene Adrenalinmenge trat aber schnellstens dem Gehirn des Gemaux in die Weichteile, so dass dieses seinen Betrieb aufnahm und sich wieder erinnerte, dass es im Ruhrgebiet in einem morgenmuffeligen Körper Dienst tat.

Gemaux mag Schnee. Auf Postkarten und im Fernsehen. Auch in natura. Durch eine Scheibe auf der warmen Seite betrachtet.

Jedes Jahr versucht der Gemaux eine mutige Handvoll Schnee zu konservieren, die es mit dem Selbsterhaltungstrieb eines Lemmings geschafft hatte, den eigenen Überlebenskampf auf dem Boden für sich zu entscheiden. Gut, die Schwiegermutter hielt jedes  mal diese meteorologische Hilfsmassnahme für ein Zufrieren des Gefrierschranks und taute diesen dann ab. ABER IMMERHIN HABEN SIE LÄNGER ALS DIE ÜBLICHEN 2 SEKUNDEN AUF POTTBODEN ÜBERLEBT.

An diesem schönen Montagmorgen lagen draussen vor dem Tore satte 20cm fluffig flockige Schlittenkufenunterlagen.

Nur das es im Gemauxschen Haushalt seit Jahren keinen Schlitten mehr gibt.  Und zu allem Unglück musste der Gemaux auch noch raus, um sein monatliches Arbeitspensum zu erfüllen. Zielort: Siegen. Von fast 0 auf sozusagen knappe 400. Höhenmeter.

Mit einem leicht irren Kichern in Erahnung der Tagesvorkommnisse auf den Zähnen verliess der Gemaux die warme Wohnstube und fuhr gen Arbeitsstelle. Unwesentliche 295km Stau hatten sich zu diesem Zeitpunkt schon auf NRWs Strassen angesammelt. Auf der A57 staute es sich gar auf einer Länge von 25km am Stück Richtung Süden in die rheinischen Hochburgen. Der Gemaux bereitete sich gedanklich schon mal auf ein spontanes Stand-in auf der A45 Richtung Bauer/Siegerland vor und fuhr los.

In den letzten Jahren war es ja häufig so, dass -sobald der erste Schnee fiel- jeder andere Teilnehmer panisch reagierte. Seltsam ruhig und ohne grössere Probleme erreichte der Gemaux seine Basis. Seltsam. Der Gemaux wähnte sich schon in einem Paralleluniversum. Keiner drängelte, schob, überholte riskant, etc. Es war als wären die Strassen mit einer riesigen Menge Sedativa bedeckt. Nix passierte.

Insofern hat der Schnee doch etwas Gutes bewirkt. Aber nun langt es dann auch. Wenn nun bitte einer den himmlischen Heizstrahler ein, zwei Stufen höher drehen könnte, wär der Gemaux sehr zufrieden.

Der Gemaux durfte übrigens unverrichteter Dinge wieder abziehen und nach Hause tuckern. Die ganze Arbeitsaktionwurde verschoben auf besseres Wetter. Oder halt freiere Strassen. Und nachdem der Gemaux auch noch den halben Hof geschneepflugt hatte, fehlte ihm auch die Energie um sich darüber aufzuregen.

Schönen weissen Wochenanfang wünscht

Gemaux