Weibchen, Emanzen, Frauen

24 02 2009

Der Gemaux ist seit seinem Aufschlag auf WordPress ziemlich Statistikgeil geworden. Und als angesagter Beitrag ploppte dort folgende Seite auf

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Kurzfassung: Die christlich angehauchte und verehelichte Verfasserin dieses Posttags hält sich sonst allgemein mit der für Weibchen typischen Beschäftigung der Handarbeit auf. Wie der Name des Blogs unschwer vermuten lässt. Nebenher kümmert sie sich um die Aufzucht der vom Ehemann anscheinend vernachlässigten Brut. Dieses bringt sie zum Greinen und Wehklagen. Was gleichgesinnte Flachköpfe direkt zur kommentierenden Anteilnahme treibt.

Nun ist ihr Gatte, als angestellter Küster, wirklich nicht der Goldigste. Anstatt seinem Weibchen zur Hand zu gehen, wenn diese anscheinend stark damit überfordert ist, den kränkelnden Nachwuchs richtig zu versorgen, legt sich der stark gestresste Kirchenkerzenanzünder lieber erst einmal hin. Sie dagegen sucht Hilfe bei der besten Freundin. Anstatt Naheliegendes zu tun.

Nämlich bei dem bekannten Symptom des Pseudokrupps einen Arzt oder an Wochenenden direkt das Krankenhaus zur Linderung der Leiden des Kleinen aufzusuchen, probiert sie erst einmal allerhand Hausmittelchen und Gottvertrauen. Bis es dem Kleinen dann wohl doch sehr schlecht geht und sie der Wissenschaft den Vortritt lässt. Soweit – so DRAMA, BABY!

Da steht unsere kleine graue Kirchenmaus aufgelöst und hilflos in der Welt herum und schafft es noch nicht einmal ihren gottversprochenen Gatten aus dem Bett zu treten und ihm wenigstens Kohle aus dem Portemonnaie fürs Taxi zum Krankenhaus zu ziehen.

Und hat nach der ganzen Aufregung auch nichts Besseres …Verzeihung, Sinnvolleres zu tun als erst einmal einen Wimmerblogbeitrag aufzumachen.

Das mag daran liegen, dass sie allem Augenschein nach ein Weibchen ist. Auch die nachfolgenden Kommentare sind eher in der Kategorie weichgespült und merkbefreit anzusiedeln.

Der Gemaux steht ja seit jeher auf dem Standpunkt, dass jeder das bekommt, was er verdient. Auch und gerade wenn es um die Partnerwahl geht. Der Gemaux kennt keine einzige Frau, die so etwas mit sich hätte machen lassen. Gut, der Gemaux kennt auch keinen Mann, der so etwas vollzogen hätte. Egal wie hart die Party vorher war. Wenn der Nachwuchs krank ist, dann steht ein Mann als Erster an der Tür und hat das Balg abreisefertig gemacht.

Wie sie erkennen können, meint der Gemaux dies nicht auf die rein biologische Geschlechtsklassifizierung bezogen. Sondern eher…psychologisch.

Beim Lesen des Beitrags kam dem Gemaux eine Anekdote aus seiner Zeit während des Studiums in den Sinn. Der Gemaux war zu diesem Zeitpunkt und zum Zwecke des Nebenerwerbs eine reinrassige Thekenschlampe. Als eingespieltes Team mit einem Koreaner und einem Türken versorgten die drei Musketiere der Zapfanlage in den Anfangszeiten am Wochenende die abendlichen Gäste des ersten Cafe Extrablatts am Europabrunnen in Dortmund.

Während der Gemaux so seine Biere fertigstellt setzen sich 5 Wesen weiblichen Geschlechts an die Theke. Wohl in Ermangelung eines geeigneten Tischplatzes, denn Frauen setzen sich höchst selten an die Theke. Nur so am Rande bemerkt. Kaum saßen sie und waren mit ihren Getränken versorgt, ging das Lamentieren auch schon los. Und zwar über die vom Schicksal zugewiesenen Lebensabschnittsgefährten. Innerlich verdrehte der Gemaux die Augen, äußerlich bekam er Blumenkohlohren. Fröhlich weiter zapfend verfolgte er die Gespräche der augenscheinlich mit Ausgang bedachten Östrogenriege.

Wie schlimm der eine im Bett wäre…

Wie nachlässig der andere im Umgang mit ihr wäre…

Wie schlunzig der Nächste zu Hause wäre…

Wie faul der Weitere im Haushalt wäre…

Die Weiblichkeiten waren also schon länger mit ihren Gatten zusammen und auch der erste rosarote Lack schien schon vor langer Zeit abgeblättert zu sein.

Nach ca. 1 Stunde Lästerei (und glauben sie dem Gemaux, Frauen lästern haarsträubender über ihre Kerle als Männer das je über ihre Frauen tun würden (weil es ein Eingeständnis einer Nietenziehung wäre-was absolut nicht geht)) platzte dem Gemaux die Hutschnur. Er beugte sich über die Theke und sagte:

„Verzeihung, Mädels, aber ich höre jetzt seit einer Stunde mit und ich habe immer noch nicht herausgefunden, warum ihr alle noch mit solchen Drecksäcken zusammen seid, wenn die Kerle so dermaßen Scheiße sind…“

Sprach’s und rechnete mit einer Verteidigungstirade seitens der Weibchen.

Aber außer betretenes Schweigen und errötendes auf-den-Boden-Stieren kam keine Reaktion. Sollten sie alle einen hellen Moment erhalten haben?

In Zeiten von Men’s Health und tausender anderer Ratgeberzeitschriften in Brigitte-Format für den Mann wundert es den Gemaux, dass anscheinend immer noch viele Exemplare der Gattung Homo sapiens Schlunz durch die Gegend wanken. Und das diese es anscheinend immer noch schaffen, sich weiter zu vermehren. Und das es immer noch passende biologische Gegenstücke dazu gibt. Nämlich Weibchen.

Die weitere Form von Weibchen wäre die Emanze. Eine meist adipöse und von Mutter Natur vergessene weibliche Form des Homo sapiens. Sie entwickelt sich entweder aus dem Weibchen, welches einen lichten Moment über das eigene traurige Dasein hatte oder hatte von vornherein noch nie viel Kontakt zu den hervorstechenderen Mitgliedern der männlichen Gesellschaft.

Die Endstufe, nämlich das Dasein als Frau, ist den meisten nur durch Geburt und Erziehung möglich. Denn Frauen erkennen einen männlichen Versager meist auf hundert Meter und wissen vorher schon, was sie wollen und erwarten dürfen. Und viel besser, sie können sich durchsetzen und kommen gar nicht erst in die Verlegenheit sich darüber beklagen zu müssen, wie schlimm der Typ ist, mit dem sie ihr Leben verbringen.

Sie machen sich gar keinen Kopf darüber, was der Mann alles an Eigenschaften haben muss, sondern bekommen meist nur Männer ab. Keine Porsche-Peter oder Diskutier-Detlefs.

Selber Schuld, schreit der Gemaux diesem christlichen Weibchen als Fazit entgegen. Davon steht natürlich nichts in der Bibel. Aber bei Darwin. Nennt sich Evolutionspsychologie und –Biologie.

Schönen Trennungsstreß,

Ihr Gemaux






zu wirr

20 02 2009

Der Gemaux läuft zu wirr um heute etwas Produktives zu tippen.





Lanzenbruch

17 02 2009

Der Gemaux wird hier und heute eine Lanze brechen. Und zwar für Mütter und Hausfrauen. Denn der regelmäßige Besucher dieser, Gemaux erlaubt sich es aufzutippen, Lesegenußseite, hat schon bemerkt, dass der Gemaux Hausmann von Schicksals Gnaden ist. Oder doch eher Schicksals Fluch. Entscheiden Sie selbst.

Ziemlich regelmäßig treffen sich der Gemaux und seine Freunde zu einem gemütlichen Abend im Stammlokal ihrer Wahl zum Speisen und Verzehren verschiedener Gerstenaufgüsse. Beim solch einem Hopfenkaltschalengenuss kam einer der Freunde des Gemaux auf den Gedanken und stellte diesen sogleich als Behauptung in den Raum, dass der Gemaux, sollte er wieder in Lohn und Brot stehen, nach 3 Monaten einen Burn-out erleidet. Der Gemaux überlegte kurz und bestätigte diese Behauptung im Zuge des friedlichen Beisammenseins und der dann geltenden Regeln. Wie sollte sein Freund sich auch der Tatsache bewusst sein, dass die Aufzucht der Brut und die Versorgung und Instandhaltung der heimischen Höhle ganz anders ist, als er es sich ausmalen kann. Nun ist es nicht so, dass der Gemaux nie gearbeitet hätte.

Als Holzfäller schaffte es der Gemaux sogar, nach seinen abgeleisteten Stunden im Forst noch ein Zubrot durch Kellnerei zu erarbeiten. Das macht rein rechnerisch einen 16-Stunden-Tag. Wobei der Gemaux dort noch zuhause bei seinen Eltern weilte. Und auch später als er die eigenen 4 Wände bezogen, dieselben nur sauber zu halten hatte.

Und auch später als der Außendienst die monetäre Grundversorgung durch einen „Job“ ausreichend machte, war der Gemaux arbeitsam und fleißig nach allgemein gültigen Grundsätzen. Ja, durch die Hardcore-Variante des Verkaufs –der Kaltakquise- schaffte es der Gemaux trotz seiner 20-30 „Neins“ am Tag noch Spaß am Leben zu haben.

Doch eins unterschied diese Tätigkeiten weitgehend von der heutigen, die der Gemaux mit zig anderen Frauen und Männern gemein hat.

Ein Tag mit Kind beginnt direkt ab dem Erwachen mit 100% Leistung. Wenn die Stammhalterin wach ist, will sie die volle Aufmerksamkeit. Und zwar bis zum Erreichen der Mittagszeit. Durchgängig ohne Pause. Kein langsames aus dem Bett rollen, mit schlaftrunkenem Blick zur Kaffeemaschine schlurfen und sich dann erst einmal in Ruhe duschen. Mit Kind ist dies so nicht möglich. Denn bevor man selber erst einmal die gefüllte Blase erleichtert ist es ratsam, die Hinterlassenschaften des Windelmonsters der Nacht zu beseitigen. Will man nicht den Rest des Tages mit einem Quengelmonster verbringen. Und dies sollten sie hellwach erledigen, sonst zieht es sich noch weiter in die Länge. Also erst einmal die Haussirene anziehen. Dann in die Küche und Frühstück bereiten, denn ein Kind braucht Rituale an denen es sich orientieren kann. Also kein geruhsames Vorglühen und angenehmes Erwachen um in den Tag zu starten. Zu diesem Zeitpunkt bleibt ihnen höchstens die Möglichkeit etwas Saloppes anzuziehen. Sollte man dann den Wunsch verspüren vorher noch zu duschen, steht man unweigerlich vor dem Problem: Wohin mit dem Kind? Entweder man nimmt es mit in die Dusche, was zur Folge hat, dass das übliche Wachwerden unter sanften warmen Wasserstrahlen so nicht machbar ist, weil das Kind maximal 37 Grad Wassertemperatur erträgt (diese Gradzahl empfinden sie als kalt) oder sie gehen das Risiko bemalter Wände und ausgeräumter Schränke ein und überlassen das Kind erst einmal sich selbst. Und sie wissen erst, wenn es passiert ist, was Kinder in 15 Minuten alles bewerkstelligen können. Der Gemaux machte diese Erfahrung ziemlich früh und nimmt seit dem lieber seine Tochter mit zum Duschen. Denn sich selbst nicht so richtig pflegen ist immer noch besser, als jeden Monat Wände zu streichen.

Ohne Kind gehen sie nun zur Arbeit oder setzen sich in ihr Home-Office um den Arbeitstag bei einer gemütlichen Tasse Kaffee zu beginnen. Vorher checken sie entweder die Emails oder klönen noch mit ihren Kollegen. Der Tag beginnt geruhsam und entspannt, weil bis jetzt noch kein Muss herrscht, beziehungsweise Alternativen in Sicht sind.

Mit Kind haben sie nun die Aufgabe, dieses zu bespassen. Es soll viele Eltern geben, die vor dieser Aufgabe nach kurzer Zeit kapitulieren und den Sprössling vor die Flimmerkiste setzen. Das hat zur Folge, dass das Kind die Bedienung der Multimediaeinrichtung schnell beherrscht und Toggo.de und Kika sagen kann. Aber sonst nichts mehr. Unkontrolliertes Fernsehen ohne elterliche Führung macht ihre Blagen blöd. Wenn es der geldliche Rahmen erlaubt, werden sie ihr Kind mit zum Kinderturnen, zu Krabbelgruppen, oder in den Vorkindergarten zerren müssen. Denn sie wollen ja kein PISA-Opfer erhalten. Oder ihre Wohnung-ihr Haus- sieht nach kurzer Zeit aus wie eine Filiale von Toys r’ us oder Haba.

Ohne Kind verbringen sie den Tag im Büro, lassen sich ab und an vom Chef besuchen und zurechtweisen und erledigen ihre Aufgaben. Dieses verschafft ihnen Genugtuung und Anerkennung. Sollte es ihnen zu stressig werden, dann machen sie halt eine Pause und surfen fremd oder setzten einen Fuß vor die Bürotür (oder erledigen halt die äquivalenten Tätigkeiten als Handwerker oder Arbeiter) Wie dem auch sei, dieser Tag unterliegt weitestgehend ihrer Bestimmung.

Mit Kind haben sie sich der Fremdbestimmung zu unterwerfen. Denn das Gezeter eines zweijährigen Monsters ist ungleich stressiger als das ihres Chefs. Gemaux weiß wovon er spricht. All die Gelegenheiten wo sie Kontakt mit einem Arschlochchef oder miesen Kollegen hatten sind ein lauwarmer Katzenfurz gegen den seelischen Terror, den ein Kind ausüben kann. Denn vor ihnen steht die personifizierte narzisstische Egomanie. Viele Eltern gehen auch hier den Weg des geringsten Widerstands und besänftigen das Kind in dem sie alle Wünsche erfüllen. Das kann dazu führen, dass man in der FuZo schon mal von der Polizei in Gewahrsam genommen wird. So passierte es einer Rechtsanwältin, die ihrer Tochter nicht wiedersprechen konnte oder wollte, dass es sich trotz eisiger Temperaturen nichts anziehen lassen wollte. Denn Kinder haben Macht über sie. Ihrem Chef können sie innerlich immer noch den Stinkefinger zeigen und geistig auf ihn eintreten. Aber ihr Kind ist ihr Kind und hat einen höheren Stellenwert in ihrem Gefühlshaushalt als Gott. Und das alles tun sie nur, damit ihr Balg sie einmal kurz anlächelt.

Ohne Kind gehen sie irgendwann zur Mittagszeit etwas essen und verbringen eine Stunde oder eine halbe damit ihre Seele zu pflegen.

Mit Kind haben sie im besten Fall das Mittagessen vorbereitet. Wobei sie hier eine Hand am Herd und ein Auge auf das Kind haben. Immer bereit den Stift aus der Nase zu ziehen, oder zu verhindern, dass ihr Kind die Schluckmuskelstärke an Holzkugeln und anderem Spielzeug testet. Wenn das Monster dann gespeist hat, haben sie noch nichts zu sich genommen. Gemaux nimmt gerade deutlich ab, weil er selber nur das zu sich nimmt, was seine Tochter übrig lässt. Denn man kommt nicht dazu selber zu essen. Weil das Essen des Kindes garantiert zu heiß, der Löffel zu groß oder der Teller zu doof ist. Dann erst kommt ihr Glücksmoment. Nämlich wenn das Kind müde wird und nun gerne ein Mittagsschläfchen halten möchte. Aber selbst dieser wird zunichte gemacht, weil Gemaux meist noch eine Minute dabeisitzen muss, oder eine Trinkflasche fertig machen muss, oder weil das Stofftier im Bett gerade spontan in Ungnade gefallen ist und nun ein anderes aus einem anderen Raum geholt werden muss. Ist das Kind dann eingeschlafen, haben sie endlich Zeit. Und zwar zum Putzen. Gut, man kann diese Zeit auch für sich nutzen. Das setzt dann aber Kompromissbereitschaft bei sich selbst und vom Partner voraus, da die Wohnung dann garantiert nicht reinlich ist. Also wieder nichts mit Zeit für sich selbst.

Ohne Kind gehen sie nach getaner Arbeit nach Hause und lassen das Büro-die Werkstatt hinter sich und haben Feierabend. Oder sie gehen, wie im Fall meines hier zitierten Freundes einer Nebenbeschäftigung zwecks Aufbaus einer eigenen Werbeagentur nach. Aber dies machen sie dann auch nur für sich. Es ist immer noch grundsätzlich kein Muss.

Mit Kind haben sie nach Erwachen desselbigen die Aufgabe auch nachmittags zu100% aufmerksam und da zu sein. Mit Kind endet ihr „Arbeitstag“ bestenfalls mit Erscheinen des berufstätigen Partners, der sich der Brut dann annehmen kann, weil es so herrlich entspannend ist, nach dem harten Tag im Büro. Aber im Grunde endet ihr Tag erst mit dem Einschlafen des Kindes am späten Abend. Dass heißt im Regelfall 12 Stunden durch powern. Ohne, dass sie mal im Internet surfen konnte, die Zeitung lesen, sich mit anderen Menschen unterhalten oder Lob und Anerkennung vom Chef/bzw. der Kollegen erarbeiten konnten. Und ohne am Ende des Monats ihre Belohnung in Form von Zahlen auf dem Konto für ihre achso harte Arbeit zu erhalten. Sondern mit dem, was ihnen der Partner an Haushaltsgeld oder Taschengeld überlässt. Bzw. wenn sie es wie der Gemaux schaffen durch das Vorhandensein von Großeltern im Haus ab und an etwas nebenher zu verdienen.

Fazit: Der Gemaux geht mit freudigem Jauchzen in die Zielgerade (Kindergarten) um sich wenigstens halbtags wieder einer geldbringenden Tätigkeit zu widmen und beim Bearbeiten von Schriftstücken zu entspannen und freut sich wie Bolle auf Kundengespräche. Und eins, weiss der Gemaux jetzt schon. Er wird garantiert nur müde lächeln über den „Stress“ auf der Arbeit.

Des Gemaux Hochachtung gilt allen Hausfrauen und –Männern. Tiefsten Respekt hat der Gemaux auch vor alleinerziehenden Müttern und Vätern die NIEMANDEN haben der ihnen den Stress erleichtert.

Soweit ist es gekommen. Gemaux freut sich auch auf das nächste Beisammensein, wenn das Jammern und Wehklagen seines luftpumpenden Freundes wieder ertönt, dass er soviel Stress hat, aber der Gemaux ja „nur“ Hausmann ist.

Sollten Sie dies im Büro lesen und zuhause versorgt ihr Weib oder Mann Kind und Höhle, dann gehen sie mit einem Lächeln auf den Lippen nach Hause, nehmen ihren Partner in den Arm und helfen ihm/ihr in den letzten Stunden, bevor das Kind einschläft! Das ist ein Befehl!

Schönen Wochenanfang

Gemaux





Festgefahrene Geistesblitze

6 02 2009

Der Gemaux hat den vagen Verdacht, dass alle Fernfahrer insgeheime Miniphilosophen sein müssen. Unter der Schale von verschwitzten alten Klamotten und Gummigaloschen müssen große Denker sein. Versteckt und vom Bildungsbürger missachtet, tragen sie täglich ihre Kultur in einer Tasche zur Waschkabine in der jeweiligen Raststätte. Fernab von Allem, was Herrn Broder und Reich-Ranitzki in ekstatische Verzückung verfallen lassen- können sie sich ganz auf das Denken konzentrieren.

Sie sind sozusagen auf ihr Innerstes fokussiert wie es sonst keiner kann, der sich zur geisteswissenschaftlichen Elite zählt. Wer keinen Schopenhauer lesen kann, sondern sich mit Happy Weekend und sonstigen schwülstigen Ablenkungslektüren und maximal Rondo Veneziano als erwerbbare Klassik-CD zu begnügen muss, muss einfach durchgängig ein Feuerwerk der Lebensweisheiten im Kopf haben.

Wie der Gemaux darauf kommt?

Nun, der Gemaux macht ja die Light-Variante des Fahrers. Irgendwo unten bei den -von Fernfahrern- gern belächelten Paketboten und sonstigen Auslieferungsfahrern angesiedelt, kommt der Gemaux schon mal in Versuchung sich aus einem Zoo einen dressierten Affen auszuleihen- diesem ein Gemauxkostüm über zu stülpen- und ihn dann seine Arbeit machen zu lassen. Gemaux ist alt und braucht das Geld. Ächem…eher die Ablenkung und Alternative zu seinem Hausmanndasein.

Während der Gemaux heute am Morgen so seine Tour abfährt um für eine Landesbehörde sogenannte Staubniederschlagsmessungen zu gewährleisten, befährt der Gemaux einen Feldweg. Der verhasste Standort, der den Gemaux mittlerweile 5 Jahre seines Lebens durch Stress beim Überqueren einer stark befahrenen Bundesstraße, sowie verschiedene Hautzellen und Stoffrisse beim Ausgleiten auf derselben in eisglatter Variante gekostet hat, darf endlich den Weg ins Stangenregal antreten. Zum Zwecke des Abbaus, dachte sich der Gemaux, wäre es sinnvoll, den Ort über den Feldweg zu erreichen. Auch als ein letzter Ehrenumweg für diesen Kontrahenten.

So fuhr der Gemaux auf dem angetauten Feldweg dahin, packte die Wurzel des Übels beim Schopfe…beim Korbe und verstaute selbigen verkehrssicherheitsgemäß auf der Ladefläche. Mit einem fröhlich Liedchen auf den pfeifenden Lippen, anstelle einer Kirchenbontempi setzte der Gemaux sodann zum Rückweg an (der Pöt bricht gerade wieder durch, man mag ihm verzeihen, dem Lurch). Auf der Fahrerseite machte sich ein großer brauner Haufen im Blickfeld des Gemaux breit. Nein, keine Ansammlung von Kuhscheiße oder anderen Fäkalien. Die fahren, bekanntermaßen, die LKWs zur Müllentsorgung. Nein ein schöner breiter Haufen lud den Gemaux fast schon Sukkubusartig ein, dort zu wenden. Dies würde den Weg verkürzen und den Stressfaktor „Zurücksetzen auf 750m nur mit Außenspiegeln“ erheblich mindern.

Ein kurzes Absacken des Hecks und ein dreckiges Lachen des Schicksals vermittelten dem Gemaux, dass er sich gekonnt festgefahren hatte.

Der braune Haufen entpuppte sich als gehacktes Grün, auch Hackschnitzel genannt. Nun ist der Gemaux keine Luftpumpe. Wenn hinten nichts mehr geht und vorne die Reifen qualmen, weil das Winterreifenprofil sich aufs Heftigste an dem Schotter abreibt, dann denkt der Gemaux noch lange nicht daran, den ADAC oder einen anwohnenden Bauern um Hilfe zu bitten. Nein, solche Schmach und der Zeitverlust wären zu viel für den Gemaux. Also die Reifen frei geschaufelt (die Hinteren!) und mit Stöcken abgesichert und –wieder am Steuer- mit dem ersten Gang schöne Schaukelspielchen veranstaltet, kam der Gemaux dann doch wieder aus eigener Kraft und mit eigenem Vermögen frei.

Beim Verlassen des Feldweges durchfuhr es den Gemaux dann blitzartig.

Das Leben ist wie eine Tour. Die Einen fahren gerne geradeaus auf der asphaltierten Straße auf den vorgezeichneten Wegen. Die Anderen betreten Wege abseits der Straße und fahren sich schon mal fest. Aber durch das vor- und zurück und rechts und links erfahren sie (Achtung Wortspiel) wie man sich selber wieder aus der festgefahrenen Situation heraus manövrieren kann.

Schönes Wochenende

Gemaux






Die Geschichte des G

3 02 2009

Der Gemaux wird jetzt ein Geheimnis lüften, welches die Grundfesten dieser Erde erchüttern wird. Die Entstehungsgeschichte des Gemaux sozusagen.

Wir gehen weit weit in der Zeit zurück, bis zu einem Zeitpunkt, wo der Gemaux zuviel Geld in Verbindung zuviel Freiheit hatte.

Einen kleinen Moment bitte, der Gemaux muss sich ein Erinnerungstränchen aus den Augen wischen, weil es der Tage an jeweiles einem meist mangelt…

So, fertig. Man soll der Vergangenheit ja nicht nachtrauern sondern die Zukunft schauen.

Ausserdem wird das Ganze dann zu emotional und hunderttausende  Weichwaffelblagen, die sich Emo nennen, klicken diese Seite wieder auf der Suche nach Schminktipps an. Auch hier wieder Gemauxs kleiner Ratschlag am Rande: Eigenblut. Am Meisten gewinnt man davon, wenn man beim Ritzen nicht die feige, selbstverleugnende waagerecht-Variante nimmt, sondern endlich mal Nägel mit Köpfen macht und schräg längs über den gesamten Unterarm ritzt. Und zwar tief. Und über beide Unterarme. Dann kann sich der emotional extrovertierte Schwachmat schöne blutrote Augenringe malen, die später tiefbraun werden. Und etwas später gibts dann auch ganz viel Aufmerksamkeit. Mit eigenem Schminkservice, mitfühlenden Menschen tieftrauriger Musik und sogar einer eigenen Bude-1,80m tief.

Kommen wir zum Gemaux. Es begab sich zu der Zeit, als es tierisch heiss war. Wir kennen das alle als Sommer. Das ist das Gegenteil von der derzeitigen Wettervariante.

Des Gemaux bester Freund zu der damaligen Zeit half seinem Anverwandten gerne mal aus, wenn dieser Personalknappheit im Fuhrmannsgeschäft hatte. Und so begab es sich, dass eine dringende Lieferung aus dem schönen Sauerland ins nördliche Spanien sollte, nach Bilbao.So eine Reise darf nicht unbegleitet bleiben und stellt eine Heruasforderung für die heranwachsende Männlichkeit dar.

Die beiden Recken machten sich also auf, nachdem sie für nachhaltige Wegzehrung gesorgt hatten (4 Pizzen und drei Cola) auf den Weg, die immens wichtige Terminfracht auf die Straße und zu ihrem Bestimmungsort zu bringen. In königlichem Auftrag und Mission um schlimmere Unbill in Form einer Vertragstrafe zu vermeiden.

Der Transporter samt Anhänger wurde mit zwei begitterten Behältern voll mit skandalös unspektakulären Federn beladen und erreichte so sein zulässiges Gesamtgewicht ziemlich schnell. Die Fahrt durch das eigene Land verlief erwartungsgemäss ruhig und auch in der großen Kindergeisterbahn Belgien hielt die Beiden nichts und niemand auf. Mittlerweile – sie hatten schon das Land der komisch sprechenden Menschen erreicht- und deren Hauptstadt mit einem Stahlträgermonument passiert (nicht ohne sich auf den Kreiseln rund um Paris in Ermangelung der Sprache beinahe hoffnungslos zu verfahren) da dünkte es den besten Freund vom Gemaux, dass er sich auf die Ladefläche und den dort vorhandenen Liegeplatz zur Ruhe begeben wollte.  So übernahm der Gemaux die Zügel des Höllengefährtes und man machte sich auf, Richtung Bordeaux. Die Nacht wich einem phänomenalen Sonnenaufgang, der den Gemaux derart faszinierte, dass er nicht auf die Geschwindigkeit achtete. Vielleicht war es auch nur der Genuss der Gerstenkaltschale. Lautes Gezeter seines Freundes riss ihn aus den schönsten Tagträumereien. Anscheinend war dieser nicht mit der Geschwindigkeit von 130 km/h einverstanden, die das Fuhrwerk bravourös überladen meisterte.

In Bilbao verlief die Lieferung nach einem Aufenthalt im Motel zur Überbrückung der Wartezeit bis die faulen Spanier auch endlich mal wieder bei Mercedes ans Band am Montagmorgen wollten, recht schleppend. Abgeladen und abgefertigt wurde sogleich und spontan beschlossen, diesen Trip etwas zu verlängern und man wollte an die Küste. Mehr Meer musste her. Nicht umsonst hatte Gemauxens Freund sein Surfbrett zufälligerweise mit auf die Ladefläche gequetscht. Spaniens Nordküste war zu diesem Zeitpunkt ….pfui. Also entschlossen wir uns stilgerecht in Biarritz einzufallen.  Diese Stadt ist schön. Sehr schön und auch schön teuer.

Der Gemaux wollte sich etwas Bleibendes von diesem Trip mitnehmen und erstand ein Feuerzeug aus Metall mit Lifetime-Garantie und dem Abbild seines Sternzeichens darauf. Der Freund des Gemaux wollte den -nun ja freigewordenen- Platz der Ladefläche mit einer eigenhändig ausgegrabenen Palme aus der Mittelinsel eines Kreisverkehrs in der Nacht füllen. Dieses Vorhaben scheiterte kolossal an fehlendem Werkzeug, auftauchender Gendamerie und mangelnder Koordination durch erhöhten Rotweineinfluss. Also fuhren die beiden am nächsten leicht verkatert und wieder mit nahrhafter Wegzehrung (zwei Croissants ind einem Hektoliter Kaffee) am nächstenTag wieder Richtung Heimat.

Nun war der Gemaux wieder mit zuviel Freizeit gesegnet und sein Computer vermittelte ihm Zugang zu Welten in denen Leute miteinander reden, oder spielen, oder beides. Eine Grundvorraussetzung für die Teilnahme an diesen Welten ist ein Spitzname. Und wie der Gemaux nun sinniert, welchen einzigartigen Namen er sich nun zulegen könnte, der wie eine Trutzburg den anderen einfallslosen Variationen den Rang abläuft, fällt sein Augenmerk just auf das mitgebrachte Feuerzeug. Auf Französisch lautet das Sternzeichen des Gemaux-Gemeaux.

Und so wollte sich der Gemaux auch nennen. Hatte ja sonst keiner. Vor lauter Aufregung bei diesem fast schon genialen Einfall vergass der Gemaux, allerdings ein E.

So entstand der Gemaux. Der Gemaux ist wie sein Sternzeichen latent schizophren. Deswegen darf der Gemaux die böse Seite darstellen und das gefällt dem Gemaux bonfortionös, wie der Franzose sagt.

Nun ist es heraus, von der Seele getippt sozusagen. Erbleichen dürfen sie, verehrter Leser…..jetzt. Danke, langt dann auch schon.

Grüssend

Gemaux