Freizeitdruck Mittel

30 03 2009

Montag ist Abo Tag. Da flattert dem Gemaux immer sein Wochenmagazin aus Hamburg ins Haus, serviert vom freundlichen Postboten.

Als Erstes werden dann die Leserbriefe frequentiert. Und just in einem dieser abgedruckten Zuschriften steht wieder die allbekannte Phrase (zum Thema -Schusswaffen in Deutschland-): „…. Opfert seine Freizeit um….“. Nun fragt sich der Gemaux, wie man Freizeit opfern kann. Wenn der Gemaux tief in sich hinein hört, dann entsteht nur dann in ihm ein Opferaltar, wenn der Gemaux etwas erledigen muss, weil er ja gerade Zeit dafür hat- dieses aber unwillig macht.

Im Umkehrschluss macht also der sich selbst als Trainer eines Schiesssportvereins ausgewiesene Schreiber etwas unwillig?

Haken wir nach. Dort beschreibt er, dass er in seiner Funktion als Trainer ja zur Konzentrations-, Teamfähigkeits-, Sozialkompetenzförderung die Jugendlichen bei der Handhabung einer Schusswaffe zur Ausübung des Sports unterweist und sie lenkt.

Hintenan geschoben dann der Hinweis auf die Opferung der kostbaren Freizeit. Sehr selbstlos ist dieser Mann. Zeit und die freie als solche sind das kostbarste Gut dieser Zivilisationsstufe. Messbar an den Honoraren der Dienstleister bei kleinen Haushaltstätigkeiten, Schönheitsoperationen, Beauty und Wellness Angeboten, etc., die alle direkt dazu dienen uns Zeit zu verschaffen. Bei letztgenannten zwar nur äußerlich, aber egal. Die Zeit als solche ist in unserer schnellen Welt ein nicht zu verachtendes Gut. Und wenn man dann noch freie Zeit hat, ist man fast schon Krösus. Oder wie Krösus.

Diese Zeit wollen wir mit dem verbringen was uns Freude, Entspannung, oder Befriedigung verschafft. Am Besten alles zusammen.

Drum sucht sich der klar denkende Mensch doch etwas aus, was ihm seine Zeit nicht stiehlt- er sie also nicht opfert für unleidliches Tun. Das führt mittlerweile dazu, dass immer mehr Menschen ihre Freizeit als Druckmittel benutzen. „Nimm das Kind ich brauch meine Freizeit“…“ich opfer meine Freizeit und keiner dankt es mir?“…“Bitte schenken sie uns einen kleinen Moment Ihrer Aufmerksamkeit“ usw.

Was den Gemaux dabei stört ist folgendes. Wenn diese Person sich in einem Verein engagiert und dort seine Freizeit verbringt, weil er seinem Hobby frönt…. Wie kann dieser Mensch seine Zeit dann opfern?

Nicht nur das. Alljährlich werden all die ehrenamtlich tätigen Vereinsmeier auch noch geehrt und belobigt für ihren Dienst an der Allgemeinheit.

Also bekommt dieser Herr nur zu wenig Lob und Ehrung für sein Tun? Versagte etwa seine Jugendabteilung beim jährlichen Schützenfest?

Daher mein Appell an den Herren: Sie opfern ihre Freizeit nicht. Entweder sie tun, was sie tun, weil sie ein „harter Kerl“ an der Waffe sind, oder sie lassen die Jugendarbeit sausen. Das gilt übrigens für alle Lebenslagen.

Generell sollte man nicht von „opfern“ sprechen für etwas, dass man eh gerne macht.

Findet Montagsgrüssend

Der Gemaux





Vermischtes Versagen

26 03 2009

Heute ist Donnerstag. Der Gemaux ist sich dieser Tatsache bewusst. Leider konnte der Gemaux seiner Tradition nicht folgen und am Montag seine geistigen Ergüsse von sich geben. Denn der Gemaux verbrachte den bisherigen Großteil dieser Woche bei seinem Freund und Kupferstecher, dem Zahnarzt.

Mit diesem ist der Gemaux schon seit der Schulzeit verbandelt und so hat sich im Laufe der Jahrzehnte ein deutlich größeres Vertrauenspolster aufgebaut, welches der Gemaux anderen Vertretern dieser doch leicht sadistischen Zunft nie entgegen bringen konnte. Wir sind uns direkt am Anfang seiner Karriere nach dem Studium einig gewesen, dass wir uns gegenseitig nicht weh tun wollen.

Während der Behandlungspausen sitzen die beiden Schulkameraden so in trauter Raucherrunde und erzählen von ihren prägnanten Erlebnissen, die in der Zwischenzeit vorgefallen sind. Unter anderem erzählt des Gemaux Kollege, dass das neben ihm wohnende Vorstandsmitglied einer Parfümeriekette ihn besucht hätte und von den Unterlagen einer Bewerberin fürs middle-management schwärmte.

Er wäre begeistert von den Unterlagen, der Präsentation und den Zeugnissen der frischen Master-Absolventin. Mittlerweile gängige Praxis und sozusagen schon ein must-have in Personaler- kreisen sind Accounts bei den gängigen social-network Seiten. Dort stand dann wohl, dass unsere Musterbewerberin nicht nur ein ausschweifendes Partyleben schätzt sondern auch noch auch welche expliziten Sexualpräferenzen sie hat. Inklusive aussagekräftiger Fotos. Der Gemaux war sich sicher, dass sein kompletter Bekanntenkreis dies wild applaudierend und mit nicht geringer Vorfreude zur Kenntnis genommen hätte und sich auf die ersten Überstunden allein im Büro mit der jungen Dame gefreut hätte.

Unser beschriebener Personaler zeigte sich eher gelinde gesagt… entsetzt und verließ den einspeichelnden Gemauxkollegen mit dem Hinweis, dass der diese Bewerbung heute mit einer Absage versehen zurück geschickt hätte.

So war das gesamte Studium dieser wohl exorbitant guten Absolventin für die Katz. Außer sie strebt eine Karriere in den kaufmännischen Bereichen der Fleischfilmindustrie an. Voll versagt also. Aber gottseidank hatte man ja seine StudiVZ-Seite immer auf dem neuesten Stand.

Ein weiteres Versagen macht dem Gemaux schwer zu denken. Laufend las er bei Spirit of Entebbe über die nur gerechten Vergeltungsschläge der israelischen Armee im Gazastreifen. Ja…auf der Seite diese Bewerbungsfotogrinsers finden sich nur Israelfreundliche Zeitgenossen ein, die garantiert nicht zum gemäßigten politischen Lager in der annektierten britischen Ex-Kolonie gehören dürften.

Da schreibt der Spiegel doch verruchter weise, dass israelische Soldaten sich Lasten von der Seele reden würden über Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Impertinent wie der Spiegel ist, werden da Soldaten zitiert, die den Befehl gehabt haben auf Frauen und Kinder zu schießen (waren bestimmt alles Selbstmordattentäter). Sanitätssoldaten wäre verboten worden zu verblutenden Palästinensern vorzudringen (die waren bestimmt vermint oder Köder eines Snipers)um Hilfe zu leisten, wie es der MENSCHLICHKEIT gebührt. Ja, der von seinen Kommentatoren und Abonnenten beweihräucherte Verfasser dieses „Unser Haus Israel“-Propagandablogs geht sogar soweit wie immer seiner „Schuld sind nur die Islamisten!“-Manie folgend das Ganze als legitim und den Grundsätzen des Krieges unterliegend zu beschreiben.

Natürlich werden kritische Stimmen auf seinem Blog als Kommentar nicht direkt gelöscht, aber mit einem zufriedenen Grinsen bedacht, wenn sich die Kettenhunde des Verfassers auf den doch bestimmt …wenn nicht sogar mit ziemlicher Gewissheit …antisemitischen (es kann doch gar nicht anders sein!!!) kritischen Verfasser stürzen.

Es ist egal, was man als Kommentar auf diesem Blog hinterlässt. Außer einem latenten „Heil Israel“ darf da nichts stehen. Dabei hat sich die israelische Politik doch soviel Mühe gegeben, alle Journalisten aus dem Warschauer Ghetto…Verzeihung, unpassender Vergleich, das war ja nur ein ummauerter Stadtteil mit einer ethnischen und religiösen Minderheit und kein ummauerter Landstrich… aus dem Gazastreifen fern zu halten.

Wähnten sich die israelischen rechten Parteien doch vollkommen im völkerrechtlichen Rahmen, als sie auf die Verteidigung ihres Landes pochend, mal eben diesen Abschnitt plätteten. O-Ton eines Soldaten “ Gaza ist toll, da darfst du auf jeden schießen der sich über die Straße bewegt“ Solche Aussagen sind natürlich verständnisvoll zu bedenken. Man führt ja schließlich Krieg gegen einen übermächtigen Gegner, der gar die USA und Russland gleichzeitig mit einem Fingerschnippen ausschalten kann. Eine Katjuscharakete ist schließlich gleichzusetzen mit einer SS20. Und erst recht, wenn sie über Zaun und Mauer ohne Zielsystem abgefeuert werden. Für vornehmliche Sachschäden kann man da schon mal den Tod von zig hundert Menschen, die Kollateralschäden und völlige Vernichtung der Infrastruktur legitimieren. Ist der Palästinenser erst mal wieder in der Steinzeit, wird er bestimmt schon wissen, wer sein rechtmäßiger Herrscher und Herr und Meister ist. Nämlich der Israelit.

In diesem Sinne ein „Heil Israel“ an den Kleingeist von Entebbe.

Schönes Wochenende

Gemaux





Langweilig

16 03 2009

Der Gemaux wird anscheinend ziemlich abgestumpft….oder er ist ideenlos…oder beides…

Amoklauf …same procedure as the last one  einer Attention whore die sich vor 10 Jahren vom Hochhaus geschmissen hätte und maximal der Strassenreinigung Sorgen bereitet hätte. Aber die kleinen narzistischen Versager holen sich ja lieber heutzutage eine Kanone und ballern um sich um noch welche mitzunehmen. Immer in der Gewissheit, dass sich garantiert ein grauhaariger Ex68er darüber echauffiert, dass es früher sowas nicht gegeben hätte. Doch gab es auch, Herr Selbsternanntexperte. Nannten sich nur damals RAF. Waren auch aus gutsituierten Verhätnissen und wollten ihr Leben radikal verändern und viel Aufmerksamkeit. Und das die Medien sie für eine Woche hofieren. Wenn auch nur posthum.

Finanzkrise…..langweilig. Betriebe gehen reihum den Bach herunter, aber unsere Banker denken immer nur noch an die eigene Bilanz. Vielleicht sollte man ihnen begreiflich machen, dass man Geld und Papierzahlenwerte nicht essen kann, sondern es auch Leute gibt, die richtig arbeiten. Und das auch wollen…und besser können.

Politik…unspektakulär. Seehofer markiert den starken Mann und hat trotzdem immer das mitleidige Gelächter eines Strauss im Hintergrund. Angela ist wie immer …farblos, unbestimmt, führungsqualitätslos, nichtssagend und schlecht angezogen. Und wird von dem kleinen Franzosen bei jeder sich bietenden Gelegenheit ausgebremst und muss sich in seinem Windschatten verkriechen. Und lächelt noch dabei. Gequält zwar, aber sie grinst wie ein Honigkuchenpferd.

Alltag…kein Kommentar. Doch eine amüsante Anekdote. Während Schwiegermutter den hofeigenen Zwinger säubert denkt sich Gemauxens Mädel, dass der Zwinger abgesperrt gehört. Und vollzieht es dann auch. Eine geschlagene viertel Stunde tapert sie mit dem Hund allein über den Hof und denkt nicht im Traum daran, die Großmutter freizulassen. Der Gemaux musste natürlich vermitteln wie böse das war. Obwohl er innerlich schon ein bischen stolz drauf war, dass seine Kleine das durchgezogen hat, was er sich manchmal denkt.

Schönen Wochenanfang wünscht

Gemaux