Es ist Montag.
Und nein, der Gemaux hat den Spiegel noch nicht durch.
Viel interessanter fand der Gemaux in der vergangenen Woche zwei Dinge. Zum einen den thüringischen Ministerpräsidenten Althaus.
Sie erinnern sich. Der besoffene Staatsdiener, der mal eben die Mutter eines 1-jährigen Sohnes auf der Skipiste flach gelegt und dadurch getötet hat. Weil er im Suff auf der anderen Seite der Piste ausgleiten wollte. Kunststück; bei Alkohol im Blut kann auch so mancher Autofahrer nicht mehr richtig bremsen und schlittert schon mal in andere Verkehrsteilnehmer. Die müssen dann meist aber die Fahrerlaubnis abgeben und mit empfindlichen Strafen rechnen. Anders der Herr Althaus. Nicht nur das. Durch seine unverantwortliche Tat belastete er auch unser Sozialsystem mit den nicht unerheblichen Kosten einer Schnell-Rekonvaleszenz. Beihilfe und PrivatKV sei Dank.
Nun schreibt der gute und ehrgeizige Herr Althaus, dass er sich seiner juristischen Schuld bewusst ist. ….Fahrlässige Tötung……
Schlimm genug, dass er diesen Vorfall verschuldet hat, aber was in Gemaux Augen und seinem Frontallappen schwerer klingelt ist die Tatsache, dass er seine Schuld abwiegelt. Wie machtgierig und –geil kann ein Mensch werden, dass er sich nicht dahin stellt bei eindeutiger Beweislage und sagt: „Ich habe diesen Fehler begangen, ich werde die Allgemeinheit entscheiden lassen, ob ich die richtige Person für eine derartige Position wie der meinen bin.“ Natürlich steht die thür. CDU hinter ihrem Dieter Althaus. Würden sie ja auch alle den einträglichen Sitz räumen müssen, wenn er sein Amt zur Disposition-sprich Neuwahl- legen würde. Die Tatsache, dass er einem Mann seine Frau und einem Sohn seine Mutter genommen hat tangiert den sauberen Herrn Althaus nur juristisch. Laut eigener Aussage. Damit reiht er sich nahtlos in die ganzen Machtversessenen ein, die auch im Zuge der Wirtschaftskrise noch auf ihre Boni beharren, und auch weiterhin als parasitäre Individuen ihr Dasein pflegen wollen. Sie merken, wie dem Gemaux die Halsschlagader schwillt. Kein Fünkchen Reue oder Gewissen erkennbar, im Gegenteil. Noch großkotzigeres Auftreten in der Öffentlichkeit.
Die zweite Sache, die dem Gemaux aufgefallen ist, ist die Folgende:
Im Winter und Frühjahr wurden an bewaldeten Straßen -zumindest in NRW- vermehrt Bäume am Strassenrand bis zu einer Breite von knapp einer Baumlänge an allen stark befahrenen Straßen ab gesenst. Früher ging der Gemaux aufgrund seiner beruflichen Vorgeschichte von der sogenannten Lichtraumprofilbereinigung aus. Bedeutet: Damit die Straßen schneller abtrocknen bei Regen und Schnee werden die Bäume an der Straße ab geschnibbelt, um es der Sonne zu ermöglichen ungehindert von Baumkronen auf den Asphalt zu knallen.
Nun wundert es den Gemaux nicht, dass das meiste Holz liegen bleibt oder geschreddert wieder auf die Böschung geblasen wird. Es kann ja nicht verkauft werden. Die Schadstoffbelastung in Holz und Rinde wäre zu immens für eine Verarbeitung zu Spanplatten oder Brennholz. Aber ein Assekuranz-versierter Kollege des Gemaux erzählte folgenden Fall:
Durch eine neue Verordnung muss ihre Versicherung nicht mehr gerade stehen, wenn ihnen bei der Fahrt durch sturmgeplagtes Waldgebiet ein Baum aufs Dach scheppert und sie und ihr Fahrzeug evtl. Schaden davon tragen. Höhere Gewalt nannte man das, glaubt der Gemaux zu wissen. Sondern die Versicherung des Grundstückinhabers auf dem der fallende Baum stand. Und die wollen sich das natürlich nicht bieten lassen, dass so etwas wie ein Klimawandel-verursachtes Ereignis die Bilanzen schmälert. Denn den Versicherungen ist auch klar, dass es in Zukunft zu stärkeren und häufigeren Stürmen kommen wird. Auch klar ist, dass die Versicherungen sich dafür verstärkt dann beim Waldbesitzer bedienen werden, sollte es zu einem versicherungspflichtigen Windwurf kommen. Schöne heile neue Welt. Da man es den Bäumen nur selten ansieht, wie es in ihnen aussieht, außer es sind schon etliche Kreuze auf die narbige Rinde genagelt, werden vorsorglich alle gefällt. Und die vorhandene Biomasse wird dann in MVAs verbrannt oder in Heizkraftwerken. Die suchen übrigens ständig mittels Brennwertanalysen von örtlichen Mülldeponien nach neuen Zusatzbrennstoffen. Kohle und Öl ist halt zu teuer geworden. Obwohl sie uns noch weiß machen, dass jede neue Preiserhöhung mit der Anhebung der Rohstoffpreise zusammen hängt. Dabei werden schon mittlerweile wieder alte Halden geöffnet um sie anzunagen. Oder glauben sie der ganze Kunststoff aus der gelben Tonne wird komplett recycelt?
Schönen Wochenanfang
Gemaux
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