Schreibblog-kade

10 08 2009

Manchmal muss man sich mal eine Auszeit nehmen. Besonders beim Schreiben. Es tut sich ja auch nichts weltbewegendes mehr. Auch leichte Desillusionen machen sich breit.

Die Banken machen wieder weiter wie vor dem Knall. Nur diesmal mit dem Fallschirm des Steuerzahlers. Was für sich stehend auch schon wieder dem totalen Wahnsinn entspricht. War nicht unsere selbsternannte Elite immer der Auffassung, nur die Tüchtigen haben das recht zu Überleben?

War es nicht der Grundgedanke der Masters of the Universe, dass das prekäre Kroppzeug, welches von staatlichen Hilfen lebt, der totale Abschaum der Menschheit ist?

Zeigen Sie etwas Dankbarkeit oder Demut, dass sie nicht ins Bodenlose stürzten, sondern weiter arbeiten durften? In jeder „kleinen“ Position wird man für Fehler die Geld kosten, oder gar das Unternehmen stark schädigen achtkantig vor die Tür gesetzt. Nicht so bei unseren Bankern. Also denen aus dem Investmentbereich. Die dürfen ein bischen wimmern und dann so weitermachen wie bisher. Alle Großbanken fahren wieder Gewinne ein, wie vor dem Blasenpeng.

Gleichzeitig sitzen sie auf ihren Moneten ohne Kredite für die Wirtschaft- also die die etwas produziert und eigentlich erst Kapital erwirtschaftet- zu vergeben. Man möchte bei soviel Irrisnn verzweifeln. Da bleibt zumindst dem Gemaux selbst der Sarkasmus in den Fingern stecken. Mit ungläubigem Blick verfolgt er die Nachrichten und Berichte in den Medien.

Gleichzeitig kommt -pünktlich- vor den Wahlen aus irgendeinem Loch wieder ein Abgeordneter gekrochen, der ein bischen PR erheischen will. Zur Zeit liegt man anscheinend ganz weit vorne mit irgendeinem Thema, welches eine Verfassungsänderung voraussetzt. Werden Politiker danach bewertet wie erfolgreich sie am Grundgesetzt gekratzt haben?

Allen voran Zensursula. Im Familiensektor versagt sie vollends. Keine Akademikerin nutzt die staatlichen Gratifikationen um zu gebären. Nein, unsere gebildeten Frauen machen das, was ihnen von Alice vorgegeben wurde. Karriere ohne Kinder. Hat doch schon Silvana Koch-Mehrin schon den Satz geprägt: „Ich habe nicht 4 Jahre studiert um mich dann um meine Kinder zu kümmern“.

So sieht man immer mehr DINKs herumlaufen und leben. Kinder werden nicht mehr zur Erhaltung der eigenen Lebenserhaltung im Alter gebraucht. Also so wie früher. Nein, Kinder sind mittlerweile Statussymbole. Ein Kind kostet bis zum vollendeten 18. Lebensjahr ca. 120.000 Euro.  Der Gemaux war wieder auf Sylt und er hat schon viele Kinder auf der Insel gesehen. So ist es ja nicht. Die meisten allerdings bei Betreuern mit AWO-Shirts und bestimmt nicht von gutbetuchten Eltern.

Gemaux findet, dass es einen finanziellen Anreiz gibt, den Frau vonderLaienhaftigkeit noch vergessen hat zu installieren. Eheleute ohne Kinder zahlen ab der biologischen Grenze von 45 entweder mehr in die Sozialversicherungen, oder erhalten nur eine minimale Grundrente bis garnichts aud den sozialen Töpfen. Denn wer sich, aus welchen Gründen auch immer, aus der sozialen Gemeinschaft verabschiedet, soll doch dann auch so fair sein, nicht mit Gefälligkeiten im Alter zu rechnen. Genügend Geld für die Alterabsicherung bleibt ihnen ja zu Lebzeiten.

Mal abgesehen davon, dass sie sich um einen lebenswerten Faktor bringen, den kein Konsumgut dieser Erde ihnen bescheren kann.

Schönen Wochenanfang

Gemaux





Ab auf die Bank!

13 12 2008

Nein, dies wird kein Lukas Podolski Tribute Thread. Der arme Poldi möcht so gern heim zu Mama nach Köln, dass er einem schon fast leid tun kann.

Gemaux meint damit unsere ehemaligen „Masters of the Universe“. Der Gemaux freute sich diebisch, dass aus den Herren des Universums Bettelknechte, Wimmerlinge und freie Finanzbeamte geworden sind.

Eventuell hat Gemaux auch nur zuwenig Ahnung von der Materie, aber er findet, dass sich die Herren in den mittleren und oberen Etagen der Banken aufführen wie kleine Kinder.

Allen voran mein liebster Schweizer, das Ackermännchen. Merkels ehemaliger Vorzeigebanker kochte erst mit dem Bassetface ein Süppchen und liess dann andere kosten. Die fanden die Mischung nicht schlecht und beantragen nun nach und nach die Staatshilfe.

Erst flehten sie den Staat an. Sie wissen doch übrigens noch wer eigentlich der Staat ist? Sie, lieber Leser. Leider wissen das die, sich selbst vom Staat losgelösten, Personen nicht mehr. Also die Politiker und immer klarer werdend auch die Banker unserer Nation. Der Einzige der mit einem schlechten Gewissen sich mit Händen und Füssen gegen die Filzdoktrin zu wehren scheint ist der Chef aller Finanzbeamten, unser Steinbrück.

Leider wird er durchweg abgebügelt. Da treten die Herren im Nadelstreifen schon wieder grosskotzig auf und verbitten sich eine zu große Einflussnahme des Staats auf ihre Art zu Wirtschaften. Die armen Herren haben anscheinend morgens keinerlei Zeit und Musse, sich mal die Nachrichten anzuhören.

Da kommt mit steter Regelmässigkeit die Meldung, dass eine eigentlich gut laufende Firma Insolvenz anmelden muss, weil die zuständige Bank keinen Kredit mehr vergibt. Jahrelang durchgewunkene Kredite bei solventen Firmen werden neu behandelt und die Bosse müssen Bittstellerartig vorstellig werden zur Neuverhandlung.

Weil die Banken ausbremsen um ihre eigenen Bilanzen zu bereinigen. Das zeugt von einer immensen Impertinenz. Erst fahren sie den vielzitierten Bus mit 130 gegen die Wand, betteln um Reperaturkostenübernahme durch den Staat und lassen dann niemanden einsteigen.
Nein im Gegenteil, anstatt mit dem firsch renovierten Förderfahrzeug nun alle mitzunehmen, die durch Bankers Verschulden in die Bredouille geraten sind und zu helfen, dass jene weiter von A nach B gelangen,sitzen die Herren mit Ihrem verstockten Arsch fest auf dem Geld und lassen den Idiotentürsteher seinen äquivalenten Satz zum „Du kommst hier nich rein!“ herunterleihern. Selbst die Angestellten des obersten Räuberleiters Steinbrück sind da nun so freizügig wie Prinz Karneval und schmeissen demnächst Nachzahlungen der Pendlerpauschale hinaus. Nur unsere Banker nicht.

Deswegen sollten wir alle mal auf die Bank gehen und unser Konto leerräumen. Macht natürlich kein Schwein. Dem Deutschen ist das Protestieren gegen Sachen, die die Wirtschaft betreffen, ab erzogen worden. In Italien, Frankreich, Griechenland dauert es keine 5 Minuten und die ersten Hundertschaften der Polizei müssen das Feld räumen, weil ALLES auf die Strasse geht.

In Deutschland geht man nur auf die Strasse, wenn Rechte demonstrieren. Nicht aber, wenn der eigene Arsch demnächst auf Grundeis laufen könnte, weil die Banken den Unternehmen keine Überbrückungskredite gewähren, oder wenn dann nur zu völlig überzogenen Konditionen. Stichwort Automobilindustrie. Und da gehts noch nicht einmal um die Produzenten. Sondern in erster Linie um die Zulieferer. Dicke Auftragsbücher und Forderungshefte unter dem Arm geklemmt, bekommen sie nun höchstens ein Glas Wasser aus dem Kran der Toilette im Bankgebäude. Aber keinen Kredit mehr.

Hallo Herr Ackermannund Kollegen in der Riege:

Wenn es keine Unternehmen mehr gibt, die Geld erwirtschaften, dann habt ihr auch nix mehr womit ihr arbeiten könnt. Globalisierung fängt nicht in Timbuktu an, sondern im Dorf um die Ecke, wo ein Unternehmer gerade wieder abgeschmettert wird, damit euer Jahresziel nicht ganz so beschissen ausfällt.

Schönes WE,

Gemaux





Auf Grund…

27 11 2008

Folgenden Ausdruck bekam der Gemaux unlängst von seinem Haus und Hof Geldinstitut:

„Aufgrund der momentanen Wirtschafts- und Finanzsektorlage erlauben wir uns die Zinsen für vereinbarte Dispositionsrahmen auf 14,25% p.a. und für ausserplanmässige Überziehungsbeträge auf 19% p.a. zu erhöhen“

Sofort stahl sich ein Schmunzeln auf Gemauxens Lippen. Denn der Gemaux ist seit geraumer Zeit Kunde der Ackermannschen Bank.

Nun stellt sich dem Gemaux folgende offensichtliche Tatsache dar.

Herr Ackermann war einer der Hauptakteure, die den „Rettungsfonds“ als Erste Hilfe Paket für notleidende Banken ins Leben gerufen haben, wenn deren Eigenkapitaldecke zu gering wurde.

Nun ist grundsätzlich an der Idee ein Bankhaus mit staatlicher Hilfe zu retten nichts verkehrt. Auch der Polemikkönig Gemaux weiss, dass es mehr Schaden verursachen kann, wenn eine Bank insolvent wird, als wenn diese mit staatlicher Hilfe gerettet wird.

Großzügig verzichtete der Herr Ackermann auf einen Teil seines diesjährigen Gehalts. Oder zumindest seiner Zulagen. Kunststück, denn durch die Finanzmisere wären seine Boni eh nicht so hoch ausgefallen, wie er sie am Anfang des Jahres wahrscheinlich errechnet hat. Keine Zielerfüllung- keine Boni.

Da hat der Schweizer zumindest mal auf seinen PRberater gehört. Gleichzeitig stellte er klar, dass es faktisch unter seiner Würde wäre, die Staatshilfe anzunehmen. Moment….. stellte sich Herr Ackermann nicht unlängst vor die Kameras und bekannte reumütig, dass seine Aussage beim Vodafone-Skandal- „der Staat hat sich gefälligst aus den Bankgeschäften heraus zu halten“ -eventuell doch nicht so richtig gewesen ist?

Was denn nun?

Eins ist dem Gemaux von vornherein offensichtlich. Wenn der Oberhäuptling der Deutschen Bank sagt, dass er keine Staatshilfe bräuchte, der Gemaux aber dann solche maschinell erstellte Schreiben in der Hand hält, wird einiges klar. Dem Gemaux zumindest. Der Herr Ackermann will gar nicht über den Umweg „Steuergelder“ an dem Ausgleich seiner dato miserablen Bilanz arbeiten. Er will es direkt von den hauseigenen Kunden haben. Und da natürlich wieder von denen, die am Ende des Geldes meist noch etwas Monat über haben. Schlaues Kerlchen.

Das alles wäre nicht verwerflich und mit einen Geruch behaftet, der klar denkenden Menschen die Tränen in die Augen treibt. Wenn die Krise nicht hausgemacht wäre. Genau wie Commerzbank, Hypovereinsbank wollte auch die Deutsche Bank auf den Zug der CDS aufspringen und das grosse Geld machen.

Wir erinnern uns….. In Basel wurde ein Abkommen abgeschlossen- nach dem Platzen der IT-Blase-, dass Kredite fortan einer besonderen Absicherung bedürfen. Ab diesem Zeitpunkt war es für Menschen mit Ideen, die ihnen zu einem selbstständigen Leben verhelfen könnten, noch schwerer das notwendige Startkapital zu erlangen. Zum einen stand die mannshohe Hürde „Verständnis von realwirtschaftlichen Zusammenhängen“ bei Bankern vor dem Bittsteller. Zum anderen wurde diese Hürde noch mal mit der BASEL II-Mauer erhöht. Zig geplatzte Kredite für unlautere Start-up Unternehmen im IT-Bereich hatten dafür gesorgt, dass der Banker noch fester den verlängerten Rücken auf den Geldsack presste. Der Sack.

Gleichzeitig mussten aber Wege gefunden werden, um sich selber weiterhin buckellustig Geld von anderen Banken leihen zu können. Dies ging auf dem bisherigen Wege nun nicht mehr. Aber der Finanzjongleur wär nicht so einer, hätte er nicht ein Schlupfluch offen getan.

Die sogenannten Derivatgeschäfte sorgten nun dafür, dass Kredite ihre nach aussen nötige Absicherung erhielten. Und so reichte man einen Wechsel zum nächsten, um von dem einen Wechsel für einen anderen einen weiteren Wechsel zu erhalten. Bis irgendwann keiner mehr durchblickte, was wohin wechselte.

Aber die Creme de la creme der beruflichen Menschheit (laut Selbstauskunft) fuhr trotzdem weiter mit Augenbinde und Tempo 300 auf der A2 am Montagmorgen Richtung Westen. Selbst diejenigen, denen ihr noch rudimentär vorhandener Verstand und Gewissen schon entgegenschrie, dass es kracht, kniffen die gierigen Schweinsäuglein noch fester zu und drückten noch mehr aufs Gas. Der nächste Monat könnte den nächsten Bonus bringen.

Dann machte es Rumms.

Und dies ziemlich laut und immer noch nachhallend.

Aber wie es scheint, haben die meisten Finanzfachverkäufer diesen Schuss nicht gehört. Die anderen wenigen die ihn gehört haben, erfuhren diesen Sinneseindruck durch zuvor an die Schläfe gedrückten Stahl. Diese Jungs waren konsequent.

Denn sie haben realisiert, was sie da fabriziert hatten, als sie dachten, dass sich Geld mit Geld produzieren lässt ohne eine realwirtschaftliche Basis zu haben. Oder waren einfach nur nun pleite. Was nun folgte, kann schildbürgerlicher nicht sein. Es gab keine Reue nach aussen, die Herren sind einfach schon zu realitätsfern. Nun wird bei Unternehmen, die dringend Kredite brauchen um damit anfassbares Gut zu produzieren der Geldhahn zugedreht. Und das nur, weil die Idioten ab der mittleren Etage in einem Finanzsupermarkt zu dumm waren, ihren Job einigermassen korrekt zu erledigen. Im Gegenteil, nun stellen sich die Herren und Damen auch noch als Opfer ihrer selbstgemachten Krise dar. Und vergraben sich hinter ihren Vorschriften. Aber hören sie auch nur ein Wort der ernstgemeinten Reue an die Masse? Nein?

Weil sie keine Reue empfinden. Kunststück. Mit verschränkten Armen und vorgeschobener Flunschlippe steht die BWL-Premiumklasse in der Öffentlichkeit wie ein 3 jähriges Kind und hat nicht ansatzweise die Eier um die Konsequenen zu tragen. Jeder beschissene kleine Kioskbesitzer weiss am Ende des Monats ob er gut gewirtschaftet hat und was für ihn machbar ist. Die Flachköpfe in Frankfurt, NY, Paris, Reykjavik etc. wissen dies anscheinend nicht mehr. Weil sie nur Zahlen vor sich haben. Für den Wirtscahfter bedeutet eine miese Zahl am Ende des Monats oder Quartals, dass er den Gürtel enger schnallen muss, oder sich Mittel überlegen muss, wie er aus der Misere herauskommt. Die Finanzwelt rennt dagegen plärrend zu Mama Merkel und Onkel Steinbrück und schreit“Wir sind aber garnicht schuld“

Für Gemaux bleibt deshalb nur ein Weg. Gemaux wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt sein Konto einer Sparkasse anvertrauen. Die haben zwar auch Dreck am Stecken, aber müssen sich schon seit eh und je vor dem Staat verantworten. Für die Strategen auf dem Parkett würde sich Gemaux gerne der Meinung und dem Ratschlag (für die Aktienhelden) des jungen Mannes anschliessen, der vor der Wall Street folgendes Plakat hoch hielt.

Springt ihr Versager

Springt ihr Versager

Das würde zumindest genauso konsequent sein, wie sie vorher den Bus gegen die Wand gefahren haben. Aber dazu wären sie wahrscheinlich zu feige.

Gruss

Gemaux





Irren ist Ackermännlich..

24 03 2008

Spüren Sie auch dieses leichte Beben? Diese Vibrationen, die sich durch die Lüfte bewegen wie das sanfte Flügelschlagen der zurückgekehrten Lerche pünktlichst wie immer zum Frühlingsanfang?

Aus Frankfurt kommt das Beben. Aus der Metropole des Drogenkonsums und der grössten Irrenanstalten….Verzeihung, natürlich der Finanzwelt in Deutschland.

Und die Vibrationen, die sie spüren haben mit Frühlingsgefühlen soviel zu tun wie Ottfried Fischer mit den Weight Watchers. Das hängt zum einen mit der Steuerfahndung zusammen. Nun hat sich doch glatt ein ehemaliger Bankerpresser auf die Draisine der Steuergleichheit geschwungen und winkt mit einer Datei, deren Größe die des ersten Informationsgewinnlers noch weit übertrifft. Nicht nur wer wie viel, auch wo und wohin außerhalb Lichtensteins. Doch noch muss die zuständige Behörde die Füße still halten, so sehr die Ermittlungsbeamten auch mit den Durchsuchungshufen scharren. Denn der Informant hat so dermaßen viel Dreck am Stecken, dass es selbst unserem TSI Bochum-Wattenscheid (Tax Scene investigation) Sonderkommando nicht geheuer ist.

Anderen auch nicht. Zum Beispiel denjenigen die sich immer noch nicht selbst angezeigt haben.

Die anderen Vibrationsauslöser dürften bei den Banken ihren Ursprung haben. Da verkündete der Herr Ackermann noch im Interview mit meiner Lieblingsjournallie aus Hamburg vollmundig, dass Manager ja enorme Risiken zu tragen hätten und im Falle einer Weltfinanzkrise wie sie gerade herrscht auch der Staat einzuspringen hätte.

Das ist ungefähr vergleichbar mit dem Metzgerlehrling, der die Rippchen total vernichtet, weil er sich auf eine tolle neue Idee eingelassen hatte und nun der Bauer, respektive der Schlachthof dafür gerade stehen soll, dass der Laden pleite und das Fleisch allenfalls für die Knochenkiste zur Collagenproduktion und Seifenherstellung herhalten kann.

Vollmundig plädierte er für Abfindungszahlungen für Topmanager in Millionenhöhe mit monatelangem Nutzungsrecht von Dienstwagen und Besteigungserlaubnis der Sekretärinnenhügel. Also im Falle des Versagens. Im guten Fall, also dem mittlerweile unwahrscheinlichen Fall, wenn er seine Arbeit richtig und gut macht, darf er sich ein neues Paketchen schnüren und in die Verlängerung gehen. Wie bigott das ist, fällt hoffentlich nicht nur mir auf.

Und wenn absolut alle Stricke langsam mit sanftem PLING! aufspleissen -kommt ein Herr Ackermann daher und versucht die PR-Aktion „Aktion Manager“ Die armen armen armen verblendeten Herren können doch nichts dafür, dass nun Abschreibungen in Milliardenhöhe ihr Ergebnis schmälern.

…Wer denn dann? Der Steuerzahler, der für sein Konto erst dann nichts berappen muss, wenn er einen monatlichen Mindestzahlungseingang verzeichnen kann? Sprich, wenn sie nichts haben müssen sie gefälligst noch bezahlen dafür. Der Steuerzahler, der eh schon die Hundertschaften durchfüttern muss, die ein Manager im Betriebsergebnisverbesserungswahn dem Arbeitsmarkt wieder überantwortet hat, soll auch noch dafür gerade stehen, wenn der Herr Ackermann und seine Kollegen in den Führungsetagen für ihren Dilletantismus gerade stehen müssten?

Verzeihen Sie mir die Frage, aber haben die alle Lack gesoffen?

Haben die irgendwann mal mit einem Firmeninhaber gesprochen, der wirklich für das gerade stehen muss, wenn er Mist baut? An dessen Können die Mitarbeiter eines Unternehmens hängen? Der nicht wie Finanzjongleure schon in der Ausbildung jeglichen Bezug zu dem Zahlenhintergrund verloren hat? Vielleicht sollte man Aufklärungsfilme für die Herren Bänker und BWLer drehen die zeigen, wie ein Firmeninhaber normalerweise mit einem leitenden Angestellten verfährt, wenn dieser sprichwörtlich den Bus mit Karacho gegen die Wand gesteuert hat.

Selbst der Gemaux arbeitete bisher immer unter dem Druckpunkt: Wer schreibt, der bleibt. Kein erfülltes Umsatzziel ? Und tschüss. Und zwar ohne Abfindungen und generöse Schmerzpflästerchen. Harte Realität meine Herren Topmanager. Das heisst es, wenn man für seine Entscheidungen direkt Verantwortung trägt und gerade stehen muss. Vielleicht sollten die Mittelstandsmanager mal Seminare im wirtschaftlichen Können, Verantwortungsgefühl und –Philosophie geben. Ich verweise da an den Herren von gmx.de und Web.de. Scheint ein weiser Mann zu sein. Und ein erfolgreicher noch dazu. Gut, dass es solche wie ihn oder den Herrn Miele noch gibt.

Jeder Firmeninhaber aus der Wirtschaft der seinen Laden selber aufgebaut hat oder übernommen und ausgebaut hat, hat anscheinend deutlich mehr Wissen und „Eier“ um drohende Pleiten abzuwenden, oder im schlimmsten Fall dafür gerade zu stehen als die Herren in Frankfurt und New York. Nein, es kommt noch schlimmer. Wer hilft denn dem Firmeninhaber am Allerwenigsten, wenn es mal zu einer Notlage kommt und macht lieber vorsichtshalber den Geldhahn zu? Hallo Herr Ackermann? Haben sie erkannt, was ich meine?

Wenn ihre Kollegen in Frankfurt schon nicht den Willen haben, kurzfristige Illiquidäten abzufedern und/oder aufzufangen….wieso sollte der Staatsbürger dafür Verständnis haben?

Was du nicht willst, was man dir tu- das füg auch keinem anderen zu. Und gerade die Herren der Hochfinanz umgeben sich doch immer gerne mit dem Credo der absoluten Übersicht und dem Kokon des „wir sind die Elite“. Aber wenn es der Elite schlecht geht, soll der Bürger, dem es meistens durch das elitäre Versagen erst so richtig schlecht geht auf einmal die Arme öffnen und trösten? Sozusagen dem koksenden und saufenden Familienvater der, solange es gut ging, durch die Gegend hurte und Spaß hatte auch noch für Schläge und anschließendem ins-Gesicht-urinieren mit laissez-faire Victoryzeichen, wenn man am Boden liegt auch noch eine Dankeskarte ausstellen?

Manchmal wenn Gemaux an einer Diakonie oder anderen karitativen Organisation angehörenden Werkstatt vorbeigeht, fragt er sich, wer eigentlich der Irre oder geistig Benachteiligte ist…..