Montag ist Abo Tag. Da flattert dem Gemaux immer sein Wochenmagazin aus Hamburg ins Haus, serviert vom freundlichen Postboten.
Als Erstes werden dann die Leserbriefe frequentiert. Und just in einem dieser abgedruckten Zuschriften steht wieder die allbekannte Phrase (zum Thema -Schusswaffen in Deutschland-): „…. Opfert seine Freizeit um….“. Nun fragt sich der Gemaux, wie man Freizeit opfern kann. Wenn der Gemaux tief in sich hinein hört, dann entsteht nur dann in ihm ein Opferaltar, wenn der Gemaux etwas erledigen muss, weil er ja gerade Zeit dafür hat- dieses aber unwillig macht.
Im Umkehrschluss macht also der sich selbst als Trainer eines Schiesssportvereins ausgewiesene Schreiber etwas unwillig?
Haken wir nach. Dort beschreibt er, dass er in seiner Funktion als Trainer ja zur Konzentrations-, Teamfähigkeits-, Sozialkompetenzförderung die Jugendlichen bei der Handhabung einer Schusswaffe zur Ausübung des Sports unterweist und sie lenkt.
Hintenan geschoben dann der Hinweis auf die Opferung der kostbaren Freizeit. Sehr selbstlos ist dieser Mann. Zeit und die freie als solche sind das kostbarste Gut dieser Zivilisationsstufe. Messbar an den Honoraren der Dienstleister bei kleinen Haushaltstätigkeiten, Schönheitsoperationen, Beauty und Wellness Angeboten, etc., die alle direkt dazu dienen uns Zeit zu verschaffen. Bei letztgenannten zwar nur äußerlich, aber egal. Die Zeit als solche ist in unserer schnellen Welt ein nicht zu verachtendes Gut. Und wenn man dann noch freie Zeit hat, ist man fast schon Krösus. Oder wie Krösus.
Diese Zeit wollen wir mit dem verbringen was uns Freude, Entspannung, oder Befriedigung verschafft. Am Besten alles zusammen.
Drum sucht sich der klar denkende Mensch doch etwas aus, was ihm seine Zeit nicht stiehlt- er sie also nicht opfert für unleidliches Tun. Das führt mittlerweile dazu, dass immer mehr Menschen ihre Freizeit als Druckmittel benutzen. „Nimm das Kind ich brauch meine Freizeit“…“ich opfer meine Freizeit und keiner dankt es mir?“…“Bitte schenken sie uns einen kleinen Moment Ihrer Aufmerksamkeit“ usw.
Was den Gemaux dabei stört ist folgendes. Wenn diese Person sich in einem Verein engagiert und dort seine Freizeit verbringt, weil er seinem Hobby frönt…. Wie kann dieser Mensch seine Zeit dann opfern?
Nicht nur das. Alljährlich werden all die ehrenamtlich tätigen Vereinsmeier auch noch geehrt und belobigt für ihren Dienst an der Allgemeinheit.
Also bekommt dieser Herr nur zu wenig Lob und Ehrung für sein Tun? Versagte etwa seine Jugendabteilung beim jährlichen Schützenfest?
Daher mein Appell an den Herren: Sie opfern ihre Freizeit nicht. Entweder sie tun, was sie tun, weil sie ein „harter Kerl“ an der Waffe sind, oder sie lassen die Jugendarbeit sausen. Das gilt übrigens für alle Lebenslagen.
Generell sollte man nicht von „opfern“ sprechen für etwas, dass man eh gerne macht.
Findet Montagsgrüssend
Der Gemaux
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