Folgenden Ausdruck bekam der Gemaux unlängst von seinem Haus und Hof Geldinstitut:
„Aufgrund der momentanen Wirtschafts- und Finanzsektorlage erlauben wir uns die Zinsen für vereinbarte Dispositionsrahmen auf 14,25% p.a. und für ausserplanmässige Überziehungsbeträge auf 19% p.a. zu erhöhen“
Sofort stahl sich ein Schmunzeln auf Gemauxens Lippen. Denn der Gemaux ist seit geraumer Zeit Kunde der Ackermannschen Bank.
Nun stellt sich dem Gemaux folgende offensichtliche Tatsache dar.
Herr Ackermann war einer der Hauptakteure, die den „Rettungsfonds“ als Erste Hilfe Paket für notleidende Banken ins Leben gerufen haben, wenn deren Eigenkapitaldecke zu gering wurde.
Nun ist grundsätzlich an der Idee ein Bankhaus mit staatlicher Hilfe zu retten nichts verkehrt. Auch der Polemikkönig Gemaux weiss, dass es mehr Schaden verursachen kann, wenn eine Bank insolvent wird, als wenn diese mit staatlicher Hilfe gerettet wird.
Großzügig verzichtete der Herr Ackermann auf einen Teil seines diesjährigen Gehalts. Oder zumindest seiner Zulagen. Kunststück, denn durch die Finanzmisere wären seine Boni eh nicht so hoch ausgefallen, wie er sie am Anfang des Jahres wahrscheinlich errechnet hat. Keine Zielerfüllung- keine Boni.
Da hat der Schweizer zumindest mal auf seinen PRberater gehört. Gleichzeitig stellte er klar, dass es faktisch unter seiner Würde wäre, die Staatshilfe anzunehmen. Moment….. stellte sich Herr Ackermann nicht unlängst vor die Kameras und bekannte reumütig, dass seine Aussage beim Vodafone-Skandal- „der Staat hat sich gefälligst aus den Bankgeschäften heraus zu halten“ -eventuell doch nicht so richtig gewesen ist?
Was denn nun?
Eins ist dem Gemaux von vornherein offensichtlich. Wenn der Oberhäuptling der Deutschen Bank sagt, dass er keine Staatshilfe bräuchte, der Gemaux aber dann solche maschinell erstellte Schreiben in der Hand hält, wird einiges klar. Dem Gemaux zumindest. Der Herr Ackermann will gar nicht über den Umweg „Steuergelder“ an dem Ausgleich seiner dato miserablen Bilanz arbeiten. Er will es direkt von den hauseigenen Kunden haben. Und da natürlich wieder von denen, die am Ende des Geldes meist noch etwas Monat über haben. Schlaues Kerlchen.
Das alles wäre nicht verwerflich und mit einen Geruch behaftet, der klar denkenden Menschen die Tränen in die Augen treibt. Wenn die Krise nicht hausgemacht wäre. Genau wie Commerzbank, Hypovereinsbank wollte auch die Deutsche Bank auf den Zug der CDS aufspringen und das grosse Geld machen.
Wir erinnern uns….. In Basel wurde ein Abkommen abgeschlossen- nach dem Platzen der IT-Blase-, dass Kredite fortan einer besonderen Absicherung bedürfen. Ab diesem Zeitpunkt war es für Menschen mit Ideen, die ihnen zu einem selbstständigen Leben verhelfen könnten, noch schwerer das notwendige Startkapital zu erlangen. Zum einen stand die mannshohe Hürde „Verständnis von realwirtschaftlichen Zusammenhängen“ bei Bankern vor dem Bittsteller. Zum anderen wurde diese Hürde noch mal mit der BASEL II-Mauer erhöht. Zig geplatzte Kredite für unlautere Start-up Unternehmen im IT-Bereich hatten dafür gesorgt, dass der Banker noch fester den verlängerten Rücken auf den Geldsack presste. Der Sack.
Gleichzeitig mussten aber Wege gefunden werden, um sich selber weiterhin buckellustig Geld von anderen Banken leihen zu können. Dies ging auf dem bisherigen Wege nun nicht mehr. Aber der Finanzjongleur wär nicht so einer, hätte er nicht ein Schlupfluch offen getan.
Die sogenannten Derivatgeschäfte sorgten nun dafür, dass Kredite ihre nach aussen nötige Absicherung erhielten. Und so reichte man einen Wechsel zum nächsten, um von dem einen Wechsel für einen anderen einen weiteren Wechsel zu erhalten. Bis irgendwann keiner mehr durchblickte, was wohin wechselte.
Aber die Creme de la creme der beruflichen Menschheit (laut Selbstauskunft) fuhr trotzdem weiter mit Augenbinde und Tempo 300 auf der A2 am Montagmorgen Richtung Westen. Selbst diejenigen, denen ihr noch rudimentär vorhandener Verstand und Gewissen schon entgegenschrie, dass es kracht, kniffen die gierigen Schweinsäuglein noch fester zu und drückten noch mehr aufs Gas. Der nächste Monat könnte den nächsten Bonus bringen.
Dann machte es Rumms.
Und dies ziemlich laut und immer noch nachhallend.
Aber wie es scheint, haben die meisten Finanzfachverkäufer diesen Schuss nicht gehört. Die anderen wenigen die ihn gehört haben, erfuhren diesen Sinneseindruck durch zuvor an die Schläfe gedrückten Stahl. Diese Jungs waren konsequent.
Denn sie haben realisiert, was sie da fabriziert hatten, als sie dachten, dass sich Geld mit Geld produzieren lässt ohne eine realwirtschaftliche Basis zu haben. Oder waren einfach nur nun pleite. Was nun folgte, kann schildbürgerlicher nicht sein. Es gab keine Reue nach aussen, die Herren sind einfach schon zu realitätsfern. Nun wird bei Unternehmen, die dringend Kredite brauchen um damit anfassbares Gut zu produzieren der Geldhahn zugedreht. Und das nur, weil die Idioten ab der mittleren Etage in einem Finanzsupermarkt zu dumm waren, ihren Job einigermassen korrekt zu erledigen. Im Gegenteil, nun stellen sich die Herren und Damen auch noch als Opfer ihrer selbstgemachten Krise dar. Und vergraben sich hinter ihren Vorschriften. Aber hören sie auch nur ein Wort der ernstgemeinten Reue an die Masse? Nein?
Weil sie keine Reue empfinden. Kunststück. Mit verschränkten Armen und vorgeschobener Flunschlippe steht die BWL-Premiumklasse in der Öffentlichkeit wie ein 3 jähriges Kind und hat nicht ansatzweise die Eier um die Konsequenen zu tragen. Jeder beschissene kleine Kioskbesitzer weiss am Ende des Monats ob er gut gewirtschaftet hat und was für ihn machbar ist. Die Flachköpfe in Frankfurt, NY, Paris, Reykjavik etc. wissen dies anscheinend nicht mehr. Weil sie nur Zahlen vor sich haben. Für den Wirtscahfter bedeutet eine miese Zahl am Ende des Monats oder Quartals, dass er den Gürtel enger schnallen muss, oder sich Mittel überlegen muss, wie er aus der Misere herauskommt. Die Finanzwelt rennt dagegen plärrend zu Mama Merkel und Onkel Steinbrück und schreit“Wir sind aber garnicht schuld“
Für Gemaux bleibt deshalb nur ein Weg. Gemaux wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt sein Konto einer Sparkasse anvertrauen. Die haben zwar auch Dreck am Stecken, aber müssen sich schon seit eh und je vor dem Staat verantworten. Für die Strategen auf dem Parkett würde sich Gemaux gerne der Meinung und dem Ratschlag (für die Aktienhelden) des jungen Mannes anschliessen, der vor der Wall Street folgendes Plakat hoch hielt.

Springt ihr Versager
Das würde zumindest genauso konsequent sein, wie sie vorher den Bus gegen die Wand gefahren haben. Aber dazu wären sie wahrscheinlich zu feige.
Gruss
Gemaux
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