Patridioten und andere Gedankenallergiker

28 05 2008

Wenn der Gemaux mal wieder nicht weiß, worüber er schreiben soll, dann surft er auf andere Blogs oder durch die Nachrichtenportale und holt sich Anregungen. Und diese Tage ziehen düstere Wolken in der Blogosphäre herauf. Ein eindeutiger Trend hier zum Beispiel bei WordPress, ist der MamaBlog. Eine andere bedenklichere Entwicklung ist das Auftauchen so genannter Patridiotenplattformen und ähnlicher Flachkopfbereiche.

Ganz ganz früher gab es eine Zeit, die von vielen heutzutage wieder herbeigesehnt wird. Als ein kleiner vermeintlich starker Mann mit der Sense durch Europa flog und alles so schön geordnet und sicher war.

Da unterhielten sich die Mamas der jeweiligen Region über ihre Schösslinge beim Einkauf auf dem Markt. Und eine jede kannte die andere. Da wurden Mutterkreuze verliehen für exzessives Kalben und Kochbücher waren schon eine Wissenschaft für sich.

Die Jahrzehnte vergingen, aber eins war immer dasselbe. Mütter unterhielten sich mit anderen Müttern über das Füttern und Betüttern der Lütten. Irgendwann sogar mit Internet. Was vorher der Marktplatz, die CBfunk-Station, das Telefon war, ist nun das Internet.

Und wie sich nun unterhalten. Nein, unterhalten ist falsch. Eine Mutter schreibt eine banale Geschichte über die grandiose Nasenbohraktion ihres randalierenden Nachwuchses und 50 andere Mütter klatschen begeistert Beifall und kommentieren das Ganze. Ja, für diese -durchweg gebildeten- Mütter scheint jeder noch so kleine Knödel in der Windel ein Grund zu sein, direkt den Blog zu aktualisieren. Mit Argwohn bemerke ich, dass viele Mütter so derartig extrovertiert tippen, dass ein Flitzer im Stadtpark verschämt den Mantel schließen und ganz schnell von dannen ziehen würde. Es scheint so etwas wie ein Suchtfaktor zu sein, da jede freie Minute dazu genutzt wird, über sein Dasein als Akademikermutter zu berichten. Und mittlerweile treffen sie sich zum Kaffee. Regelechte Trefftouren werden organisiert um jede Willige zu besuchen. Was man nicht liest ist, was wohl die Ehe-Männer dazu denken oder sagen. In nicht einem Blog dieser entzückten und ihm Nachwuchswahn schwimmenden Mütter stehen die Männer als etwas anderes, als stiller Teilhaber im Unternehmen „Ich säuge, also bin ich endlich!“.

Ganz andere Männer, oder eher Männchen, haben Bloggen für sich als Mitteilungsplattform entdeckt, um endlich den jahrelang angestauten braunen Druck abzulassen. Und so finden sich Patridiotenblogs, SPDverbot-jetzt blogs und anderes vermeintlich intelligentes Geschmeiss ein und entleeren ihre Körperöffnungen in getippter Form.
Und sie bedienen die Auswurfware der beleidigt schmollenden Deutschen, die es nicht geschafft haben, ohne staatliche Unterstützung den Hintern hoch zu bekommen und gerne immer andere für ihre Herzeleid verantwortlich machen als sich selbst. Da wird sich über Banalitäten ausgelassen, warum Kinder Schilder mit „Nazis raus“-Parolen um den Hals gehangen bekommen. Und schon kommen nahtlos die Kommentare derjenigen, denen Deutschland irgendwann seine garantierte Rettung zu verdanken hat, wenn man dem infantilen Geschreibsel Glauben schenkt.

Aus den folgenden drei Phrasen lassen sich sowohl die Kommentare als auch die Beiträge zusammensetzen, nur falls sie auch mal ein konservativ-patriotisches Blog aufmachen wollen.

  1. „Irgendwann bekommen sie alle die Quittung, oder irgendwann werden die Deutschen aufstehen (wovon? Vom Sofa das bei Poco-Möbel gerade abgestottert wird? Wäre zumindest ein Anfang, denn Sport bläst den Kopf frei)
  2. „Wieder ist es ein Beispiel für …“Gutmenschentum welches…(Gutmenschentum wird von den Extremen mittlerweile als Schimpfwort benutzt. Soweit ist es schon. Gemaux ist ein Schlechtmensch, weil er Misanthrop aus Leidenschaft ist. Und das zunehmend bei dem Gesabbel der Linken und Rechten)

3. „Wieder haben die Politiker bewiesen dass……“ (Gross sind ihre Reden, gross ist ihr Populismus, aber    wenig ist die Tat….das stammt aus meiner Feder)

Schon mal gemerkt, dass die extremen Lager alle ganz viel reden und anklagen können, aber dann den Schwanz wie ein getretener Hund einziehen, sobald sie reelle Taten folgen lassen sollen? Selbst die NPD in den Landtagen im nahen Osten ist von einer dermassenden Dummheit geprägt, man wundert sich, dass sie sich allein die Schuhe zubinden und aufrecht laufen können

Wie in einem Kinderhort wird mit dem Finger auf die bösen Gutmenschen und ihre Politiker gezeigt und die Totschlagphrasen jeder Diskussion „wieder, immer“ benutzt. Sind eben noch nicht weiter, die lieben garstigen Kleinen.

Und nun schliesst sich der Kreis zu unseren Mütterblogs. In ihrer Existenz bedroht- bzw. in ihrem Glanz angekratzt- werfen sie bei konträren Aussagen entweder mit Schnippigkeiten oder bester Ministerium für Propaganda oder Staatssicherheit- Löschtaktik um sich. Das was Honig ums Maul bedeutet, darf bestehen bleiben, Diskurs wird ausgehebelt.

Bei den Müttern wird man ignoriert.

Wobei die Mütter unbestritten nützlicher und wertvoller und allemal lesenswerter als das braune Gesülze ist des süddeutschen Patriotenblogs sind. Wenn auch ähnlich langweilig und eintönig.Ich glaub ich nehm mir Ami und ihr Wurfgeschwader auf die Leseliste. Ach nee reicht, wenn ich die TopTen anklicke…

Schöne Woche

Gemaux





Vernunft

1 11 2007

Die Welt wird immer vernünftiger und vernünftiger. Gestern abend bei der Wiederholung von Hart aber Fair (demnächst auch in der ARD, anstatt nur im WDR) zum Thema Tempolimit sollte auch wieder die Vernunft obsiegen.

Nun ist an der Vernunft an sich ja nichts Unvernünftiges. Vernunft ist gut, wenn sie benötigt wird. Allerdings macht die Unvernunft oder der Irrsinn den meisten Spass. Wo die Vernunft oberhand gewinnt verabschiedet sich der Spaß ins Wochenende. Das fängt doch schon orthografisch und phonetisch an. Vernunft…da steckt das Verbot und die Zukunft drin. Wenn man sich etwas verbietet dann gibt es folgerichtig zukünftig mehr. Isst man beim Essen vernünftig, hat man schon mal mehr Zukunft. Mann geht nur mit Frauen vernünftig um, mit denen Mann sich auch eine Zukunft vorstellen kann. Alles durchaus positiv.

Aber es fehlt halt der Spass. Fast Food und Süßigkeiten machen Spass. Eine „richtige Sau“ mal kennen zu lernen auch. Ist aber unvernünftig. Weil Beides ja das Leben kosten kann. Zum einen macht einem das Cholesterin einen Strich durch die Lebensrechnung und das andere führt meist zu Mitbringsel von der sexuellen Ausschweifung. Also bakterielle, virale oder mykotische. Eher unangenehm bis tödlich.

Beim Thema Autofahren ist in den letzten Jahren der Spaß sogar fast völlig verschütt’ gegangen. Einparkhilfen, Servolenkung, ABS, höhenverstellbare Sitze, Airbags, Gurte, Spritsparende Motoren, Sicherungschips, Navigationssysteme und was der Geier was. All das hat durchaus seine Berechtigung und macht auch Sinn. Aber keinen Spaß mehr. Wenn ich mich in meinen Wagen setze, fährt er nicht eher los, bis ich angeschnallt bin. Den Mechanismus mit dem Einstöpseln des Beifahrergurtes zu überlisten, ist leider nicht sehr erwachsen. Neben all den Sicherheitsvorschriften und -Einbauten sollen wir nun noch nur 130 fahren. Auch da wo man schneller fahren könnte. Vernünftig. Aber leider völlig unspassig.

Eine Versicherung zur Altersvorsorge ist durchaus vernünftig. Aber den Spass hat der Vertreter, der die Rate für sein nächstes Spaßobjekt mit der Provision bezahlen kann. Denn das Geld, was ich anlegen muss, um mir meinen dann faltigen 80jährigen Hintern vernünftig wischen lassen zu können, fehlt mir natürlich zur Spaßerfüllung, wenn ich noch jung genug für den Spaß bin.

Es ist ein Kreuz. Und es gibt auch keinen Mittelweg. Also keinen echten. Entweder man hat Spaß und lebt oder man ist vernünftig und existiert. So zumindest fühlt sich der Gemaux an einem bedecktem Tag wie diesem Allerheiligem-Feiertag und wünscht ein schönes Wochenende.





Wurstig

25 09 2007

Nach dem Brot sind wir Deutschen ja Wurstmeister. Kein anderes Land dieser Erde hat so viele Brotvariationen und Wurstsorten auf Lager wie wir. Wir sind sozusagen Wurstmeister. Und Meister der Brötchen.

Die logische Konsequenz und Krönung des Ganzen nennt sich dann Wurstbrot.

Und in der Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot. Brot für dei Welt, aber die Wurst bleibt. Was haben wir gelacht.

Die Wurst als solches wird auch noch in der deutschen Sprache geehrt. „Ist mir Wurst“…“Du Wurst“ …“Sieht aus wie Wurst in Pelle“…“Wursthaftigkeit“ …“Armes Würstchen“ und viele andere Dinge werden eher negativ mit dieser soliden Zurschaustellung deutscher Metzgerskunst betitelt.

Die Wurst trennt auch. Sie trennt zum Beispiel die Generationen. Wo meine Kleine ihr Stückchen Fleischwurst beim hiesigen Metzger erhält, geht der einspeichelnde Papa leer aus.

Warum ist das so? Wieso bekommt mein Kind ein Stückchen Wurst gratis, aber ich muss die mittlerweile rhetorisch gewordene Verkaufstaktik-Frage „Darf es ein bisschen mehr sein“ bezahlen? Schenkt euch die Wurst liebe Metzger und gebt mir einfach nur die überzähligen „darf es ein wenig mehr sein“- Häppchen kostenlos.

Überhaupt. Wieso wird meine Tochter von den meist grobschlächtigen Weibern angelächelt, wenn der nahezu adonishafte Erzeuger daneben steht? Sollte ich mir Gedanken machen, was im Cutter als Wurstbrät an Fleisch landet, wenn die Fleischwarenfachverkäuferin die Kleinsten so angrinst?

Oder der Herr Raab, der selbstbekennend sagte: „ich kann aus Scheisse Wurst machen“ Ja danke, wer kauft denn nun noch bei Metzgerei Raab ein? Und überhaupt…ich kenn hunderte die aus Wurst Scheisse machen können. UND noch dazu das die Luft stinkt. Wenn das nicht pure Magie ist.

Oh, ich merke gerade meine Kleine hat sich auch mit dem Thema Wurst befasst…zumindest in ihrer Windel…..

 

Wickelnd

GEmaux





Krabbelgruppe

20 09 2007

(Dieser Text könnte provokant, polemisch, niveaulos sein und durchaus auch nicht ernstzunehmend gedacht sein)

Der Gemaux hat sich ja, Fuchs wie er ist, bereit erklärt, die ersten Jahre der Erziehung zu übernehmen.

Das beinhaltet nicht nur Windeln wechseln, Fläschchen machen, Brei anrühren, Essen pürieren und Bespassung rund um die Uhr, sondern auch mein wöchentliches Highlight.

Pekip….(Prager-Eltern-Kind-Programm) oder auf normaldeutsch: Krabbelgruppe.

Als einziger Mann in so einem Kaffeekränzchen ist man verschiedenen Gefahren ausgesetzt. Zum einen der Windeldemenz. Bei lauter „Wie das Fähnchen auf dem Turme“-Gesinge und debilem Handwedeln dazu hat man zwischendruch das Gefühl, daß etwas von der grauen Blitzmasse da zwischen der rechten und linken Schläfe ausläuft.Den Kleinen gefällts also macht man es mit. Hoffentlich filmt keiner dabei.

Dann läuft Mann Gefahr zu einem …Spanner zu mutieren. Stillende Frauen haben entweder keine Hemmung die Milchbar freizulegen oder sie blicken verschämt nach einem dunklem Plätzchen um den Spross anzulegen. Als Mann kann man garnicht anders. Mann muss dahin schauen. Ob Mann will oder nicht. Ich habe es echt probiert noch nicht einmal für einen kurzen Moment auf die Titten zu starren-es geht nicht. Irgendwas in meinem Gencode beherrscht in diesem Moment meine Augen. Ich will garnicht wissen, womit das zusammenhängt. Mir ist es nur manchmal ein wenig peinlich, gewesen den Blick nicht heben zu können. Echt nicht oft.

Am Schlimmsten sind ja die Frauen, bei denen die 4 in greifbare Alternähe rückt und die das erste Mal gekalbt hatten. Der kleine Julius muss was mitmachen. Mein lieber Scholli. Erst sah er aus wie Axel Schulz nach der 3. Runde (ich behaupte mal total polemisch und subjektiv: frisch geschlüpfte Jungs sind alle hässlich!) dann entwickelt er sich zum Muttersöhnchen. Weil er noch angelegt wird. Nach etwas über einem Jahr.
Nachdem selbst unsere angeÖk’te 4fach-Mama mit Selbstwaschwindeln zur biologisch einwandfreien Gläschennahrung greift, liegt Julius noch am Euter. Und nachts zwischen den beiden. Ein schlechter Mensch, der dabei denkt, daß klein Julius als Abwehrschild dient. Das wird Julius bestimmt später freuen, wenn er in der großen Pause nochmal kurz an Mutters Brust darf. Da ist der ödipale Konflikt aber sowas von vorgezeichnet.
Wenn ich nicht den Vergleich in Form von 5 „runder laufenden“ Müttern hätte, würd ich mich mit den Behauptungen ja zurück halten. Aber es geht leider nicht.

Genauso nicht, wenn die Vortänzerin immer nur „und wenn die Mütter dann…“ sagt. Da schau ich dann immer ganz betreten, weil man mich nicht gleichberechtigt behandelt und blicke mit leicht vorwurfsvoll enttäuschtem Blick solange in Richtung der Pädagogin, bis sie sich entschuldigend verbessert.

Was man tunlichst unterlassen sollte, als Mann, in so einer Hormonverweichlichten Umgebung ist: Mann zu sein. Einfach mal in den Fusshupen-Modus wechseln. Denn Frauen können noch so abgehärtet sein. Sobald sie geworfen haben, werden sie empfindlich wie ein Fabergé-Ei auf Hasch. Wo ich früher die besten Filme schauen durfte, muss ich nun entweder warten, bis meine Frau eingeschlafen ist, oder ausser Haus. Denn Action und Kriegsfilme oder leckere Splatterfilmchen sind ab Geburt des eigenen Nachwuchses zu res non grata (der Lateiner mag mir verzeihen, so ich falsch liege) konvertiert. Das Einzige was, den DvDPlayer noch penetrieren darf im Beisein meiner holden Weiblichkeit ist Walt Disney kompatibel. Hoffentlich gibt sich das mit der Zeit.

Nun bring ich meiner Tochter bei, wie sie die Jungs mit einem herzhaftem Tritt in die Windel zu Boden bringt.

Bis demnächst

Gemaux





Der blanke Horror

18 09 2007

Neulich sah ich mir mal wieder das Remake des Zombieklassikers „Zombie im Kaufhaus-Dawn of the Dead“ an.
Beim Zuschauen stellte sich mir die Frage, warum die Menschen so etwas als Horror oder Splatterfilm bezeichnen. Wahrscheinlich haben diese Menschen noch nicht die Ohoven Weiber oder einige „Frauen“ aus der High-Society gesehen. Schauen sie sich diese…..Machwerke- denn als Menschen würde ich sie nun weniger bezeichnen wollen- genauer an.

Sehen wir davon ab, daß die meisten dieser mit Botox betonierten Fratzen irgendwie alle gleich aussehen. Sehen wir davon ab, daß sie meistens von Typen beraten werden, die selber aussehen als wenn sie für jeden Schnitt den sie nun machen, in der Schule die Kinnlade massiert bekommen haben. Sozusagen als Vorschuß.
Obwohl…sehen wir nicht von den Chirurgen ab, sondern verweilen wir eine kleine Weile bei diesen verkappten Bildhauern mit ihrer Reminiszenz an den Dadaismus. Schauen sie einmal in einer ruhigen Mußestunde solche Formate wie RTL2-Reportagen oder RTL oder VOX (auch RTLGruppe, wer hätte das vermutet!) an. Wenn sie nach dem zweifelhaften Genuß dieser unzweifelhaften Primitivität immer noch ernsthaft meinen, der Horror spielt sich in solchen Filmen wie „13 Geister“ oder „Zombie Folge 25“ ab, dann sind sie schon begeisterter Leser der Klinikbroschüre einer Düsseldorfer Schönheitschirurgenmetzgerei.

Als erstes sehen sie meist ein Mädchen. Nicht zu dünn – nicht zu dick. Sie findet ihre Nase zu eckig (gerade das macht ihr Gesicht aus), ihre Lippen zu schmal und die Titten zu klein.
In Zeiten, wo Mutter Natur meist nur noch im Zoo stattfindet (gibt’s auch gute Serienformate drüber) oder halt in der Fußgängerzone der jeweiligen Heimatstadt, ist es ja so einfach die kleinen Fehler ausmerzen zu lassen die die eigene Individualität ausmachen.

Nun will ich beileibe nicht die Frau verurteilen, die sich nach negativ ausgefallener Mammographie nach einer Re-Komplettierung ihres Dekolletés sehnt. Oder die Frau, die sich nach einem schmerzfreien aufrechten Gang sehnt weil Mutter nun mal unrechtmäßig die Größen verteilt.
Jeder Mann weiß wovon ich spreche, wenn man schon mal beim Pinkeln auf die Rute des Nachbarn geschaut hat und in einem Stoßgebet „HERRGOTT!! WARUM HAST DU MICH VERGESSEN?!“ nach oben geschickt hat. Bis man dann von eben diesen Jungs erfährt, daß sie schon mal gerne komplett einfahren würden, aber leider die Frauen dann immer so komisch würgen würden. Auch nicht lustig. Kann ich dann auch wieder verstehen.

Zurück zu den Mädels mit irregeleitetem Schönheitsideal. Diese Mädels können sich meist keine OP leisten. Als Friseurin ist es nun mal hart an die X-tausend Euro zu gelangen. Meist sind sie eh nur einen Steinwurf davon entfernt sich weiterhin dafür zu entscheiden, dem Kunden für 2.50 € am Kopf rum zu fingern oder für 100€ Euro woanders. Ist aber nicht das Thema.

Sie wissen aber, daß RTL sich so eine OP leisten kann und es auch wird, wenn die Kamera mal so richtig in die offenen Wunden reinhalten kann. Und RTL zahlt. Zahlt die Brustvergrößerung, zahlt das Fettabsaugen und die Kosmetikerin danach. Wenn diese Mädels weniger rauchen, weniger saufen, weniger poppen würden, würden sie mit 20 nicht aussehen wie meine Tante mit 55. Wobei diese Frau sich dermaßen permanent gepflegt hat, daß sie locker für 40 durchgeht. Geht also auch mit ein wenig Disziplin und Fleiß.
Wäre ja zu schwer. Also wird steif gespritzt und aufgespritzt. Der Busen eingeritzt und aufgebläht, die Haut gerafft und hinterm Ohr zusammengenäht. Das Fett gesaugt und fleckige Haut hell gelaugt. Ja es geht soweit, daß schwangere Frauen zwar den Bauch sexy und niedlich finden sich aber bitte nur mit dem Kaiserschnitt davon entlasten lassen wollen. Immerhin wollten sie das Kind obwohl es Schwangerschaftsstreifen geben kann.

Durch die Medien wird dann vorgegaukelt, daß Heidi Klum mal eben entbindet und zwei Wochen später wieder auf dem Laufsteg steht. Alles nur durch Training. Mir ist nun nicht bewusst wie es ihnen so ergeht. Aber ich bekomme 10 Kilo Fett und Wasser nicht durch Training in 2 Wochen weg.

Die Promis schlucken und spritzen was das Zeug hält, daß selbst einem Tour de France Fahrer Angst und Bange wird. In der Urinprobe von Promis, die für Filme 20kg zunehmen und dann gertenschlank zur Preisverleihung erscheinen, könnten sie Fotos entwickeln. Interessiert kein Schwein. Eine Hormontherapie für 6 Wochen mit dem Ablauf einer leichten „Schilddrüsen-Überfunktion“ kostet 160 Flocken. Verführerisch. In den 6 Wochen verlieren sie je nach vorherigem Gewicht locker bis zu 30kg. Ja da wundert es doch wenig, wenn sich Nadine Müller von nebenan auch mal wie ein Star fühlen will. Die OP verschafft ihr zwar nicht mehr Ausstrahlung und Intellekt aber evtl. einen reicheren Stecher. Auf jedenfall einen nazistischeren Gehirnorgasmus beim Blick in den Spiegel.

Sie läßt sich beschneiden und bespritzen und sieht tatsächlich wie ein Promi oder eine „Dame“ der höheren Schicht aus. Die sehen nämlich alle so aus. Als wenn ihre Fratzen aus dem Katalog kommen. Barbie macht winke winke. Dann brabbeln sie etwas von Schönheitsideal. Wenn sie auch nur ansatzweise von Schönheit und Kunst Ahnung hätten, würden sie an der Mona Lisa erkennen, was Schönheit ist. Sie liegt im Auge des Betrachters. Wenn der Mensch sich operieren läßt, weil er sich im Spiegel häßlich findet, wird er durch einen häßlichen Menschen „verschönert“ werden, der garantiert nur eins schön findet. Die Yachtprospekte in seiner Schublade und seine Kundinnen und Kunden schön doof. Also spritzt er und „silikonisiert“, daß jedem fugenfüllenden Fliesenleger die Augen vor Bewunderung zu Tränen beginnen. Mit zufriedenem Schmatzen schließt sich die Naht über dem Kochsalzgeleekissen in der Titte bei Nadine und öffnet sich das Konto auf der Bank des Herrn Doktor.

Und damit schließt sich der Kreis wieder zum Horrorfilm. Wenn ich Berichte einer Gala sehe, auf der einige Damen sind, die ihre vermeintlich besten Jahre schon hinter sich haben, DANN SEHE ICH HORROR. Gleichaussehende ewig statisch grinsende Fratzen, die einen daran glauben lassen, daß es auch noch 10 weitere Kreise der Hölle gibt aber dafür dann keinen mehr im Paradies.

Es gibt kein Happy End, denn die Zombies sind schon unter uns. Das zumindest, unterscheidet die Filme nicht mehr von der harten Realität der vermeintlich schöneren Leute.