Teppichbullen

27 11 2010

Der Gemaux war heute Teppiche schleppen. Perserteppiche von zarten kleinen iranischen Händen geklöppelt. Für einen guten Zweck.

Die Firma Ruhrland-Textil in Recklinghausen hatte noch Restbestände aus dunkler Vorzeit im Lager und wusste nicht wohin damit.

Was liegt da näher als ebendiese einem guten Zweck zuzuführen.

Im Allgemeinen macht man sich mit dem Thema Kindersterblichkeit ja nicht so vertraut. Eine anscheinend natürliche Sperre verhindert, dass dieses Thema allabendlich im Fernsehen mediatisiert wird. Obwohl es Sinn machen würde.

Genauso wie man den sozialen Beruf näher bringen sollte.

Wer einmal einen Blick in Wohngruppen von sozialen Einrichtungen geworfen hat, weiß dass sämtliche Splatter, Horror, und sonstige Kunstblutorgien nichts mit der Realität gemeinsam haben. Mit grausamen Realitäten, die dieses Filmgenre wie Walt Disney Zeichentrick erscheinen lassen. Nur ohne Gesang.

Nach traumatisierenden Einblicken in die Arbeit von Erziehern in Jugendwohngruppen erklärte sich der Gemaux sofort bereit, den Packer für diese Aktion zu machen.

Als Auktionatoren wurden die beiden Vorzeigepolizisten Toto und Harry engagiert.

Und was soll der Gemaux ihnen sagen…. Die sind real genauso echt wie im Fernsehen. Der Gemaux kitzelt ja gerne mal Informationen aus den Leuten heraus. Das scheint so eine natürliche Begabung vom Gemaux zu sein. So viele Staffeln, in denen die beiden Beamten keinen Cent dafür gesehen haben, dass ein Kamerateam ihnen die ganze Zeit zuschaute. Eine kleine Spende von Sat1 für das oben genannte Projekt war alles.

So wurden aus den Streifenpolizisten dann Teppichbullen und es kam doch etwas Geld in die Kasse.

Vielleicht hätte man auch die Werbung in Arabisch und Türkisch publizieren sollen, dann wären garantiert alle Teppiche verkauft worden. So blieb noch eine Menge über. Schade eigentlich.





Wurstig

25 09 2007

Nach dem Brot sind wir Deutschen ja Wurstmeister. Kein anderes Land dieser Erde hat so viele Brotvariationen und Wurstsorten auf Lager wie wir. Wir sind sozusagen Wurstmeister. Und Meister der Brötchen.

Die logische Konsequenz und Krönung des Ganzen nennt sich dann Wurstbrot.

Und in der Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot. Brot für dei Welt, aber die Wurst bleibt. Was haben wir gelacht.

Die Wurst als solches wird auch noch in der deutschen Sprache geehrt. „Ist mir Wurst“…“Du Wurst“ …“Sieht aus wie Wurst in Pelle“…“Wursthaftigkeit“ …“Armes Würstchen“ und viele andere Dinge werden eher negativ mit dieser soliden Zurschaustellung deutscher Metzgerskunst betitelt.

Die Wurst trennt auch. Sie trennt zum Beispiel die Generationen. Wo meine Kleine ihr Stückchen Fleischwurst beim hiesigen Metzger erhält, geht der einspeichelnde Papa leer aus.

Warum ist das so? Wieso bekommt mein Kind ein Stückchen Wurst gratis, aber ich muss die mittlerweile rhetorisch gewordene Verkaufstaktik-Frage „Darf es ein bisschen mehr sein“ bezahlen? Schenkt euch die Wurst liebe Metzger und gebt mir einfach nur die überzähligen „darf es ein wenig mehr sein“- Häppchen kostenlos.

Überhaupt. Wieso wird meine Tochter von den meist grobschlächtigen Weibern angelächelt, wenn der nahezu adonishafte Erzeuger daneben steht? Sollte ich mir Gedanken machen, was im Cutter als Wurstbrät an Fleisch landet, wenn die Fleischwarenfachverkäuferin die Kleinsten so angrinst?

Oder der Herr Raab, der selbstbekennend sagte: „ich kann aus Scheisse Wurst machen“ Ja danke, wer kauft denn nun noch bei Metzgerei Raab ein? Und überhaupt…ich kenn hunderte die aus Wurst Scheisse machen können. UND noch dazu das die Luft stinkt. Wenn das nicht pure Magie ist.

Oh, ich merke gerade meine Kleine hat sich auch mit dem Thema Wurst befasst…zumindest in ihrer Windel…..

 

Wickelnd

GEmaux








Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.