Krabbelgruppe

20 09 2007

(Dieser Text könnte provokant, polemisch, niveaulos sein und durchaus auch nicht ernstzunehmend gedacht sein)

Der Gemaux hat sich ja, Fuchs wie er ist, bereit erklärt, die ersten Jahre der Erziehung zu übernehmen.

Das beinhaltet nicht nur Windeln wechseln, Fläschchen machen, Brei anrühren, Essen pürieren und Bespassung rund um die Uhr, sondern auch mein wöchentliches Highlight.

Pekip….(Prager-Eltern-Kind-Programm) oder auf normaldeutsch: Krabbelgruppe.

Als einziger Mann in so einem Kaffeekränzchen ist man verschiedenen Gefahren ausgesetzt. Zum einen der Windeldemenz. Bei lauter „Wie das Fähnchen auf dem Turme“-Gesinge und debilem Handwedeln dazu hat man zwischendruch das Gefühl, daß etwas von der grauen Blitzmasse da zwischen der rechten und linken Schläfe ausläuft.Den Kleinen gefällts also macht man es mit. Hoffentlich filmt keiner dabei.

Dann läuft Mann Gefahr zu einem …Spanner zu mutieren. Stillende Frauen haben entweder keine Hemmung die Milchbar freizulegen oder sie blicken verschämt nach einem dunklem Plätzchen um den Spross anzulegen. Als Mann kann man garnicht anders. Mann muss dahin schauen. Ob Mann will oder nicht. Ich habe es echt probiert noch nicht einmal für einen kurzen Moment auf die Titten zu starren-es geht nicht. Irgendwas in meinem Gencode beherrscht in diesem Moment meine Augen. Ich will garnicht wissen, womit das zusammenhängt. Mir ist es nur manchmal ein wenig peinlich, gewesen den Blick nicht heben zu können. Echt nicht oft.

Am Schlimmsten sind ja die Frauen, bei denen die 4 in greifbare Alternähe rückt und die das erste Mal gekalbt hatten. Der kleine Julius muss was mitmachen. Mein lieber Scholli. Erst sah er aus wie Axel Schulz nach der 3. Runde (ich behaupte mal total polemisch und subjektiv: frisch geschlüpfte Jungs sind alle hässlich!) dann entwickelt er sich zum Muttersöhnchen. Weil er noch angelegt wird. Nach etwas über einem Jahr.
Nachdem selbst unsere angeÖk’te 4fach-Mama mit Selbstwaschwindeln zur biologisch einwandfreien Gläschennahrung greift, liegt Julius noch am Euter. Und nachts zwischen den beiden. Ein schlechter Mensch, der dabei denkt, daß klein Julius als Abwehrschild dient. Das wird Julius bestimmt später freuen, wenn er in der großen Pause nochmal kurz an Mutters Brust darf. Da ist der ödipale Konflikt aber sowas von vorgezeichnet.
Wenn ich nicht den Vergleich in Form von 5 „runder laufenden“ Müttern hätte, würd ich mich mit den Behauptungen ja zurück halten. Aber es geht leider nicht.

Genauso nicht, wenn die Vortänzerin immer nur „und wenn die Mütter dann…“ sagt. Da schau ich dann immer ganz betreten, weil man mich nicht gleichberechtigt behandelt und blicke mit leicht vorwurfsvoll enttäuschtem Blick solange in Richtung der Pädagogin, bis sie sich entschuldigend verbessert.

Was man tunlichst unterlassen sollte, als Mann, in so einer Hormonverweichlichten Umgebung ist: Mann zu sein. Einfach mal in den Fusshupen-Modus wechseln. Denn Frauen können noch so abgehärtet sein. Sobald sie geworfen haben, werden sie empfindlich wie ein Fabergé-Ei auf Hasch. Wo ich früher die besten Filme schauen durfte, muss ich nun entweder warten, bis meine Frau eingeschlafen ist, oder ausser Haus. Denn Action und Kriegsfilme oder leckere Splatterfilmchen sind ab Geburt des eigenen Nachwuchses zu res non grata (der Lateiner mag mir verzeihen, so ich falsch liege) konvertiert. Das Einzige was, den DvDPlayer noch penetrieren darf im Beisein meiner holden Weiblichkeit ist Walt Disney kompatibel. Hoffentlich gibt sich das mit der Zeit.

Nun bring ich meiner Tochter bei, wie sie die Jungs mit einem herzhaftem Tritt in die Windel zu Boden bringt.

Bis demnächst

Gemaux