Wochenende!

8 11 2008

Kerr, wat war dat wieder eine Woche. Man kam ja praktisch mit dem Verfolgen der Nachrichten nicht nach. Ein sensationeller Klops jagte den Nächsten.

Die Erbschaftssteuer wurde durchgewunken, natürlich unter vehementem Gewimmer von der Jaulstimme der FDP, Guido Dauerwelle. Nun brauchen nur noch die ganz Grossen Angst haben, dass Söhnchen alles verpulvert. Der Opa bauts auf, der Papa erweiterts, der Sohn versäufts. Häuslebauer und andere brauchen keine panischen Fluchtreflexe entwickeln Richtung Ösiland. Scheint ja das gelobte Land zu sein. Dort darf man auch in den Kneipen noch rauchen.

Dem deutschen Wald geht es auch endlich besser. Das Landesumweltministerium von NRW (die genau Bezeichnung ändert sich mittlerweile so rasant, dass es Gemaux ermüdet, jede Stunde nach der neuen Betitelung zu googlen) spricht nun nicht mehr von Waldsterben, sondern nur noch von Waldschäden. Nachdem Kyrill alles umgepustet hat, in Sauer-Sieger-Münsterland und Eifel, stehen ja auch nicht mehr viele der lichten Kronen. Da kann man dann wahrhaftig von einem Rückgang sprechen.

Diese beiden Themen haben kausale Zusammenhänge für den Gemaux. Zum einen, weil der Gemaux gerne mal Zigarre raucht. Zum anderen, weil das Herz des Gemaux immer noch grün schlägt. Nein, nicht für Bütikofers Fremdlinge. Für die grüne Lunge NRWs, den Wald. Als ehemaliger Baumschubser kann man seine Wurzeln nie ganz abschütteln. Was den Gemaux in der vergangenen Woche auf den Gedanken brachte, warum zur damaligen Zeit niemand an das Wohl und den SChutz des Gemaux im Wald gedachte.

Sie erinnern sich noch an die Massgabe des Nichtraucherschutzgesetzes? Dem Schutz von Leib und Leben der Gäste und Angstellten in einem gastronomischen Etablissment? Dunkel, oder? Wurd ja auch nur kurz drüber nachgedacht und mittlerweile sind viele ja mit der Süssen vom Nachbartisch zusammen, die man ohne den Abaschplatz draussen vor der Tür nie kennengelernt hätte, geschweige denn jemals angesprochen. „Haste mal Feuer“-erlebt ja momentan ungeahnte Revivals in Bezug auf Beziehung. Beziehungsweise späterem Wohnungsbezug, bezeugt von nichtrauchenden Dabeistehern.

Da werden nun also arbeitende Menschen geschützt vor dem schlimmen Rauch. Einige Nichtraucher fordern ja mittlerweile schon die Abschaffung des Gesetzes, weil nun ungedämpfte Parfümwogen durch den Saal wabern, weil Uschi mal wieder nicht nach dem 6. Sprüher aufhören konnte. Von dem EaudeClosettedampf mal gar nicht zu reden, der so einige Gäste umhüllt die vorher Schutz suchen konnten unter der Raucherdunstglocke.

Wer hat eigentlich dafür gesorgt, dass damals dem Gemaux keine Äste auf den Kopf fielen bei seiner Tätigkeit? Oder ganze Bäume? Ganz zu schweigen von den vielen Spaziergängern die den Arbeitsplatz vom Gemaux so am Tag frequentierten. Liegt es an der Angst vor dem schleichenden Tod Krebs? Das zumindest würde erklären, warum auch Strassenbauer nicht besonderen Schutz erfahren vor dem Überfahren. Werden. Wo waren die EUkommissare, die auf Biegen und Brechen durchsetzen wollten, dass im Wald keien Spaziergänger mehr waren?. Jeder Beruf hat so seine Gefahren, aber man findet sich ja auch irgendwann damit ab. Beziehugnsweise entwickelt ein Kribbeln in der Magengrube, wenns mal besonders riskant wird. Muss Kellnern nun langweilig sein.

Gut, ein gezielter Vorstoss mit laufender Motorsäge sorgte schon dafür, dass allzu aufdringliche Gaffer nicht zu nah an dem zu fällenden Baum standen. Insofern sorgte Gemaux selber für den Schutz der Nichtarbeiter.

Verstehen wir uns nicht falsch, Gemaux findet es schon toll, dass man nun sehen kann, wieviele SChichten Makeup die Dame da gegenüber auf geklatscht hat. Auch der aufdringliche Gestank von dem jeweiligen Standardparfüm  stört ihn nicht mehr. Beim Gespräch mal kurz die Tränen aus den Augen gewischt und schon kann man sich wieder auf die Frau konzentrieren. Nicht so wild. Tabakqualm brennt schlimmer, schon wahr. Und das Risiko, dass man sich eine langwierige schmerzhafte bos tödliche Krankheit einfängt in Kneipen bleibt somit auch bestehen. Obwohl, nää gibt ja mittlerweile auch in jeder Toilette Kondomautomaten.

Neulich las Gemaux einen Aufkleber „Remember, when Sex was safe und Cycles were dangerous“ und sinnierte, dass in den momentanen Zeiten viel an Spass für die Sicherheit geopfert werden muss.

Den Gemaux und seine Kumpels stört das Nichtraucherschutzgesetz nun nicht mehr. Das Haus eines Freundes steht nun nach Auszug seiner auf Sicherheit bedachten Frau leer und so eine Zigarre schmeckt auch stilvoller vor einem Kamin, als im Regen unter einer Wärmelampe. Wenn man sich abwechselt mit dem Bierbersorgen halten sich auch die Kosten in Grenzen und die Titten sind noch attraktiver wenn sie über einen Beamer mit Laptopverbindung an die freie Wand gestrahlt werden, als das Roulettespiel im Wintergarten eines Lokals. Zumindest bei den richtigen Links.

Schönes WE oder schönen Wochenanfang, je nach Anklickzeitpunkt wünscht

Gemaux

PS: Hab ich noch ein Highlight von dieser Woche vergessen zu erwähnen? Irgendetwas war noch im Amiland los….mal scharf nachdenken….





Heute schon nachgedacht?

17 05 2008

Na wie sehr haben Sie heute schon nachgedacht? Dem Gemaux kommen bei seinen täglichen Radtouren immer fundamentalere Gewissheiten. Zum Beispiel – und diese Erkenntnis ist ja beileibe nicht neuwertig- das uns das Denken abgenommen wird und unsere Instinkte flöten gehen. Nehmen wir als Beispiel mal Fahrradhelme. Diese sorgen dafür, dass sich der Nutzer keine Sorgen mehr macht. Und wer sich keine Sorgen macht, sorgt nicht mehr selbst für seine leibliche Unversehrtheit. Also zum Beispiel darüber, was er beachten muss, um heil nach Hause zu gelangen. Egal was ihm passiert, der Kopf bleibt ja heil. Und selbst ein Kopf auf un-funktionalem Körper kann sich heute mitteilen. Worüber also Gedanken machen.

Nun werden Sie wahrscheinlich sagen, das man sich GERADE dann Gedanken macht, wenn Sie für ihre Schutzausrüstung sorgen. Also zumindest am Kopf.

Ein Trugschluss, denn Sie schützen genau das Körperteil, was Sie ja just dann gerade nicht mehr benutzen.

Oder in der Automobiltechnik. Es gibt mittlerweile soviel Gimmicks die die natürliche Auslese aushebeln. Das merkt man an der Vielzahl Intelligenzverweigerer auf den Strassen und in seiner Umwelt. Mein Großvater gab seinen Führerschein freiwillig ab, als er merkte, dass der zu langsam für den Straßenverkehr reagierte. Das geschah nach reiflicher Überlegung. Die Automobilindustrie würde ihm heute diesen Denkprozess abnehmen. Und das Einzige, was ihn heutzutage noch gefährden könnte bei der Masse an technischen Novationen ist, dass er darüber nachdenkt.

Früher sorgte das Nachdenken und instinktive Verhalten ja für das Überleben und die Fortentwicklung der Rasse. Wenn der Herr Neander Tal nicht aufpasste beim Wasser holen oder -Lassen kam schwupp ein Säbelzahntiger aus dem Gebüsch gehüpft und schon war in der Familienrangordnung wieder ein Platz frei. Das machte vorsichtig und forderte unsere graue Denkmasse. Welche Gefahren drohen ihnen heute noch –und um die Kehrtwende zu schaffen- beim Autofahren. Es gibt Randlinienassistenten, Regensensoren, Lichtsensoren, Parkhilfen, Einsteighilfen, Lenkhilfen- um nur die Spitze des Verblödungsbataillons zu nennen. Das veranlasst den Autofahrer sich so sicher wie in Mamas Bauch zu fühlen. Kraftanstrengungen beim Lenken, Schalten und Pedale treten gehören heute der dunkelsten Vergangenheit an. Sachen die früher schon alleine dafür sorgten, dass sich ein gewisser Prozentsatz nicht mit Fahrzeugen befasste. Weil es körperlich anstrengend war und eine einigermaßen gute Koordination verlangte.

Ich will ja, dass Frauen auch am Straßenverkehr teilnehmen, bitte nicht falsch interpretieren. Ehrlich. Aber muss es auch ein ab der Nackenwirbelsäule Gelähmter sein? Nur um mal ein überspitztes Beispiel zu bringen.

Wir hebeln die natürliche Auslese aus, die so lange Jahre zuverlässig dafür sorgte, dass immer wieder neue Autos gekauft wurden und die Strassen einigermaßen frei blieben. bzw. neue Nachwuchstalente ihr Können beweisen konnten.

Deshalb fordert der Gemaux eine Rückentwicklung in der Sicherheitstechnik. Die Folgen wären ungeahnt positiv für die Volkswirtschaft und die Allgemeinheit. Wo früher durch einen Autounfall direkt Tote entstanden, gibt’s nun leichte bis schwer Verletzte. Was die allein an Wiederherstellung kosten brauch man wohl keinem zu erzählen. Eine Entlastung der Kranken- bis zur Rentenkasse wäre doch nur die Spitze. Und das alles geschieht nur, weil jemand nicht nachgedacht hat. Also beim Fahren.

Wenn Chantal-Amelie mit ihren frisch manikürten Alessandro-Kunst-Fingernägeln den Handylack zerkratzt, anstatt die Hände am Steuer zu halten und den Wagen der von rechts kommt total übersieht, weil sie im Kopf gerade nur die Vorstellung der neuen Pimkie-Nuttig-Kollektion hat, hervorgerufen durch die schräbbelige Stimme von Paris-Jaqueline am anderen Ende der Leitung, dann ist das nicht gefährlich für Chantal. Früher wäre sie mangels Gurtpflicht mit dem Kopf satt aufs Lenkrad gescheppert, hätte sich ihre frisch blondierten Strähnchen noch mit einem dunklem Rot vergelt und wäre im für sie und der Umwelt günstigsten Fall direkt ins Karmabecken zur Wiedergeburt versenkt worden. Und dort noch hoffentlich mindestens 300 Generationen von intelligenterem Leben geblieben…zum Beispiel als Kellerassel.

Was im Übrigen auch mein Indikator für das Ausstreben ganzer Insektenfamilien ist. Denn je mehr grenzdebile Menschen von ihrem Ableben abgehalten und gerettet werden, desto weniger Tierarten gibt es. Schon mal darüber nachgedacht? Ich meine, SIE müssten das ja können. Sie lesen ja noch bis zum Ende hier. Gehören also zur nachdenklichen Sorte. Oder nicht? Oder ertappen Sie sich auch manchmal dabei so total egofixiert durch die Welt gehen zu können, weil ihnen ja fast gar nichts mehr passieren kann? Weil ihnen das Denken abgenommen wird. Und man sich in dieser fluffigen Zeit nur noch um Spaß um Fun zu kümmern braucht. Schade, dass es keine Säbelzahntiger mehr gibt….